In Dortmunds Innenstadtwesten geht am Montag ein neues Angebot für Menschen mit Suchtproblemen an den Start. Der Drogenkonsumraum „Kick West“ an der Rheinischen Straße öffnet seine Türen. Es ist eine zentrale Maßnahme der städtischen Drogenhilfe.
Für viele Betroffene ändert sich damit der Alltag. Sie müssen ihren Konsum nicht mehr auf öffentlichen Toiletten oder in dunklen Hauseingängen verstecken. Das neue Zentrum bietet einen hygienischen und überwachten Raum. Hier können sie ihre mitgebrachten Drogen unter Aufsicht konsumieren. Das Ziel ist klar. Es geht darum, akute Gefahren wie Überdosen zu verhindern und den Kontakt zu Hilfsangeboten herzustellen.
Der Konsumraum liegt in einem Bereich, der schon lange von offener Drogenszene geprägt ist. Die Rheinische Straße und der nahe Westpark sind bekannt als Treffpunkte. Die Stadt verspricht sich von der neuen Einrichtung eine Entlastung für die Anwohner. Konsum soll von der Straße in die geschützten Räume verlagert werden. Das soll Konflikte im öffentlichen Raum reduzieren.
Die Planungen für „Kick West“ liefen seit Jahren. Die Lokalpolitik hat lange darüber debattiert. Nun steht der Betriebsbeginn fest. Die Einrichtung wird von der Diakonie Dortmund und Lünen betrieben. Sie verfügt über sechs Konsumplätze. Dazu kommen Beratungsräume und eine Krankenliege. Ein medizinisches Fachpersonal ist vor Ort. Es überwacht den Konsum und leistet im Notfall erste Hilfe.
- Mehr Sicherheit für die Nutzer
- Bereitstellung von sterile Spritzen und Utensilien
- Senken des Risikos von Infektionskrankheiten
- Gespräche und Unterstützung von geschulten Mitarbeitern
- Vorbereitung auf den Weg in eine Therapie
- Regelmäßige Gespräche mit der Nachbarschaft
Die Eröffnung ist Teil eines größeren Konzepts. Dortmund verfolgt seit langem eine Politik der Schadensminimierung. Drogenkonsumräume sind ein wesentlicher Baustein dieser Strategie. Sie retten nachweislich Leben. In anderen deutschen Städten mit ähnlichen Einrichtungen gibt es weniger Drogentote. Die Erfahrung zeigt auch, dass die Umgebung entlastet wird.
Trotzdem bleibt die Einrichtung umstritten. Einige Anwohner und Geschäftsleute fürchten eine weitere Konzentration der Szene. Sie sorgen sich um Sauberkeit und Sicherheit direkt vor ihrer Haustür. Die Stadt und die Betreiber betonen die gegenteilige Wirkung. Sie verweisen auf positive Beispiele aus Köln oder Frankfurt. Dort führten Konsumräume zu weniger Müll und weniger sichtbarem Konsum auf der Straße.
Die Diakonie wird den Betrieb eng begleiten. Es wird regelmäßige Gespräche mit der Nachbarschaft geben. So wollen die Verantwortlichen auf Probleme reagieren. Ein Sicherheitsdienst ist ebenfalls eingeplant. Er soll für Ruhe und Ordnung im direkten Umfeld sorgen.
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Konsumplätze | 6 |
| Betreiber | Diakonie Dortmund und Lünen |
| Beratungsräume | Ja |
| Ärztliches Personal | Vor Ort |
| Sicherheitsdienst | Geplant |
| Regelmäßige Nachbarschaftsgespräche | Ja |
Was bedeutet das für Sie als Dortmunder Bürger? Sie werden wahrscheinlich eine Veränderung in der Rheinischen Straße bemerken. Ob es die erhoffte Beruhigung wird, muss sich zeigen. Die Stadt setzt auf ein Modell, das in der Suchthilfe als wirksam gilt. Es geht nicht darum, Drogenkonsum zu billigen. Es geht darum, die schlimmsten Folgen für die Konsumenten und für die Gemeinschaft abzufedern.
Die Eröffnung von „Kick West“ ist ein deutliches Signal. Dortmund stellt sich seiner Verantwortung in der Drogenpolitik. Die Stadt versucht, mit pragmatischen Mitteln Menschlichkeit und Ordnung zusammenzubringen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie dieses schwierige Balanceakt gelingt.