Auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg hätte eigentlich alles vorbei sein sollen. Die Demo mit dem selbstbewussten Titel «Gen Z regelt» war offiziell beendet, die Menge löste sich langsam auf. Dann, am Samstagabend, gab es einen lauten Knall, gefolgt von Schreien. Unbekannte hatten eine Silvesterbatterie gezündet. Was als dumpfer Knall begann, endete in Verletzung und Schock.
Die Batterie, wohl unsachgemäß behandelt, fiel um. Ihr Feuerstrahl traf zwei Menschen: ein Kind und eine Polizistin, die dort ihren Dienst tat. Rettungskräfte eilten sofort herbei. Das Kind, völlig verängstigt, erlitt einen Schock. Zum Glück war der Weg ins Krankenhaus nicht nötig. Das Ausmaß der Verletzungen der Beamtin war zunächst nicht klar. Ein abrupter, sinnloser Schlusspunkt für eine Demonstration, die Stunden zuvor mit 6700 Teilnehmern friedlich begonnen hatte. Die Polizei spricht von einer Lage, die nach dem offiziellen Ende «teilweise aus dem Ruder» geriet.
Dieser Vorfall wirft harte Fragen auf, die weit über diesen einen Abend hinausgehen. Er zeigt ein Problem, das unsere Stadt seit Jahren begleitet. Pyrotechnik bei Demonstrationen ist kein Kavaliersdelikt. Sie ist illegal, gefährlich und stellt eine konkrete Bedrohung für alle dar, die sich in der Nähe aufhalten. Hier traf es ein Kind und eine Person, die einfach nur ihren Job macht. Es hätte jeden treffen können. Sie als Anwohner, Sie als Passant, Sie als Teilnehmer der Demo.
- Die Hamburger Polizei hat in der Vergangenheit immer wieder betont, wie schwer es ist, den Einsatz von Pyrotechnik zu verhindern.
- Argumentiert wird mit den schieren Menschenmassen und der Anonymität in der Menge.
- Die Verantwortung für öffentliche Sicherheit hört nicht auf, wenn der Lautsprecherwagen abdreht.
- Die Stadtverwaltung und die Polizei müssen hier klarer werden.
- Wie kann die Strafverfolgung bei solchen Vorfällen beschleunigt werden?
- Diese Debatte ist überfällig.
Der Vorfall auf dem Heiligengeistfeld ist symptomatisch für eine Haltung, die wir als Gesellschaft nicht länger akzeptieren dürfen. Die Message der Demo lautete «Gen Z regelt». Doch wer regelt eigentlich, wenn die eigene Party andere in Gefahr bringt? Verantwortung endet nicht bei der eigenen politischen Message. Sie beginnt beim Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit des Gegenübers, ob das nun ein Kind oder eine Polizistin ist.
| Thema | Fragen |
|---|---|
| Pyrotechnik | Wie kann der Einsatz von Pyrotechnik verhindert werden? |
| Öffentliche Sicherheit | Wann endet die Verantwortung der Veranstalter? |
| Strafverfolgung | Wie kann diese beschleunigt werden? |
| Verkauf von Pyrotechnik | Sind schärfere Kontrollen erforderlich? |
| Veranstalterpflichten | Sollten diese auch nach dem offiziellen Programm übernommen werden? |
| Gesellschaftliche Haltung | Wie können wir diese verändern? |
Für die Hamburger Politik bedeutet das, nicht wegzusehen. Der Innensenator muss sich diesem Thema stellen. Braucht es schärfere Kontrollen beim Verkauf von Pyrotechnik in der Umgebung von angemeldeten Veranstaltungen? Sollten Veranstalter stärker in die Pflicht genommen werden, auch für die Phase nach ihrem offiziellen Programm? Diese Debatte ist überfällig.
Was bleibt, ist das Bild eines verletzten Kindes auf einem Feld, auf dem eigentlich nur diskutiert werden sollte. Das ist das eigentliche Versagen dieses Abends. Die Gen Z, wie jede Generation vor ihr, muss lernen, dass Regeln nicht etwas sind, was andere brechen. Sie sind der Kitt, der ein friedliches Miteinander in einer dicht besiedelten Stadt wie Hamburg überhaupt möglich macht. Die Stadt sollte jetzt reagieren, nicht erst, wenn beim nächsten Mal noch Schlimmeres passiert. Ihre Sicherheit sollte nie der Kollateralschaden einer politischen Aussage sein.