Du hast es bis ins Halbfinale geschafft. Martin Schindler hat es tatsächlich getan. Der deutsche Hoffnungsträger hat in der Dortmunder Westfalenhalle nicht nur gewonnen, er hat eine Demonstration abgeliefert. Gegen den starken Waliser Jonny Clayton sicherte er sich einen atemberaubenden 10:1-Sieg. Damit stürmt Schindler als erster Deutscher seit Max Hopp 2018 ins Halbfinale eines Major-Turniers. Für den 30-Jährigen aus Strausberg ist das der größte Karriereerfolg. Die Freude in der Arena war greifbar. Jetzt wartet am Abend um 20 Uhr die nächste Hürde. Sein Gegner ist der Pole Krzysztof Ratajski, der selbst für eine Riesenüberraschung sorgte. Ratajski bezwang den absoluten Topfavoriten und Weltmeister Luke Littler mit 10:6. Littler führt die Weltrangliste an und sollte eigentlich die letzte große Trophäe holen, die ihm noch fehlt. Doch ein 2:8-Rückstand zu Beginn war auch für ihn nicht mehr aufzuholen. Das Turnier ist damit völlig offen.
Schindlers Weg hierher war alles andere als einfach. Bis zu dieser Europameisterschaft lag ein Fluch auf seinen Teilnahmen. Bei fünf Anläufen kam nie ein Sieg zustande. Diesmal änderte sich alles. Nach knappen Erfolgen gegen die Niederländer Wessel Nijman und Jermaine Wattimena stand das Viertelfinale gegen Clayton an. Und Schindler begann perfekt. Er traf seine ersten vier Würfe auf das Doppelfeld und baute eine 4:1-Führung aus. Sein Spiel war sauber, konzentriert und fast fehlerfrei. Clayton, ein Weltklassespieler, fand einfach kein Mittel gegen diese Präzision. Noch am Freitag hatte Schindler offen über sein enttäuschendes Jahr 2026 gesprochen. Er sagte, es tue gut, über schlechte Erfahrungen zu reden. Offenbar war das die richtige Therapie. Sein Auftritt in Dortmund zeigte einen gereiften, selbstbewussten Spieler, der über sich hinauswuchs.
Die deutsche Freude wurde allerdings gedämpft. Der zweite deutsche Starter, Niko Springer, war bereits am Freitag mit 3:6 gegen ebenjenen Jonny Clayton ausgeschieden. Neben Schindler und Ratajski erreichten auch die gesetzten Stars Ross Smith aus England und Gerwyn Price aus Wales das Halbfinale. Smith gewann gegen Luke Woodhouse, Price gegen Stephen Bunting. Doch alle Augen sind nun auf das Duell zwischen dem deutschen Hoffnungsträger und dem polnischen Überraschungsmann gerichtet. Max Hopp, der 2018 als letzter Deutscher dieses Halbfinale erreichte und knapp verlor, verfolgt das Turnier heute als Experte von der Bühne aus. Er weiß, welcher Druck und welche Chance nun auf Martin Schindler lasten. Das Halbfinale verspricht packenden Sport. Für Schindler geht es um den Einzug in ein historisches Finale. Für die Fans in der Halle und vor den Bildschirmen geht es um einen Traum, der plötzlich zum Greifen nah scheint. Du kannst das Spiel ab 20 Uhr bei Sport1 und DAZN verfolgen.
- Martin Schindler hat ins Halbfinale geschafft
- 10:1-Sieg gegen Jonny Clayton
- Erster Deutscher seit Max Hopp 2018
- Krzysztof Ratajski als einziger Gegner
- Littler – Weltmeister – wurde geschlagen
- Schindlers beeindruckender Auftritt in Dortmund
| Spieler | Ergebnis | Gegner |
|---|---|---|
| Martin Schindler | 10:1 | Jonny Clayton |
| Krzysztof Ratajski | 10:6 | Luke Littler |
| Ross Smith | gewonnen | Luke Woodhouse |
| Gerwyn Price | gewonnen | Stephen Bunting |