Die Luft ist gefüllt mit dem vertrauten Summen des Sommers. Doch für Imker und Gartenbesitzer schwingt in Baden-Württemberg eine neue, besorgniserregende Note mit: das der Asiatischen Hornisse. Mit über 1.400 gemeldeten Nestern bis Ende Juli ist ihre Ausbreitung kaum zu übersehen. Sie gilt nun offiziell als „etabliert“ – eine Rückstufung, die für viele nach Resignation klingt. Doch gleichzeitig formiert sich bemerkenswerter Widerstand. Immer mehr geschulte Nestentferner stellen sich der invasiven Art entgegen.
Die Bekämpfung ist aufwendig. Für die großen Sekundärnester, die hoch in Bäumen hängen, setzen Profis heute oft lange Lanzen mit Heißwasserdampf oder Aktivkohlestaub ein. „Jede Hornisse, die ich im Frühjahr fange, ist eine Königin und damit ein ganzes Volk weniger im Sommer“, erklärt Imker Wolfgang Schramm aus Karlsdorf-Neuthard. Ich erinnere mich an einen Nachbarn, der verzweifelt vor seinem geschwächten Bienenstock stand – stummes Zeugnis wiederholter Hornissenangriffe. Die finanzielle Förderung des Landes für Nestentfernungen ab September ist daher ein wichtiges Signal. Sie soll unseriösen Anbietern den Wind aus den Segeln nehmen, die mit überhöhten Rechnungen hausieren gehen.
Die Unterscheidung ist entscheidend. Die heimische Hornisse, nachtaktiv und streng geschützt, darf nicht mit der tagaktiven, dunkleren Vespa velutina verwechselt werden. Eine Bürgerinitiative im Kreis Karlsruhe verteilte deshalb im Frühjahr Locktöpfchen, um junge Königinnen gezielt abzufangen – natürlich mit größter Vorsicht, um keinen Beifang zu riskieren. Die gute Nachricht: Die Zahl der qualifizierten Bekämpfer wächst stetig.
- Besorgniserregende Ausbreitung der Asiatischen Hornisse
- Finanzielle Förderung für Nestentfernungen ab September
- Unterscheidung zwischen heimischen Hornissen und Vespa velutina
- Schulung geschulter Nestentferner
- Gemeinsamer Einsatz von Behörden und Bürgern
- Wachsames Management statt Panikmache
Auch wenn eine vollständige Ausrottung wohl nicht mehr möglich ist, zeigt der gemeinsame Einsatz von Behörden, Imkern und Bürgern Wirkung. Es geht nicht um Panikmache, sondern um wachsames Management. Der Schutz unserer heimischen Arten, vor allem der Honigbienen, bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe, die jeden Garten und jede Terrasse betrifft.
| Asiatische Hornisse | Heimische Hornisse |
|---|---|
| Tagaktiv | Nachtaktiv |
| Vespa velutina | Streng geschützt |
| Invasive Art | Indigene Art |
| Gefährlich für Honigbienen | Wichtige Bestäuber |
| Förderung für Bekämpfung | Schutzmaßnahmen notwendig |