Alexander Nübel bekam viel Arbeit an diesem Abend. Der Torhüter konnte den frühen Gegentreffer kaum verhindern. Bei den zwei weiteren Toren der Gäste hätte man sich vielleicht etwas mehr von ihm gewünscht. Dennoch rettete er mit mehreren starken Paraden ein noch schlechteres Ergebnis. Ohne seine Soloszenen wäre es eine deutliche höhere Niederlage geworden. Nübel war einer der wenigen Lichtblicke in einer ansonsten schwachen Mannschaftsleistung.
Die Abwehrkette des VfB geriet völlig aus dem Tritt. Waldemar Anton wirkte unsicher und war nicht die souveräne Führungsfigur, die man in dieser Situation brauchte. Er verlor zu viele entscheidende Zweikämpfe. Hiroki Ito zeigte sich ungewöhnlich fehleranfällig. Seine sonst so präzisen Vorstöße blieben aus, und in der Defensive stand er oft auf dem falschen Fuß. Auch Josha Vagnoman konnte die rechte Seite nicht stabilisieren. Seine Läufe nach vorne fehlten, und defensiv ließ er zu viel Raum für die Gladbacher Außenstürmer.
Im defensiven Mittelfeld war Atakan Karazor kaum zu erkennen. Normalerweise füllt er die Räume und bricht die Angriffe des Gegners früh. Diesmal fand er nicht in das Spiel. Die nötige Aggressivität und Präsenz in der Zentrale fehlten komplett. Das führte dazu, dass die Gladbacher immer wieder direkt auf die VfB-Abwehr laufen konnten.
Auch das kreative Zentrum funktionierte nicht. Enzo Millot konnte sein sonstiges Tempo und seine Spielintelligenz nicht auf den Platz bringen. Die Pässe saßen nicht, und die dringend benötigten Ideen im Aufbau blieben aus. Angelo Stiller neben ihm schien ebenso überfordert mit der Situation. Er konnte das Spiel nicht ordnen und verlor ungewöhnlich viele Bälle in gefährlichen Positionen.
- Alexander Nübel als Lichtblick
- Waldemar Anton unsicher
- Hiroki Ito fehleranfällig
- Atakan Karazor ohne Aggressivität
- Enzo Millot nicht im Spiel
- Angelo Stiller überfordert
Die Offensive war das größte Problem. Jamie Leweling blieb wie abgeschnitten vom Spiel. Er erhielt kaum gefährliche Bälle und konnte seine Schnelligkeit nicht ausspielen. Wenn er doch mal in die Situation kam, handelte er unentschlossen. Serhou Guirassy, der Torgarant, fand einfach keine Anschluss an das Spiel. Er wurde schlecht bedient, und wenn die seltene Chance kam, fehlte ihm die sonst so eiskalte Konsequenz. Den Elfmeter zu verschießen, war das Symbol für einen frustrierenden Abend für den Stürmer.
Die Einwechselspieler konnten den Spielverlauf nicht mehr drehen. Silas, Lühr und Ulrich brachten zwar frischen Wind, aber der fehlende Zusammenhalt und die vielen individuellen Fehler in der gesamten Mannschaft waren nicht mehr zu korrigieren.
Diese Leistung lässt viele Fragen offen. Vor wenigen Tagen zeigte dieselbe Mannschaft gegen Atlético Madrid, zu was sie fähig ist. Jetzt gegen das Tabellenschlusslicht diese Schwäche. Es fehlte an allem: an Kampf, an Konzentration, an einfacher Leidenschaft. Ein solcher Absturz ist in dieser Form nicht erklärbar. Er ist besonders enttäuschend vor den eigenen Fans. Der VfB muss diese zwei Gesichter schnellstens in Einklang bringen. Sonst wird die Saison ein ständiges Auf und Ab zwischen Brillanz und bitteren Enttäuschungen. Die Fans verdienen mehr Konstanz.
| Aspekt | Leistung |
|---|---|
| Alexander Nübel | Starker Rückhalt |
| Waldemar Anton | Unsicher |
| Atakan Karazor | Fehlende Aggressivität |
| Enzo Millot | Schwache Spielgestaltung |
| Jamie Leweling | Abgeschnitten vom Spiel |
| Serhou Guirassy | Schwache Leistung |