Seit mehr als einem Jahr können die Schüler der 30. und 120. Grundschule in Dresden-Striesen ihre Turnhalle und den Werkraum nicht nutzen. Ein Wasserschaden hatte im Januar 2023 beide Bereiche unbenutzbar gemacht. Nach mehreren Verzögerungen bei den Sanierungsarbeiten warten Kinder, Eltern und Lehrer weiterhin auf eine Lösung.
Der Schaden trat auf, als ein Rohr in der Decke des Werkraums platzte. Das Wasser drang in den Boden ein und beschädigte die darunterliegende Turnhalle erheblich. Besonders der Sportboden wurde in Mitleidenschaft gezogen. «Die Situation ist für alle Beteiligten frustrierend», sagt Schulleiterin Karin Weber. «Unsere Kinder müssen seit über einem Jahr für den Sportunterricht zu anderen Einrichtungen pendeln.»
Nach Angaben der Stadtverwaltung Dresden gestalten sich die Reparaturarbeiten komplizierter als zunächst angenommen. «Wir mussten feststellen, dass nicht nur der sichtbare Wasserschaden behoben werden muss, sondern auch die Bausubstanz tiefergehende Probleme aufweist», erklärt Thomas Schmidt vom Schulverwaltungsamt. Die Trocknungsarbeiten hätten länger gedauert als geplant, und während der Untersuchungen seien weitere Mängel entdeckt worden.
Der Elternrat der Schulen zeigt sich besorgt über die andauernde Situation. «Der Sportunterricht findet momentan in einer Ausweichturnhalle statt, die fast 20 Minuten Fußweg entfernt liegt», berichtet Julia Neumann vom Elternrat. «Das bedeutet, dass von einer 45-minütigen Sportstunde oft nur 20 Minuten für tatsächlichen Unterricht bleiben.» Auch der Werkraum, wichtig für den praktischen Unterricht in mehreren Fächern, fehlt den Kindern sehr.
Die Stadt Dresden hat für die Sanierungsarbeiten mittlerweile zusätzliche Mittel bereitgestellt. Nach aktueller Planung sollen die Arbeiten bis zum Beginn des neuen Schuljahres im August 2024 abgeschlossen sein. «Wir tun alles, um diesen Zeitplan einzuhalten», versichert Schmidt. «Die Ausschreibungen für die Sanierungsarbeiten laufen bereits.»
Für die rund 400 betroffenen Grundschüler bleibt die Situation vorerst schwierig. Der Förderverein der Schule hat eine Initiative gestartet, um zumindest einige bewegungsfördernde Projekte auf dem Schulhof umzusetzen. «Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen», sagt Lehrerin Stefanie Krause. «Aber nichts kann eine funktionierende Turnhalle ersetzen, besonders in den Wintermonaten.»
Experten der Bildungsgewerkschaft GEW betonen die Wichtigkeit von Sportunterricht für Grundschulkinder. «Gerade in den ersten Schuljahren ist regelmäßige Bewegung entscheidend für die motorische und kognitive Entwicklung», erklärt Bildungsexperte Martin Schulz. «Lange Wege zu Ausweichstandorten sind keine dauerhafte Lösung.»
Während des kommenden Frühjahrs und Sommers sollen die Hauptarbeiten stattfinden. Die Stadtverwaltung verspricht, die Schulgemeinschaft regelmäßig über den Fortschritt zu informieren. Bis dahin müssen die Dresdner Grundschüler weiterhin improvisieren – eine Situation, die Geduld von allen Beteiligten fordert.