Der 1. FC Köln steht in einer entscheidenden Woche. Alles, was bisher in dieser Saison schiefgelaufen ist, konzentriert sich jetzt auf drei Spiele in acht Tagen. Die Lage ist so zugespitzt, dass sie sich nicht mehr wegdiskutieren lässt.
Zuallererst kommt am Freitag das Heimspiel gegen Schalke. Das klingt nach einer Pflichtaufgabe. Schalke ist als Aufsteiger personell stark geschwächt. Sie kämpfen um jeden Punkt. Ein Sieg für Köln hinge hier weniger von überragender Klasse ab als von einfacher Konzentration. Und genau diese Konzentration hat den Geißböcken in den letzten Wochen oft gefehlt. Ein Punktverlust gegen Schalke wäre ein neuer, schwerer Schlag für die Stimmung.
Nur vier Tage später, am Dienstag, folgt das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Union Berlin. Dieses Spiel ist ein schwieriges Dilemma für den Verein. Ein Weiterkommen wäre eine riesige Chance. Der FC könnte im Pokal endlich einmal eine Runde weiter kommen und etwas Größeres erreichen. Ein frühes Aus hingegen würde die aktuelle Krise nur noch verschärfen. Besonders dann, wenn man zuvor schon gegen Schalke versagt hat. Union Berlin ist auswärts oft verwundbar. Die Kölner müssten mutig auftreten. Sie müssen ein Risiko eingehen.
Ein drittes Spiel folgt dann am nächsten Wochenende in der Bundesliga: Auswärts bei Union Berlin. Das ist die logische Fortsetzung der Pokalpartie. Zwei Heimsiege gegen Schalke und Union im Pokal würden die komplette Lage verändern. Das Team könnte dann mit neuem Selbstvertrauen nach Berlin reisen. Das Bundesligaspiel dort wäre leichter. Vielleicht könnte sich dann auch Trainer René Wagner aus dem Druck etwas befreien.
Aktuell sucht der Verein vor allem Ruhe. Für eine Mannschaft ohne erkennbare Spielidee wirkt das zunächst wie eine plausible Wahl. Doch diese Ruhe ist trügerisch. Spieler und Trainer stehen unter scharfer Beobachtung. Jede Entscheidung auf und neben dem Platz wird genauestens gedeutet. Die Rückendeckung aus dem Vorstand besitzt Wagner. Die Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit und bei vielen Fans fehlt ihm bislang komplett.
Die kommenden Tage werden die Stimmung im Klub prägen. Lapidare Ausreden für schwache Leistungen zählen nicht mehr. Jetzt muss geliefert werden.
- Findet das Team endlich eine erkennbare Spielidee?
- Eine Linie, die trägt, wenn der Gegner sie in Frage stellt?
- Hat der Trainer Reaktionen, wenn ein Spielplan nicht funktioniert?
- Bleibt er starr bei seiner taktischen Linie?
- Wie geht der Verein mit Druck um?
- Kann die Mannschaft zwei Siege schaffen?
Alle Augen sind nun auf Trainer René Wagner gerichtet. Zeigt er Reaktionen, wenn ein Spielplan nicht funktioniert? Oder bleibt er starr bei seiner taktischen Linie? Hier zeigt sich der Kurs der Rationalität. Sie hilft einer Mannschaft nur, wenn sie im Spiel auch Emotion zulässt. Wenn sie Spieler befreit statt einengt.
Diese Woche entscheidet nicht über eine ganze Ära. Aber sie bestimmt den Ton, mit dem der FC Köln in die Wintermonate geht. Geht es mit zwei oder drei Enttäuschungen in den November, wird der Druck unerträglich. Schaffen sie zwei Siege, kann wieder Hoffnung aufkeimen. Es geht um ganz einfache Mathematik auf dem Platz und um das Gefühl danach. Die Mannschaft hat es selbst in der Hand.
| Spiel | Gegner | Datum | Wichtigkeit |
|---|---|---|---|
| Heimspiel | Schalke | Freitag | Pflichtaufgabe |
| DFB-Pokal | Union Berlin | Dienstag | Riesige Chance |
| Bundesliga | Union Berlin | Nächstes Wochenende | Selbstvertrauen |