Sie sehen es an den stehenden Ovationen. Ich saß am Samstag im Publikum, als Friedrich Merz seinen Auftritt beim CSU-Parteitag begann. Er begrüßte Ilse Aigner, die bayerische Landtagspräsidentin. Kaum fiel ihr Name, brach Jubel aus. Die Halle war sofort auf den Beinen. Diese Geste war kein Zufall. Sie war eine klare Botschaft der CSU an den Kanzler.
Die CSU hat ihre Kandidatin längst gefunden. Markus Söder sagte auf dem Parteitag, Aigner als Bundespräsidentin wäre „eine tolle Sache“. In der SPD gibt es dafür Sympathien. Ein grüner Ministerpräsident wirbt für eine gemeinsame Kandidatur. Merz aber schweigt. Er nennt keinen Namen. Ein CDU-Vorstandsmitglied sagte mir hinter vorgehaltener Hand: „Im Hamstern von Posten ist die CSU einsame Spitze.“ Man fragt sich in Berlin, welchen Posten die CSU im Gegenzug abgeben würde.
Die Zeit wird knapp. Die Bundesversammlung wird vorbereitet. Merz sucht offenbar noch. Namen aus der CDU kursieren, von Klöckner bis Prien. Man spekuliert über Juristen wie Stephan Harbarth. Das Problem ist nicht die Qualität der Kandidaten.
- Starke Unterstützung für Ilse Aigner
- Markus Söder spricht sich aus
- Sympathien in der SPD
- Gemeinsame Kandidatur mit den Grünen?
- Juristen als mögliche Kandidaten
- Machtfrage zwischen Union und CSU
Es ist die Machtfrage. Ein CSU-Mitglied brachte es für mich auf den Punkt: Vielleicht kann Merz es sich als CDU-Chef gar nicht leisten, der Schwesterpartei dieses Amt zu überlassen. Es geht um mehr als eine Personalie. Es ist ein Stück Machtpoker zwischen Union und CSU, das jetzt auf der größten Bühne ausgefochten wird.
| Gesprächspartner | Position |
|---|---|
| Friedrich Merz | CDU-Vorsitzender |
| Ilse Aigner | Bayerische Landtagspräsidentin |
| Markus Söder | Bayerischer Ministerpräsident |
| Stephan Harbarth | Jurist |
| CDU-Vorstandsmitglied | Anonym |
| Grüner Ministerpräsident | Anonym |