Der Bus hält. Sie steigen ein. Sie suchen nach dem Kleingeld. Der Fahrer schüttelt den Kopf. „Nur noch Karte oder Handy“, sagt er. Diese Situation wird bald Alltag in Dortmund. Münzen und Scheine verlieren in Bussen und Bahnen ihre Gültigkeit. Für viele ältere Menschen ist das eine große Hürde. Eine Informationsveranstaltung der Stadtwerke Dortmund zeigte das deutlich. Über hundert Seniorinnen und Senioren kamen. Sie wollten lernen, wie man digital Tickets kauft. Die Nachfrage war so groß, dass die Plätze schnell weg waren.
Der vollständige Abschied vom Bargeld im Nahverkehr ist für 2025 geplant. Die Stadtwerke Dortmund bereiten diesen Schritt seit Monaten vor. Sie sprechen von mehr Effizienz und schnellerem Fahrgastfluss. Für Jüngere ist das oft nur ein kleiner Tap auf das Smartphone. Für eine ganze Generation bedeutet es jedoch, eine neue Technologie zu meistern. Das fängt bei einfachen Fragen an:
- Welche App brauche ich?
- Wo finde ich sie?
- Wie bezahle ich darin sicher?
- Was mache ich, wenn ich kein Internet habe?
- Wie kann ich Hilfe bekommen?
- Wo sind die nächsten Verkaufsstellen?
Die Unsicherheit ist groß. Viele fürchten, den Anschluss zu verlieren und nicht mehr mobil zu sein.
Bei der Infoveranstaltung im Stadthaus saßen die Menschen konzentriert vor ihren Geräten. Mitarbeiter der Stadtwerke gingen von Platz zu Platz. Sie erklärten geduldig jeden Schritt. Vom Herunterladen der „DSW21“-App bis zum Buchen des ersten Tickets. „Ich habe ein Smartphone von meinen Enkeln geschenkt bekommen“, erzählte eine Teilnehmerin. „Aber ich traue mich kaum, es zu benutzen. Jetzt muss ich es wohl lernen.“ Eine andere Seniorin zeigte auf ihr altes Handy ohne Internet. „Was mache ich denn jetzt?“ Für sie bleibt vorerst nur die Möglichkeit, eine preiswerte Zeitkarte am Automaten mit Karte zu ziehen oder auf die wenigen verbliebenen Verkaufsstellen auszuweichen.
Die Stadtwerke wissen um diese Probleme. Sie verweisen auf alternative Lösungen. Die wiederaufladbare „Switch“-Karte wird es weiterhin geben. Man kann sie online, an Automaten oder in Servicecentern aufladen. Auch Monats- oder Jahreskarten werden in physischer Form erhältlich sein. Der klassische Einzelfahrschein für eine spontane Fahrt wird aber fast nur noch digital existieren. Genau hier liegt die größte Hürde für die spontane Mobilität vieler Älterer. Die stellvertretende Bürgermeisterin Daniela Schneckenburger betont die soziale Dimension. „Mobilität ist Teilhabe. Wir dürfen niemanden zurücklassen.“ Die Stadt fördert daher Schulungen in Seniorentreffs und Begegnungsstätten.
Ein Blick in andere Städte zeigt gemischte Erfahrungen. Frankfurt und Köln sind auf demselben Weg. Dort klagen Seniorenverbände schon länger über die „digitale Schranke“. Oft fehlt es an persönlicher, niedrigschwelliger Hilfe. In Dortmund soll das besser laufen. Die erfolgreiche Infoveranstaltung ist nur der Anfang. Ein mobiles Schulungsteam der Stadtwerke ist geplant. Es soll direkt in die Stadtteile kommen, in die Gemeindehäuser und Clubs. Das ist dringend nötig. Denn die Technik allein löst das Problem nicht. Es braucht Vertrauen und menschliche Geduld.
Für Sie als Dortmunder Bürger bedeutet diese Veränderung praktische Dinge. Prüfen Sie, wie Sie heute Tickets kaufen. Nutzen Sie noch oft Bargeld für Einzelfahrten? Dann ist jetzt der Zeitpunkt, sich umzustellen. Laden Sie die DSW21-App auf ein internetfähiges Handy. Tun Sie das gemeinsam mit einem Familienmitglied oder Nachbarn. Besuchen Sie eines der Servicecenter der Stadtwerke. Die Mitarbeiter dort helfen Ihnen weiter. Fragen Sie in Ihrem Seniorentreff nach, ob eine Schulung geplant ist. Wenn nicht, können Sie selbst eine anregen. Die Stadtwerke zeigen sich hier kooperationsbereit.
Die letzte Barriere ist oft die Angst vor Fehlern. Was passiert, wenn ich aus Versehen das falsche Ticket buche? Was, wenn mein Akku leer ist? Die Stadtwerke geben Entwarnung. Kontrolleure werden in der Übergangszeit ein besonderes Auge auf ältere Fahrgäste haben. Sie können in den allermeisten Fällen nachvollziehen, ob ein ehrlicher Fehler passiert ist. Für den leeren Akku empfiehlt sich die physische Switch-Karte als zuverlässiger Backup. Sie funktioniert immer.
Der Abschied vom Bargeld im Nahverkehr ist unumkehrbar. Er bringt Tempo und moderne Abläufe. Für Dortmund geht es jetzt darum, diesen Fortschritt sozial zu gestalten. Die große Nachfrage nach Hilfe ist ein klares Signal. Ältere Menschen wollen mobil bleiben. Sie brauchen nur ein wenig Unterstützung, um den Schritt in die digitale Ticketzukunft zu schaffen. Die Verantwortung liegt bei den Stadtwerken und der Kommunalpolitik. Sie müssen sicherstellen, dass ihre Schulungen nicht nur in der Innenstadt, sondern in allen Stadtteilen wie Scharnhorst, Hombruch oder Mengede ankommen. Die nächste Infoveranstaltung ist schon in Planung. Sie wird wieder schnell ausgebucht sein.
| Stadt | Erfahrungen | Herausforderungen |
|---|---|---|
| Dortmund | Hohe Nachfrage nach Schulungen | Digitale Schranke für Senioren |
| Frankfurt | Gemischte Reaktionen | Mangel an persönlicher Hilfe |
| Köln | Ähnliche Probleme | Digitale Hürden |
| Berlin | Erfolgreiche Implementierung | Widerstand gegen digitale Lösungen |
| München | Effizienter Umstieg | Schulungslücken für Ältere |
| Stuttgart | Hohe Akzeptanz | Technologische Barrieren |