Am Samstagabend im Rudolf-Harbig-Stadion: Pyrotechnik fliegt durch die Luft, Fans stürmen das Spielfeld. Der Schiedsrichter unterbricht die Partie zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC. 750 Polizisten versuchen, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Solche Bilder kennen wir leider zur Genüge. Doch diesmal könnte es anders werden.
Sachsens Innenminister Armin Schuster findet deutliche Worte: „Es reicht endgültig! Die Vereine und die Fußballspitze müssen mit drakonischen Konsequenzen reagieren.» Seine Kritik sitzt. Bisherige Maßnahmen seien „Wischiwaschi» gewesen. Und tatsächlich: Während Hertha-Boss Peter Görlich und Dresdens Stephan Zimmermann vermitteln wollten, machten Gewalttäter ihre Bemühungen zunichte. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung.
Ich erinnere mich an friedliche Stadionbesuche meiner Kindheit. Heute braucht es 750 Beamte aus drei Bundesländern. „Das wird definitiv so nicht bleiben», kündigt Schuster an. Strengere Stadionverbote und personalisierte Tickets stehen im Raum. Der DFB hat Ermittlungsverfahren eingeleitet. Beide Klubs müssen mit empfindlichen Strafen rechnen.
Der Fußball steht an einem Scheideweg. Entweder die Vereine bekommen die Ultras in den Griff. Oder der Staat greift härter durch. Fans, die ihre Leidenschaft friedlich ausleben, verdienen besseren Schutz. Die Mehrheit will einfach nur Fußball erleben. Ohne Angst, ohne Gewalt.