Sie planen eine große Eishockey-Party. Sie laden alle ein. Dann erfahren Sie, dass ein umstrittener Gast kommt. Die Stimmung kippt. So ungefähr steckt der Deutsche Eishockey-Bund gerade in der Zwickmühle. Die Weltmeisterschaft 2025 in deutschen Arenen droht am politischen Konflikt um Russland zu zerbrechen. Es geht plötzlich nicht mehr nur um Sport.
Frank H. Lutz, der DEB-Vorstandsvorsitzende, bringt das Undenkbare auf den Tisch. «Natürlich müssen wir uns mit der Option beschäftigen, dass wir diese WM zurückgeben», sagt er im TV-Interview. Der Grund ist nüchtern. Es geht um Geld. Sollte Russland nach einem internationalen Schiedsspruch tatsächlich antreten, entstehen komplett neue Kosten. Vor allem für Sicherheitsmaßnahmen. «In ein wirtschaftliches Risiko, das wir nicht mehr stemmen können, können wir uns nicht begeben», erklärt Lutz. Ich erinnere mich an frühere Großevents, wo Budgets schnell gesprengt wurden. Hier kommt eine unkalkulierbare politische Dimension dazu.
Die Verantwortlichen müssen jetzt mehrere Fronten bedienen. Lutz betont, es sei «eine politische Entscheidung». Er will nächste Woche nach Berlin fahren, um mit der Bundesregierung zu sprechen. Gleichzeitig wartet der Verband auf den Weltverband IIHF. Der muss klären, ob und wie Russland überhaupt am Turnier teilnimmt. Kanada zeigt bereits klare Kante. Das Land wird für die U20-WM Ende des Jahres keine Visa an russische Teams vergeben. Ob Deutschland diesem Beispiel folgt, ist völlig offen. «Da habe ich überhaupt noch kein Gefühl für», räumt Lutz ein.
- Unsicherheit im Organisieren
- Finanzielle Risiken
- Sicherheitsmaßnahmen
- Politische Dimension
- Teilnahme Russlands
- Logistik der Veranstaltung
Am Ende steht eine einfache, aber schwierige Frage. Kann ein Sportfest wie diese WM noch als reines Sportfest stattfinden, wenn ein Teilnehmer einen internationalen Konflikt symbolisiert? Die Organisatoren brauchen dringend Klarheit. Sie brauchen sie für die Logistik, für die Finanzierung, für die Sicherheit. Derzeit haben sie keine. Diese Unsicherheit ist das größte Risiko für das Turnier. Es zeigt, wie sehr sich Sport und Weltpolitik heute vermischen. Ein Spiel auf dem Eis wird zum Spiel mit hohen Einsätzen abseits der Bande.
| Aspekte | Details |
|---|---|
| Sicherheitskosten | Neue Kosten durch mögliche Russland-Teilnahme |
| Politische Einflussnahme | Entscheidung über Teilnahme in Berlin |
| Wirtschaftliche Risiken | Risiko von budgetären Überschreitungen |
| Internationaler Konflikt | Symbolik der Teilnahme Russlands |
| Visa-Vergabe | Kanada verweigert Visa an russischen Teams |
| Logistische Klarheit | Notwendig für Durchführung des Turniers |