Viva la Bernie steht kurz vor einer neuen Chance. Ein anonymer Spender will eine große Lücke schließen. Die Hofgemeinschaft kann ihr Spendenziel fast erreichen. Und trotzdem bleibt der Kauf weiter ungewiss.
Sie kennen den Hof vielleicht als wichtigen Ort. Er liegt in Altona-Altstadt, nahe der Straße Bernstorff. Die Adressen sind Bernstorffstraße 117 und Thadenstraße 102. Dort arbeiten Handwerker, Künstler und kleine Betriebe.
Seit Jahren wollen die Mieter den Hof selbst sichern. Sie wollen das ständige Pachten und Zittern hinter sich lassen. Sie wollen das Ensemble als eigene Gemeinschaft besitzen. In Altona gibt es solche Bürgerprojekte oft.
2023 entstand ein Modell, das vielen Hoffnung gab. Die Johann-Daniel-Lawaetz-Stiftung sollte den historischen Hof kaufen. Danach hätte die Hofgemeinschaft ihn per Erbpacht genutzt. Erbpacht bedeutet, dass die Gemeinschaft das Gelände lange nutzt, ohne es zu besitzen. Mit Nebenkosten wird eine Summe von über neun Millionen Euro fällig.
Doch die Stiftung brauchte einen Kredit. Dieser Kredit blieb bisher aus, wie die Sprecherin bestätigt. Zwischen Kaufpreis und Finanzmittel lag eine Lücke. Sie betrug ungefähr drei Millionen Euro. Die Hofgemeinschaft sollte diese Summe durch Spenden stemmen. Aus einem Plan von neun Monaten wurden drei Jahre. Die Eigentümer verlängerten Fristen, weil die Kampagne langsam lief. Dann setzten sie eine harte letzte Frist. Sie galt für den 31. Oktober.
Matthias Onken vertritt die beiden Berliner Eigentümer. Er sagte der MOPO: „Großer Respekt für die Hofgemeinschaft, das Ziel von rund drei Millionen Euro erreicht zu haben.” Er ergänzte: „Man sei bereit, sich mit allen Beteiligten zusammenzusetzen.” Onken will den Verkauf jetzt zügig klären.
Kurz vor der Frist kam die überraschende Wendung. Das Abendblatt hatte zuerst über einen Spender berichtet. Der Spender will 800.000 Euro beisteuern. Er möchte nach den bisherigen Berichten anonym bleiben. Diese Summe schließt die offene Finanzierungslücke fast.
Doch der Rest der Finanzierung bleibt das Problem. Die Sprecherin der Stiftung sagte: „Die Stiftung hat bisher keinen Kredit für ihren Teil des Preises bekommen.” Ohne diesen Kredit kann sie nicht als Käuferin auftreten. Deshalb ist der Kauf noch nicht sicher.
Jetzt muss die Stadt selbst eine Rolle klären. Sie könnte den Hof direkt als Käuferin übernehmen. Der Verkehrswert der Immobilie liegt bei über sechs Millionen Euro. Oder die Stadt könnte für einen Kredit bürgen. Dann könnte die Hofgemeinschaft das Ensemble selbst kaufen. Ob Hamburg einen dieser Wege wählt, ist offen.
| Aspekte | Details |
|---|---|
| Ort | Altona-Altstadt |
| Adressen | Bernstorffstraße 117, Thadenstraße 102 |
| Geplante Finanzierung | Über neun Millionen Euro |
| Fehlender Kredit | Ungefähr drei Millionen Euro |
| Involvierte Personen | Matthias Onken, Hofgemeinschaft |
| Sicherheitsfrist | 31. Oktober |
Ein Verkauf braucht Verträge, Bewertungen und klare Fristen. Ein Grundstücksverkauf braucht Notarverträge und Eintragungen im Grundbuch. Die Stadt muss prüfen, ob sie als Käuferin oder Bürgin auftritt. Falls sie bürgt, übernimmt sie auch ein Risiko. Das macht die Entscheidung politisch heikel. Die Bürgerinnen wollen eine transparente Rechnung sehen. Eine Bürgschaft der Stadt braucht politische Mehrheiten und eine klare Kostenrechnung.
Für die Anwohner sind die Folgen konkret. Es geht um Arbeitsplätze für Handwerk und Kunst. Es geht um Orte, an denen Kultur lebendig bleibt. Es geht um Mieten, die auch in Altona bezahlbar sind. Ein Verkauf an einen Investor könnte die Mieter gefährden.
- Erhalt von Arbeitsplätzen
- Erhalt kultureller Orte
- Bezahlbare Mieten
- Vermeidung von Investorendruck
- Stärkung der Nachbarschaft
- Förderung von Selbstorganisation
Solche Höfe sind typisch für ältere Hamburger Viertel. Sie bieten kleine Flächen für Proben, Reparatur und Werkstatt. Deshalb ist ihr Erhalt auch eine Frage der Stadtplanung. Wenn der Hof scheitert, fehlt bald ein Gebäude mit Geschichte. Werkstätten, Ateliers und Begegnungsflächen würden verschwinden. Das wäre ein Verlust für Altona. Der Druck könnte kleine Betriebe aus dem Stadtteil treiben. Die Stadt hätte damit weniger Orte für Selbstorganisation. Wenn der Hof hält, bleibt Kultur an einem bezahlbaren Ort. Künstler und Handwerker behalten Planungssicherheit. Der Stadtteil gewinnt einen festen Ort für nachbarschaftliche Arbeit.
Viva la Bernie zeigt ein häufiges Problem. Historische Hinterhöfe sind wirtschaftlich schwer zu halten. Kulturarbeit braucht Räume mit fairen Laufzeiten. Öffentliche Träger können helfen, aber nur mit klarer Finanzierung. Ein Kredit muss tragfähig und zeitnah sein. Ich erlebe in Altona seit Jahren, wie kleine Betriebe unter Druck stehen. Viele suchen Räume, die lange halten.
Die politische Diskussion betrifft auch die Stadtkasse. Ob die Stadt zahlt, bleibt offen. Die Frage ist, ob Hamburg ein kulturelles Projekt über Jahre stützt. Die Lawaetz-Stiftung gehört zum städtischen Kreis der Unterstützung. Ihr Name steht für soziale und kulturelle Arbeit in Hamburg. Deshalb sind die nächsten Entscheidungen öffentlich wichtig.
Bürgerinnen und Bürger können die Entwicklung verfolgen. Termine der Bezirksversammlung Altona sind öffentlich. Protokolle und Anträge helfen beim Nachvollziehen. Fragen können Sie an die Fraktionen im Bezirk richten. Wenn Sie die Lawaetz-Stiftung oder Finanzbehörde kontaktieren, brauchen Sie klare Fragen. Sie können etwa nach Kreditstand, Fristen und Folgen fragen. Öffentlicher Druck ist legitim, wenn er sachlich bleibt.
Die Hofgemeinschaft selbst bleibt sichtbar aktiv. Sie wirbt für den Zusammenhalt im Stadtteil. Sie hält das Ziel sichtbar, auch nach drei Jahren. In den nächsten Tagen braucht die Stadt eine klare Entscheidung. Wenn die Finanzierung trägt, kann der Hof bleiben. Wenn nicht, droht ein teurer Verlust im Altonaer Stadtbild.