In einem Garten im Dortmunder Stadtteil Wickede entsteht ein ganz besonderer Zauberspuk. Annika und Sascha Kamrau verwandeln ihren Grundstücksteich nicht in ein übliches Gruselkabinett. Sie bauen die Kammer des Schreckens. Seit ihrem ersten Spukhaus vor zwei Jahren ist die Halloween-Tradition in der Nachbarschaft längst legendär. Jetzt greifen sie zur magischen Vorlage.
Die Idee kam von den Kindern der Nachbarschaft selbst. Schon im Sommer fragten sie nach dem diesjährigen Motto. Annika Kamrau erzählt mir am Telefon, ihre Stimme voller Vorfreude. „Sie haben uns förmlich dazu gedrängt, das Harry-Potter-Thema umzusetzen.“ Das bedeutet Monate der Planung und handwerklichen Arbeit für die dreiköpfige Familie. Jedes Detail zählt, vom Basilisken bis zum Duellierclub.
Ihr Spukhaus öffnet an zwei Tagen. Am Samstag, dem 31. Oktober, gibt es von 18 bis 22 Uhr die gruselige Variante für mutige Besucher. Am Sonntag, dem 1. November, von 16 bis 20 Uhr folgt die familienfreundliche Version ohne allzu starke Schockeffekte. Der Eintritt ist frei. Stattdessen sammelt die Familie an beiden Tagen Spenden für den Förderverein der Matthias-Claudius-Schule in Wickede. Diese Schule besucht auch ihre siebenjährige Tochter Netti.
Der Weg zum Spukhaus in der Straße Am Hangefeld ist ein kleines Abenteuer. Man geht durch einen schmalen Pfad am Grundstück entlang. Dort wartet eine Überraschung. Die Kamraus haben nämlich ihren Teich in den Mittelpunkt der Inszenierung gestellt. „Wir nutzen den Teich als Kammer des Schreckens,“ erklärt Annika Kamrau. „Der Basilisk soll daraus auftauchen.“ Damit das klappt, musste der Teich winterfest gemacht und mit spezieller Technik ausgestattet werden. Das war eine der größten handwerklichen Herausforderungen.
Aber es geht nicht nur um den Seeunhold. Im Garten verteilt finden Besucher weitere ikonische Schauplätze aus Hogwarts. Da ist der Verbotene Wald mit seinen riesigen Spinnen. Da ist der Duellierclub, in dem sich Zauberer duellieren. Ein Raum ist der Wahrsagekunst von Professor Trelawney gewidmet. Überall stecken unzählige Stunden Arbeit. Sascha Kamrau hat viele der Spezialeffekte und beweglichen Elemente selbst gebaut. Annika kümmerte sich um die Dekoration und die vielen Requisiten.
Die Resonanz der Nachbarn bestätigt den Aufwand. Bei der Premiere vor zwei Jahren kamen rund 300 Besucher. Im vergangenen Jahr waren es schon über 500 Menschen, die den Pfad entlanggingen. Die Kamraus rechnen in diesem Jahr mit einem ähnlichen Andrang. „Die Nachfrage ist riesig,“ sagt Annika Kamrau. „Die Kinder aus der Umgebung fragen uns das ganze Jahr über, ob wir wieder machen.“ Das Spukhaus ist für viele Familien im Viertel ein fester Termin im Kalender geworden.
Dieses Gemeinschaftsgefühl ist den Kamraus besonders wichtig. Sie wollen kein kommerzielles Event. Sie wollen ein Erlebnis schaffen, das Nachbarn zusammenbringt und gleichzeitig Gutes tut. Die gesammelten Spenden kommen direkt der Schule vor Ort zugute. Der Förderverein finanziert davon Ausflüge, Spielgeräte oder besondere Lernmaterialien. In den vergangenen beiden Jahren kamen so mehrere hundert Euro zusammen.
Für die Kamraus ist das Projekt eine Herzensangelegenheit, die den ganzen Einsatz rechtfertigt. „Es ist wahnsinnig viel Arbeit,“ gibt Annika Kamrau zu. „Aber wenn man dann die leuchtenden Augen der Kinder sieht, wenn sie durch den Garten laufen, dann weiß man, warum man es macht.“ Ihre Tochter Netti hilft natürlich mit. Sie testet alle Effekte und gibt Tipps aus Kinderperspektive.
Wenn Sie also am Wochenende nach einem besonderen Halloween-Erlebnis in Dortmund suchen, fahren Sie nach Wickede. Folgen Sie dem Gruseln in den Garten der Kamraus. Sie finden keine Profi-Horror-Show, sondern eine liebevoll gemachte Hommage an einen Zauberlehrling. Sie erleben, wie aus einer privaten Idee ein kleines Stadtteilfest wird. Und vielleicht treffen Sie ja auch den ein oder anderen Nachbarn, der genauso gespannt ist wie Sie.
Denken Sie an die beiden unterschiedlichen Gruselstufen. Mit kleinen Kindern ist der Besuch am Sonntag wahrscheinlich die bessere Wahl. Wichtig ist auch, dass der Zugang über den schmalen Pfad nicht barrierefrei ist. Nehmen Sie festes Schuhwerk mit. Und haben Sie etwas Kleingeld für die Spendenbox parat. So unterstützen Sie nicht nur das Spektakel, sondern auch die Kinder der Matthias-Claudius-Schule.
Die Kammer des Grauens in Dortmund-Wickede zeigt, was möglich ist, wenn Menschen ihre Leidenschaft mit ihrer Nachbarschaft teilen. Es ist ein Stück gelebte Gemeinschaft, verpackt in Zaubertränke und Basiliskenschuppen. Die Lichter im Garten der Kamraus leuchten dann nur zwei Abende. Die Erinnerung daran bleibt für viele Besucher sicherlich länger.
- Besondere Halloween-Tradition
- Harry-Potter-Thema
- Familienfreundliche Version
- Spenden für die Schule
- Zusammenarbeit mit der Nachbarschaft
- Messbare Resonanz und Wachstum
| Tag | Uhrzeit | Art des Events |
|---|---|---|
| 31. Oktober | 18 – 22 Uhr | gruselige Variante |
| 1. November | 16 – 20 Uhr | familienfreundliche Version |