Die Bankfiliale am Hauptbahnhof von Gelsenkirchen steht noch immer im Schatten des Geschehenen. Passanten schauen verunsichert zur abgesperrten Eingangstür. Drei maskierte Täter hatten hier gestern einen brutalen Raubüberfall verübt. Die Erschütterung sitzt tief im Stadtviertel.
«So etwas erleben zu müssen, hinterlässt Spuren bei Betroffenen und in der ganzen Nachbarschaft», erklärt Kriminalpsychologin Dr. Maria Berger. Die Täter hatten nicht nur Bargeld erbeutet, sondern auch gezielt Schrecken verbreitet. Nach Polizeiangaben konnten sie unerkannt fliehen. Eine großangelegte Fahndung läuft.
Gestern war ich selbst auf dem Weg zum Bahnhof, als Polizeisirenen die Luft zerrissen. Der Schock war den Menschen anzusehen. Eine ältere Dame erzählte mir zitternd, sie hätte nur 20 Minuten vorher noch Geld abgehoben.
Überfälle auf Geldinstitute sind selten geworden. Die meisten Täter schrecken vor modernen Sicherheitssystemen zurück. Dieser Fall zeigt jedoch die anhaltende Dreistigkeit organisierter Kriminalität.
In Gelsenkirchen wandelt sich nun etwas. Menschen verabreden sich zum gemeinsamen Bankbesuch. Die Verunsicherung schweißt zusammen. Der Vorfall erinnert uns daran, wie zerbrechlich unser Sicherheitsgefühl manchmal ist – und wie wichtig der Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft bleibt.