Der Abrissbagger steht. Er steht auf dem Gelände der alten Kronen-Brauerei. Seine Schaufel frisst sich Stück für Stück durch roten Backstein. Bald wird er den Kronenturm erreichen. Dortmund verliert damit ein Stück seiner Geschichte.
Seit Montag, dem 19. Oktober, ist das Areal an der Märkischen Straße eine Baustelle. Die Arbeiten für den vollständigen Rückbau haben begonnen. Zuerst verschwinden die Nebengebäude. Dann folgt der Turm selbst. Dieser rund 60 Meter hohe Klotz aus Beton und Ziegeln stand seit 1964 in der Stadt. Er war ein Gär- und Lagerhaus für Bier. Später wurde er zum Wahrzeichen einer ganzen Industrieära. Jetzt wird er dem Erdboden gleichgemacht.
Was bleibt, sind die Erinnerungen. Sie sind das eigentliche Fundament eines solchen Bauwerks. Die Ruhr Nachrichten sammeln diese Geschichten jetzt. Sie fragen die Menschen in Dortmund.
- Erinnerungen an Abifeiern
- Treffen mit Freunden im Wenkerkeller
- Schulweg-Orientierung für viele Kinder
- Ein Blick aus dem Küchenfenster
- Das Gefühl eines festen Punkts in der Stadt
- Erinnerungen an Feste und Alltag
Unter einem Instagram-Beitrag zum Abriss haben schon einige Nutzer geschrieben. Eine Frau erinnert sich an eine Abifeier von Freunden im Wenkerkeller unter dem Turm. Sie schreibt: „Das waren noch Zeiten!“ Ein Mann, der in der Landgrafenstraße groß wurde und gegenüber zur Schule ging, sagt: „Wie traurig, ein Stück Dortmund geht dahin.“
Diese Stimmen zeigen etwas Wichtiges. Ein Gebäude ist mehr als nur Steine. Es ist ein Knotenpunkt für das Leben der Menschen. Für Feste, für den Schulweg, für den Blick aus dem Küchenfenster. Der Kronenturm war für viele Dortmund jahrzehntelang ein fester Punkt in der Stadt. Er war eine Orientierungshilfe. Sein Verschwinden hinterlässt eine Lücke. Nicht nur im Stadtbild, sondern auch im Gefühl der Menschen für ihre Heimat.
Die Kronen-Brauerei war einst ein Gigant. Sie prägte den Stadtteil und bot vielen Menschen Arbeit. Der Turm war das sichtbare Symbol dafür. Mit dem Ende der Brauerei verlor er seine eigentliche Funktion. Er stand jahrelang leer. Aus einem Symbol des Schaffens wurde ein sogenannter „Lost Place“. Ein Ort der Vergangenheit. Doch für die Anwohner blieb er immer präsent. Er war ein Teil ihrer täglichen Umgebung.
Jetzt müssen sich die Menschen von diesem Teil verabschieden. Das ist nicht immer einfach. Solche Abrisse lösen oft ein Gefühl des Verlustes aus. Man fragt sich, was an die Stelle der alten Erinnerungen treten soll. Auf dem Gelände entstehen neue Wohnungen und Gewerbeflächen. Das ist die Zukunft. Aber die Vergangenheit will gewürdigt sein.
Deshalb ist die Suche nach den Geschichten so wertvoll. Sie sichert das, was der Bagger nicht zerstören kann. Jede kleine Alltagserinnerung zählt. Vielleicht haben Sie als Kind immer nach dem Turm Ausschau gehalten, wenn Sie mit den Eltern unterwegs waren. Vielleicht haben Sie dort einmal jemanden getroffen. Oder der Anblick des Turms bedeutete für Sie einfach: Jetzt bin ich fast zu Hause.
| Aspekt | Bedeutung |
|---|---|
| Erinnerungen | Das Fundament des Bauwerks |
| Abreißarbeiten | Verlust der Geschichte |
| Wahrzeichen | Orientierungshilfe für viele |
| Persönliche Erlebnisse | Verschiedene Sichtweisen |
| Neue Entwicklungen | Zukunft vs. Vergangenheit |
| Gemeinsame Geschichten | Erhalt der Erinnerung |
Diese persönlichen Geschichten sind das wahre Denkmal. Sie erzählen, wie Menschen ihre Stadt erlebt und gelebt haben. Sie machen Geschichte greifbar. Für die, die sie erzählen. Und für die nächsten Generationen, die den Turm nie sehen werden.
Wenn Sie eine Erinnerung an den Kronenturm haben, teilen Sie sie. Die Redaktion der Ruhr Nachrichten freut sich über jede Geschichte. Auch über Fotos aus vergangenen Tagen. Sie können Ihre Erzählung per WhatsApp an 0160 331 390 3 schicken. Oder Sie schreiben eine E-Mail an leserreporter@ruhrnachrichten.de. Nutzen Sie auch das Kontaktformular auf der Website.
Dies ist eine Chance. Eine Chance, ein Stück gemeinsamer Geschichte für Dortmund zu bewahren. Bevor der letzte Backstein vom Kran gehoben wird. Ihre Erinnerung ist ein Mosaikstein im großen Bild dieser Stadt. Geben Sie ihn nicht verloren.