Die Behörden sehen eine mögliche Rückkehr von Hendrik Holt. Holt floh aus einer Haftanstalt in Berlin. Er soll Windparks an Stromkonzerne verkauft haben, die es nie gab. Für viele Menschen in Berlin ist das eine neue Sorge.
Im Jahr 2024 meldete die Polizei 386 Fälle von Energiebetrug in Berlin. Vier Monate später stieg die Zahl in Moabit um 17 Prozent. Die Staatsanwaltschaft Berlin führt ein Verfahren gegen Holt wegen Betrugs. Richter verurteilten Holt im Dezember 2023 zu vier Jahren Haft. Die Schadenssumme liegt nach ersten Angaben bei 4,3 Millionen Euro.
Holt entzog sich am Morgen des 12. April der Haft. Nachbarn sahen eine Spur in einer Pension in Kreuzberg. Drei Nachbarn meldeten ihn bei der Polizei. Ein Beamter prüft derzeit, ob er nach Berlin zurückkehrt. Der Vorfall beschäftigt jetzt die Bezirksverordnetenversammlung in Friedrichshain-Kreuzberg.
Die Affäre begann 2022 mit einem Angebot an die Stadtwerke. Holt versprach zwölf neue Windparks im Umland von Berlin. Er wollte den Strom an zwei Versorger liefern. Holt zeigte Verträge, Karten und eine Liste mit Baukosten. Die Behörden fanden später keine gültigen Genehmigungen.
Holt nutzte eine Firma mit dem Namen Nordwind Energie. Das Register zeigt seit 2021 keine Geschäftszwecke für Windparks. Holt hatte in sozialen Medien mit Renderbildern und Zusagen geworben.
„Ein Betrüger kann schnell wieder in ein Verfahren rutschen.“ Das sagte Staatsanwalt Felix Berg. Die Verbraucherzentrale Berlin warnte am Dienstag vor neuen Verträgen. „Viele Opfer merken den Betrug erst nach der Rechnung.“ Das sagte Fachberaterin Nira Yildiz. „Er versprach sichere Arbeitsplätze und günstigen Strom.“ Das sagte eine Frau aus Wedding, die anonym bleiben wollte. „Ich halte die Wohnungstür immer verschlossen.“ Das sagte Marta Weiss aus Wedding. „Scham ist nach Betrug ein großes Problem.“ Das sagte Sozialberater Tobias Rabe. „Wir brauchen ein Warnsystem für alte Verträge.“ Das sagte Stadträtin Lea Sommer.
Das Polizeipräsidium prüft die Flucht. Das Landeskriminalamt sucht nach Verbindungen in Brandenburg. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft prüft die Versorger. Das Bezirksamt Moabit fragt die Hausverwaltungen ab.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Verurteilung | Vier Jahre Haft |
| Schaden | 4,3 Millionen Euro |
| Rückkehr | 12. April 2024 |
| Polizeistatistik | 386 Fälle 2024 |
| Betroffene Gruppen | Mieter, Rentner, kleine Gewerbe |
| Beratungsstellen | 41 Prozent mehr Energiebeschwerden |
Falsche Vertragsangaben können Betrug nach Paragraf 263 des Strafgesetzbuchs sein. Stromkonzerne müssen Verträge auf echte Anlagen prüfen. Ein Windpark braucht Grundstücksrecht, Baurecht und Netzanschluss. Die Genehmigung läuft über Land, Bezirk und Bund.
Die Zahlen stammen aus der polizeilichen Kriminalstatistik 2024. Die Angaben stehen in der Anklageschrift vom 9. Februar 2025. Das Protokoll der BVV vom 21. April bestätigt die Debatte.
In Berlin wohnen 3,9 Millionen Menschen. Viele ältere Menschen schließen Verträge an der Haustür ab. Nach der Verurteilung 2023 meldeten sich 72 Geschädigte. Die Beratungsstellen zählen seit 2024 41 Prozent mehr Energiebeschwerden.
Ich sprach mit vier Nachbarn in der Seestraße. Sie sagten, Holt traf sich dort mit einem Mann in grauem Mantel. Ich sah Holt im Zuschauerraum des Amtsgerichts. Einige Zuhörer lachten, als er über seine Firma sprach. Danach schwieg er vor Gericht.
Der Fall betrifft besonders Mieter, Rentner und kleine Gewerbe. Ältere Menschen in Moabit und Wedding sind oft leichter erreichbar. Die Angst vor neuen Haustürgeschäften stieg am 20. April um 15 Prozent. Vereine in Neukölln planen Beratungsstunden in der Stadtbibliothek. Eltern am Tempelhofer Feld fragen bei Stadtteilkaffees nach Sicherheit. Ein Verein richtet ein Telefon für verdächtige Anrufe ein. Die Beratungsstelle braucht dafür 34.000 Euro pro Jahr.
- Familien zahlen 800 Euro pro Monat für Strom.
- Falsche Anlagen versprechen eine Ersparnis von 12 Prozent.
- In Wahrheit bleibt der Strompreis oft hoch.
- Die Last tragen vor allem Menschen mit wenig Zeit für Prüfungen.
- Vulnerable Gruppen brauchen kurze Wege.
- Die Stadt prüft jetzt die alten Verträge und sucht Holt.
Die Abgeordneten debattierten die Frage am 21. April. Die SPD will mehr Kontrolle für Energieverträge. Die CDU fordert schnellere Haftstrafen bei Betrug. Die Grünen setzen auf digitale Warnhinweise für Haushalte. Die FDP verlangt mehr Wettbewerb bei Versorgern. Die Linke will Verbraucherämter in jedem Bezirk stärken.
Die Fraktionen einigen sich auf eine Sondergruppe. Der Stadtrat beschloss Mittel von 350.000 Euro. Die Mittel reichen für acht Stellen in drei Jahren. Die Verwaltung berichtet quartalsweise über Erfolge. Der Bericht zeigt Zahlen zu Ermittlungen, Anklagen und Rückfällen. Die Stadt stellte die Aufzeichnung ins Internet.
Leipzig führte 2024 nach einem ähnlichen Fall eine Warnkarte ein. München nutzt ein Onlineformular für Verdachtsmeldungen. Dresden setzt auf Hausbesuche durch Beratungsstellen. Hamburg bestraft Scheinfirmen schneller im Handelsregister. Köln schickt Warnungen an Haushalte mit hohem Risiko. Berlin hinkt bei Frühwarnungen noch hinterher.
Sie können verdächtige Angebote im Rathaus melden. Das Formular liegt bei jedem Bürgeramt. Die Hotline der Polizei ist täglich erreichbar. Die Beratungsstelle prüft Verträge mit Ihnen. Bürgerinitiativen treffen sich jeden Dienstag im Haus der Jugend. Sie können als Nachbar fragen, bevor jemand unterschreibt. Die Bezirksseniorenvertretung bietet Kurse zum Vertragsschutz an.
Die Staatsanwaltschaft prüft Haftbefehl für den 28. April. Die Staatsanwaltschaft aktualisiert den Prozessplan am 6. Mai. Die Sondergruppe legt ihren ersten Bericht im Juli vor. Die Beratungsstellen brauchen bis Oktober neue Räume. Die Stadt plant eine Warnaktion in allen Bezirken. Polizei und Verbraucheramt werden dafür Flyer verteilen.
Ob Holt wirklich nach Berlin kommt, entscheidet jetzt die Polizei. Der Betrug beginnt oft mit einem freundlichen Versprechen. Wer in Berlin einen neuen Windparkvertrag sieht, ruft zuerst das Bürgeramt an. Prüfen Sie Verträge immer mit einer zweiten Person.