Der Bauzaun wächst. Aus Containern und Gerüsten entsteht langsam eine eigene Architektur rund um St. Marien. Ab Montag ist Lübecks berühmteste Kirche für mindestens ein Jahr geschlossen. Die Sanierung beginnt. Ich gehe durch die Kirchenvorhalle und sehe die Vorbereitungen. Noch ist der Geruch von Stein und kaltem Holz in der Luft, bald wird Staub und Zement dominieren.
Pastor Robert Pfeifer wies darauf hin: „Wer St. Marien noch einmal in der heutigen Form erleben möchte, sollte die Zeit nutzen, denn so wie jetzt wird unsere Kirche nie wieder aussehen.” Das stimmt. Ein 29 Millionen Euro schwerer Umbau verändert den Raum. Eine fast 20 Meter hohe Wand wird den Innenraum vom Eingang trennen. Sie wird Fenster haben. So bleibt der Bau ein Stück weit transparent. „Der Eingangsbereich soll weiter zugänglich sein,” sagte Pfeifer. Menschen sollen die Arbeiten sehen können. Diese Idee gefällt mir. Sie macht aus der Not eine Art öffentliche Werkstatt.
Architektin Christine Johannsen erklärte den Umfang. „Wir arbeiten uns abschnittsweise durch einen großen und hochkomplexen Kirchenraum.” Es geht nicht nur um Reparatur. Sie bauen eine Fußbodenheizung ein. Dafür heben sie den historischen Boden ab. Jeder alte Ziegelstein wird geborgen und später wieder verlegt. Ich erinnere mich an kalte Wintergottesdienste hier. Eine angenehme Grundwärme wird den Raum verändern, ohne seine Atmosphäre zu zerstören. Besonders spannend wird der Rückbau des Hochchors. Archäologen erwarten dort neue Funde.
Die Gemeinde zieht für diese Zeit um. Zuerst in die kleine Briefkapelle, dann nach St. Jakobi. Ein Provisorium für viele Jahre. Erst 2030 oder 2031 wird alles fertig sein. Diese lange Bauzeit erfordert Geduld. Sie zeigt aber auch den Respekt vor diesem Weltkulturerbe. Jeder Schritt wird genau bedacht. Das ist gut so. Denn am Ende wird St. Marien nicht nur saniert sein. Sie wird eine neue, alte Geschichte erzählen können, die gerade erst unter dem Boden gefunden wird.
- Umbaukosten von 29 Millionen Euro
- 20 Meter hohe Wand im Innenraum
- Einbau einer Fußbodenheizung
- Rückbau des Hochchors
- Umzug der Gemeinde in Provisorien
- Fertigstellung erwartet in 2030 oder 2031
| Element | Details |
|---|---|
| Kosten | 29 Millionen Euro |
| Wandhöhe | 20 Meter |
| Fußbodenheizung | Ja |
| Rückbau des Hochchors | Erwartete Funde |
| Umzug | In Briefkapelle und St. Jakobi |
| Fertigstellung | 2030 oder 2031 |