Die chinesische Fluggesellschaft Juneyao Air prüft ernsthaft, die Strecke Hamburg-Shanghai wieder aufzunehmen. Das bestätigte eine Sprecherin der Hamburg Marketing GmbH unserer Redaktion. Seit 2019 gab es keine Direktverbindung mehr zwischen den Partnerstädten. Die Diskussion über eine Rückkehr des Fluges läuft, doch eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Hamburg und Shanghai verbindet eine besondere Geschichte. Vor genau vierzig Jahren, 1984, unterzeichneten sie ihre Städtepartnerschaft. Sie war eine der ersten dieser Art zwischen Deutschland und China. Seither haben sich zahlreiche wirtschaftliche und kulturelle Bande entwickelt. Über 500 Hamburger Unternehmen sind in China aktiv. Viele davon haben ihren Sitz in der Wirtschaftsmetropole Shanghai. Der rege Austausch macht eine zuverlässige Luftverkehrsanbindung besonders wichtig.
Aus Sicht der Hamburger Wirtschaft wäre die Rückkehr der Direktflüge ein starkes Signal. «Eine nonstop-Verbindung ist mehr als nur ein Transportmittel», erklärt Janina Tewaag von der Handelskammer Hamburg. «Sie ist ein Symbol für die enge Verbindung und erleichtert Geschäftsreisen und persönliche Kontakte enorm.» Die Kammer vertritt die Interessen von rund 150.000 Mitgliedsunternehmen. Für sie steht die Strecke ganz oben auf der Wunschliste.
Auch der Hamburger Flughafen blickt zuversichtlich auf die Entwicklung. «Wir stehen in engem Austausch mit verschiedenen Airlines, darunter auch Juneyao Air», sagte ein Flughafensprecher. «Das Interesse an der Strecke Hamburg-Shanghai ist auf beiden Seiten vorhanden.» Der Flughafen verweist auf seine gute Infrastruktur und die zentrale Lage in Norddeutschland als Pluspunkte.
Die letzte Direktverbindung wurde von der chinesischen Airline Air China betrieben. Sie stellte den Flugbetrieb 2019 ein, offiziell aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Dahinter standen jedoch auch die globalen Einschränkungen während der Corona-Pandemie. Seitdem müssen Reisende zwischen Hamburg und Shanghai mindestens einmal umsteigen, meist in Frankfurt, München oder einem europäischen Drehkreuz wie Paris oder Amsterdam. Das verlängert die Reisezeit oft um mehrere Stunden.
Für Geschäftsleute, Studierende und Familien ist das ein echter Nachteil. «Der fehlende Direktflug ist ein spürbares Hindernis», sagt Chen Zhang, der seit fünfzehn Jahren in Hamburg lebt und regelmäßig beruflich nach Shanghai reist. «Die Reise wird anstrengender und unkalkulierbarer, gerade wenn man Gepäck hat oder Termine kurz hintereinander liegen.» Er hofft wie viele andere in der deutsch-chinesischen Gemeinschaft der Stadt auf eine baldige Wiederaufnahme.
Die Entscheidung liegt nun bei der Fluggesellschaft und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Juneyao Air muss die Nachfrage auf der Strecke genau analysieren. Dazu zählen:
- Buchungszahlen für Umsteigeverbindungen
- Entwicklung der Geschäftsbeziehungen zwischen Norddeutschland und China
- Verfügbarkeit von Flugzeugen
- Verfügbarkeit von Piloten
- Behördliche Genehmigungen auf beiden Seiten
- Allgemeine Nachfrage nach Direktflügen
Eine Rückkehr könnte schon im kommenden Jahr 2025 möglich sein. Das wäre ein würdiges Geschenk zum vierzigjährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft. Die Chancen stehen nicht schlecht. Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und China normalisieren sich wieder nach einer Phase der Verunsicherung. Und Hamburg bleibt mit seinem großen Hafen und der exportorientierten Wirtschaft ein natürlicher Partner für Shanghai.
Die Stadt Hamburg selbst unterstützt die Bestrebungen aktiv. Die Hamburg Marketing GmbH, die für das Stadtmarketing zuständig ist, begleitet die Gespräche. «Eine Direktflugverbindung ist ein wichtiger Standortfaktor», stellt eine Sprecherin klar. «Sie stärkt unsere internationale Sichtbarkeit und fördert den Austausch in allen Bereichen.»
Sollte Juneyao Air grünes Licht geben, würden voraussichtlich mehrmals pro Woche Flüge angeboten. Das würde Hamburgs Anbindung an Asien erheblich verbessern. Bisher gibt es nur eine Handvoll Langstreckendirektflüge vom Hamburger Airport, etwa nach Newark in den USA oder nach Dubai. Eine Verbindung nach Shanghai wäre die erste regelmäßige Direktroute nach Ostasien.
Für Sie als Hamburger Bürger bedeutet das mehr Wahlfreiheit. Sie könnten dann bequem von Ihrem Heimatflughafen aus nach Shanghai starten, ohne das zeitraubende Umsteigen. Das ist nicht nur für Geschäftsreisende ein Gewinn. Auch Touristen, die die Mega-City Shanghai und die umliegende Region erkunden wollen oder Familien, die Verwandte besuchen, profitieren direkt.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Die Fluggesellschaft wird ihre Pläne finalisieren und gegebenenfalls Flugzeuge für die Route einplanen. Der Hamburger Flughafen wird die nötigen Vorbereitungen treffen. Und die vielen Menschen, die auf diese Verbindung warten, können ihren Kalender im Auge behalten. Die Rückkehr des Direktflugs wäre ein deutliches Zeichen. Es zeigt, dass die lebendige Partnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai auch nach vierzig Jahren noch viel Potential hat. Und dass Ihre Stadt als internationales Tor weiter an Bedeutung gewinnt.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Zeitpunkt der Rückkehr | Voraussichtlich 2025 |
| Verbindung | Direktflug Hamburg – Shanghai |
| Aktuelle Situation | Umsteigeverbindung erforderlich |
| Wirtschaftliche Bedeutung | Ökonomischer Austausch stärken |
| Unterstützung | Hamburg Marketing GmbH |
| Interesse von Airlines | Juneyao Air und andere Airlines |