Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Dortmund bleibt ein drängendes Sicherheitsthema. Die Polizei Dortmund hat für das Jahr 2025 insgesamt 1.445 Fälle registriert. Das bedeutet einen deutlichen Anstieg von mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ist der Einbruch das einzige Delikt, das entgegen dem stadtweiten Trend steht: Die Gesamtkriminalität in Dortmund ist im gleichen Zeitraum um 5,4 Prozent zurückgegangen.
Die Polizei betont jedoch, dass ein Blick auf längere Zeiträume die Entwicklung relativiert. Im Jahr 2016 zählten die Beamten noch 2.844 Einbrüche, der absolute Höchststand lag bei 3.357 Taten im Jahr 2015. Gegenüber dieser Spitze bedeutet die aktuelle Zahl einen massiven Rückgang um fast 61 Prozent. Diese positive Langzeitentwicklung dürfe nicht aus den Augen verloren werden, so die Einschätzung der Behörde.
Warum jeder Einbruch so schwer wiegt
Für die Betroffenen ist ein Einbruch weit mehr als ein einfacher Sachschaden. Das Durchwühlen der persönlichen Räume, das bewusste Verletzen der Intimsphäre, hinterlässt oft tiefere Spuren als der materielle Verlust. Die Polizei spricht hier von einem Angriff auf das Sicherheitsgefühl im eigenen Zuhause. Dieser psychologische Effekt erklärt den hohen Stellenwert des Delikts in der öffentlichen Wahrnehmung und für die Polizeiarbeit.
Der stellvertretende Polizeipräsident Achim Stankowitz ordnet das Thema klar ein: „Das Sicherheitsgefühl der Menschen ist für uns ein Schwerpunkt unserer täglichen Arbeit in Dortmund, denn es ist ein wichtiger Gradmesser für die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger“, sagte er bei der Vorstellung der Statistik. Diese Aussage unterstreicht, dass die Bekämpfung der Einbruchskriminalität nicht nur eine Frage der Statistik sondern vor allem der Lebensqualität in den Stadtvierteln ist.
Grenzen der Aufklärung und ein historischer Vergleich
Die Aufklärungsquote für Wohnungseinbrüche liegt in Dortmund bei rund elf Prozent. Dies liegt vor allem an der Natur des Delikts: Viele Taten werden erst nach ihrer Vollendung entdeckt, wenn die Täter längst über alle Berge sind. Spuren sind oft rar, was die Ermittlungsarbeit erheblich erschwert.
Dennoch steht Dortmund im landesweiten Vergleich ordentlich da. Wie das Presseportal berichtet, liegt die Dortmunder Behörde damit sogar vergleichsweise gut, auch wenn eine Quote von elf Prozent keinen Grund zur Zufriedenheit gibt. Die Polizei erinnert daran, dass eine 2016 eingerichtete, spezialisierte Tatortgruppe die Aufklärungsquote zwischenzeitlich sogar auf bis zu 18 Prozent hatte steigern können.
Eine Zahl aus der aktuellen Statistik macht Hoffnung: Etwa die Hälfte aller Einbrüche endet im Versuchsstadium. Die Täter schaffen es nicht, in die Wohnung einzudringen. Die Polizei führt dies vor allem auf eine verbesserte Prävention und eine sorgfältigere Sicherung durch die Bewohner selbst zurück.
Die dunkle Jahreszeit als Risikofaktor und Präventionskampagnen
Ein klares saisonales Muster prägt die Fallzahlen. Mit der Umstellung auf die Winterzeit beginnt die sogenannte dunkle Jahreszeit. Längere Abende und frühere Dunkelheit bieten Einbrechern ideale Voraussetzungen. Erfahrungsgemäß steigen die Zahlen in dieser Phase an.
Die Polizei reagiert darauf mit fest etablierten Kampagnen. Beim landesweiten Aktionswochenende unter dem Motto „Riegel vor! Sicher ist sicherer.“ steht die Aufklärung der Bürger im Mittelpunkt. Experten des Kriminalkommissariats für Kriminalprävention und Opferschutz informieren dabei an Infoständen in verschiedenen Stadtteilen über wirksame Schutzmaßnahmen.
Was Sie selbst tun können: Konkrete Tipps von der Polizei
- Türen immer abschließen: Eine nur ins Schloss gezogene Tür kann von einem erfahrenen Täter in Sekundenschnelle geöffnet werden. Ein abgeschlossenes Schloss mit Mehrfachverriegelung kostet wertvolle Zeit und macht Lärm.
- Fenster sind keine Ausnahme: Die goldene Regel lautet: Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster für Einbrecher. Bei Abwesenheit oder in der Nacht sollten Fenster immer vollständig geschlossen sein.
- Das Umfeld im Blick behalten: Leitern, Gartenmöbel oder auch Mülltonnen in der Nähe von Fenstern können Einbrechern als willkommene Kletterhilfe dienen. Diese Gegenstände sollten sicher weggeräumt werden.
- Rollläden clever nutzen: Heruntergelassene Rollläden tagsüber signalisieren oft Abwesenheit. Besser ist es, sie nur nachts zu schließen. Tagsüber können sie halb hochgefahren werden, um Licht und Anwesenheit zu suggerieren.
- Nachbarschaftshilfe aktivieren: Aufmerksame Nachbarn sind eine der besten Alarmanlagen. Die Polizei bittet ausdrücklich darum, bei verdächtigen Beobachtungen – wie fremden Personen, die an Türen oder Fenstern manipulieren oder ungewöhnliche Fahrzeuge in der Nachbarschaft – sofort die 110 zu wählen. Lieber einmal zu oft angerufen als einmal zu wenig.
Fazit: Die Entwicklung der Einbruchszahlen in Dortmund zeigt einen kurzfristigen Anstieg, der die Polizei und die Bürger wachsam bleiben lässt. Langfristig ist die Tendenz jedoch weiterhin rückläufig. Entscheidend für die weitere positive Entwicklung ist das Zusammenspiel aus polizeilicher Arbeit und der aktiven Prävention jedes Einzelnen. Ein sichereres Dortmund entsteht nicht nur durch mehr Streifen sondern vor allem durch bewusste Nachbarschaft und gesicherte Haustüren.
| Jahr | Einbrüche |
|---|---|
| 2015 | 3.357 |
| 2016 | 2.844 |
| 2024 | 1.445 |