Der Berliner Wahlkampf ist nicht mehr zu übersehen. Seit Mittag hängen an Tausenden Laternenmasten in allen Stadtteilen die ersten Wahlplakate. Damit beginnt die entscheidende Phase im Rennen um das Abgeordnetenhaus und die Bezirksparlamente. Am 20. September wird gewählt.
Das Bild ist in ganz Berlin gleich: Von den breiten Alleen in Charlottenburg bis zu den engen Straßen in Neukölln, von den ruhigen Wohnvierteln in Pankow bis zu den belebten Plätzen in Friedrichshain werden die grauen Masten bunt. Parteimitglieder und Unterstützer waren seit dem Vormittag unterwegs, um pünktlich um 12 Uhr die Plakate anzubringen. Neu in diesem Jahr: Der Startschuss fiel nicht mehr um Mitternacht, sondern am helllichten Tag. Der Berliner Senat hatte das Straßengesetz geändert, um den nächtlichen Einsatz zu beenden. Wer zu früh anfing, riskiert ein Bußgeld der Ordnungsämter.
Allein die sieben größten Parteien – SPD, CDU, Grüne, Linke, AfD, FDP und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) – wollen mit fast einer Viertelmillion Plakaten um Stimmen werben. Das sind Tausende pro Bezirk. Die Spitzenkandidaten waren selbst vor Ort, um mit anzupacken. Für die Berliner SPD hing Steffen Krach in Steglitz Plakate auf. Die Grünen schickten Werner Graf nach Reinickendorf. In Kreuzberg war Elif Eralp für die Linke aktiv, und in Steglitz plakatierte auch die AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker. Für die CDU half der neue kommissarische Generalsekretär Lukas Krieger mit.
Hinter den bunten Motiven und Slogans steht der harte Kampf um die politische Zukunft der Stadt. Die Themen, die Berlin bewegen, sind auf den Plakaten nur angedeutet. Es geht um:
- die bezahlbare Miete
- Sicherheit
- saubere Straßen
- die Zukunft der Schulen
- die Kitas
- den öffentlichen Nahverkehr
Jede Partei versucht, mit ihrem Plakat die größten Sorgen und Hoffnungen der Berlinerinnen und Berliner anzusprechen. Die Menge der Plakate zeigt, wie wichtig diese Wahl ist. Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) führt eine schwierige Koalition aus SPD, Grünen und Linken. Die Koalition steht unter Druck, die Probleme der Stadt in den Griff zu bekommen. Die CDU, derzeit in der Opposition, hofft auf einen Regierungswechsel. Die kleinen Parteien buhlen um den Einzug ins Parlament. Für die Bürgerinnen und Bürger sind die Plakate der erste, allgegenwärtige Kontakt mit diesem Wahlkampf. Sie prägen das Stadtbild für die nächsten sieben Wochen bis zum Wahltag.
Jetzt liegt es an den Wählerinnen und Wählern, hinter die plakativen Versprechen zu schauen. In den kommenden Wochen werden die Parteien ihre Programme detailliert vorstellen. Es folgen Debatten, Stadtteilfeste und Tür-zu-Tür-Gespräche. Die Plakate sind nur der Auftakt. Sie markieren den Start in eine intensive Zeit, in der sich entscheidet, wer Berlin in den nächsten fünf Jahren regieren und welche Richtung die Stadt einschlagen wird. Die Laternenmasten tragen ab jetzt nicht mehr nur Licht, sondern auch die Botschaften für die Zukunft der Hauptstadt.
| Partei | Spitzenkandidat | Bezirk |
|---|---|---|
| SPD | Steffen Krach | Steglitz |
| Grüne | Werner Graf | Reinickendorf |
| Linke | Elif Eralp | Kreuzberg |
| AfD | Kristin Brinker | Steglitz |
| CDU | Lukas Krieger | – |
| BSW | – | – |