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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Düsseldorf > Düsseldorferin Chelsea Roussiekan triumphiert im Kajak
Düsseldorf

Düsseldorferin Chelsea Roussiekan triumphiert im Kajak

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: Juli 27, 2026 5:00 p.m.
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Contents
Die Sonne spiegelt sich auf dem glatten Wasser des Baldeneysees in Essen, aber Chelsea Roussiekan hat keinen Blick für die Idylle. Ihr Blick ist auf die 500 Meter lange Strecke gerichtet, ihr ganzer Körper angespannt. Es ist der Finaltag der deutschen Kajak-Meisterschaften 2025, und die junge Düsseldorferin steht am Start. Gegen sie: die etablierte Favoritin Pauline Jagsch. Ein Signal ertönt, die Paddel schlagen ins Wasser, und Chelsea Roussiekan liefert ab. Mit einer kraftvollen, technisch nahezu perfekten Vorstellung überrascht sie die Konkurrenz und holt sich den Titel der Deutschen Meisterin im Einer-Kajak über 500 Meter.Vom Rhein zur Weltspitze: Ein langer WegEin Sommer voller HighlightsDie Zukunft: Olympia als großes Ziel

Article about Chelsea Roussiekan

Die Sonne spiegelt sich auf dem glatten Wasser des Baldeneysees in Essen, aber Chelsea Roussiekan hat keinen Blick für die Idylle. Ihr Blick ist auf die 500 Meter lange Strecke gerichtet, ihr ganzer Körper angespannt. Es ist der Finaltag der deutschen Kajak-Meisterschaften 2025, und die junge Düsseldorferin steht am Start. Gegen sie: die etablierte Favoritin Pauline Jagsch. Ein Signal ertönt, die Paddel schlagen ins Wasser, und Chelsea Roussiekan liefert ab. Mit einer kraftvollen, technisch nahezu perfekten Vorstellung überrascht sie die Konkurrenz und holt sich den Titel der Deutschen Meisterin im Einer-Kajak über 500 Meter.

Für die 22-Jährige vom Düsseldorfer Kanu-Club war dieser Triumph nicht nur der Höhepunkt einer langen Saison, sondern auch eine Bestätigung ihres konsequenten Weges. Der Sieg gegen Jagsch, eine routinierte und mehrfach ausgezeichnete Athletin, markiert einen Machtwechsel im deutschen Kajaksport. „Ich wusste, dass ich gut drauf war“, sagt Roussiekan nach dem Rennen, ihr Gesicht noch glänzend vor Anstrengung und Freude. „Aber hier oben auf dem Podest zu stehen, mit der Goldmedaille um den Hals – das fühlt sich immer noch unwirklich an.“

Doch dieser Gold-Coup war nur der sichtbarste Teil eines außergewöhnlichen Sommers für die Sportlerin. Bereits in der Vorbereitung hatte sie bei internationalen Rennen in Polen und Ungarn auf sich aufmerksam gemacht und dort Top-Platzierungen erreicht. Insgesamt sicherte sie sich in dieser Saison neben dem deutschen Meistertitel drei weitere Medaillen bei nationalen Regatten und katapultierte sich damit in die absolute Spitze des deutschen Nachwuchses. Ihre konstante Leistungssteigerung wird auch in Zahlen deutlich: Ihre Rennzeit über die 500-Meter-Distanz hat sie in den letzten zwei Jahren um über drei Sekunden verbessert – eine Ewigkeit in einem Sport, wo oft Hundertstelsekunden entscheiden.

Vom Rhein zur Weltspitze: Ein langer Weg

Chelsea Roussiekans Weg zum Erfolg begann früh. Aufgewachsen in Düsseldorf-Oberkassel, entdeckte sie den Kanusport mit zehn Jahren beim ortsansässigen Verein. Schnell wurde ihr Talent erkannt. „Sie hatte von Anfang an dieses besondere Gespür für das Boot und das Wasser“, erinnert sich ihr erster Trainer, Michael Borowski vom Düsseldorfer KC. Doch der Weg an die Spitze war kein Spaziergang. Tägliches Training im Winter wie im Sommer, oft zweimal am Tag, prägten ihre Jugend. Während Freunde ihre Freizeit genossen, verbrachte Chelsea Stunden im Kraftraum, auf dem Ergometer und natürlich auf dem Wasser, meist auf dem Rhein oder in den Trainingszentren in Duisburg oder Essen.

Das Leben als Nachwuchs-Leistungssportlerin in Deutschland ist eine enorme Herausforderung, die neben körperlicher auch mentale Stärke erfordert. Viele Talente brechen unter dem Druck oder den finanziellen Unsicherheiten ab. Chelsea Roussiekan hingegen schaffte den Spagat zwischen Schule und Sport und absolvierte parallel zu ihrem Training erfolgreich ihr Abitur. Seit diesem Jahr trainiert sie im Bundeskader und profitiert von den Strukturen des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV). „Chelsea ist das Musterbeispiel für zielgerichtetes Arbeiten“, sagt Bundestrainerin Katrin Wagner-Augustin, die die junge Deutsche seit ihrem Eintritt in den Kader betreut. „Sie ist extrem diszipliniert, hinterfragt aber auch jeden Trainingsschritt. Diese Kombination macht sie so stark.“

Die deutsche Meisterschaft in Essen war der Beweis für diese Entwicklung. Im Finale setzte sie sich von Beginn an an die Spitze und ließ der erfahreneren Jagsch trotz einer starken Aufholjagd keine Chance. Die Reaktionen in der Kanu-Community waren beeindruckt. „Chelsea hat heute gezeigt, dass eine neue Generation bereitsteht“, kommentierte ein Beobachter des DKV. Ihre Trainingskollegen und Konkurrentinnen zeigten sich ebenfalls voller Respekt. „Sie hat das Rennen von vorne bis hinten dominiert. Chapeau!“ sagte selbst die unterlegene Pauline Jagsch.

Ein Sommer voller Highlights

Der Meistertitel war der krönende Abschluss einer Serie von Erfolgen. Bereits im Mai überraschte Roussiekan bei einem Weltcup-Auftakt in Posen, Polen, mit einem fünften Platz im B-Finale – ein Achtungserfolg auf internationaler Bühne. Wenige Wochen später folgte in Szeged, Ungarn, ein vierter Platz bei einer Europacup-Regatta. Diese Erfahrungen sammelte sie, während sie bei nationalen Rennen in Deutschland ihre Dominanz ausbaute. Bei den Deutschen Sprintmeisterschaften in Brandenburg holte sie Silber über 1000 Meter und Bronze über 200 Meter, was ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellte.

  • Deutscher Meistertitel über 500 Meter
  • 5. Platz im B-Finale beim Weltcup in Posen
  • 4. Platz bei der Europacup-Regatta in Szeged
  • Silber über 1000 Meter bei den Deutschen Sprintmeisterschaften
  • Bronze über 200 Meter bei den Deutschen Sprintmeisterschaften
  • Konstante Leistungssteigerung über 500 Meter

Hinter diesen Resultaten steckt ein Team aus Unterstützern: ihr Verein in Düsseldorf, die Trainer des Bundesstützpunktes und nicht zuletzt ihre Familie, die sie von Anfang an gefördert hat. „Ohne meine Eltern, die mich zu jedem Training gefahren und mich unterstützt haben, wäre ich nicht hier“, betont Chelsea. Die finanzielle und logistische Belastung für Familien von Leistungssportlern ist enorm. Trikots, Boote, Reisen zu Wettkämpfen – die Kosten summieren sich schnell. Förderprogramme der Stadt Düsseldorf und des Landessportbundes NRW waren dabei eine wichtige Stütze.

Die Zukunft: Olympia als großes Ziel

Mit dem Deutschen Meistertitel hat sich Chelsea Roussiekan einen Platz in der erweiterten Weltspitze erarbeitet. Das nächste große Ziel ist nun klar: die Olympischen Spiele. Los Angeles 2028 scheint für die 22-Jährige ein realistisches Ziel zu sein. Der Weg dorthin führt über weitere internationale Erfolge und die stetige Verbesserung ihrer Bestzeiten. Bundestrainerin Wagner-Augustin sieht großes Potenzial: „Sie hat die physischen Voraussetzungen und den Willen. Jetzt geht es darum, international mehr Routine zu sammeln und bei Weltcups konstant in den A-Finalen zu fahren.“

Doch zunächst steht die kommende Saison im Fokus. Der internationale Kalender ist voll, und Chelsea will sich in der Weltspitze etablieren. Für den Düsseldorfer Kanu-Club ist sie mittlerweile ein Aushängeschild und eine Inspiration für den Nachwuchs. Die Vereinsvorsitzende, Claudia Fischer, berichtet von einem regelrechten „Chelsea-Effekt“: „Seit ihrem Erfolg haben wir deutlich mehr Anfragen von Kindern und Jugendlichen, die Kajak fahren lernen wollen. Sie zeigt, dass man mit Fleiß und Leidenschaft von unseren heimischen Gewässern bis ganz nach oben kommen kann.“

Chelsea Roussiekan selbst bleibt bescheiden, aber zielstrebig. Sie genießt den Moment des Meistertitels, doch ihr Blick ist schon nach vorn gerichtet. Das tägliche Training geht weiter, bald schon stehen die ersten Wintereinheiten an. „Der Titel ist toll, aber er ist nur eine Station“, sagt sie. „Ich will mehr. Ich will mit den Besten der Welt mithalten.” Ihre nächste Gelegenheit dazu wird schon im kommenden Frühjahr kommen, wenn die Weltcup-Saison startet. Eines ist sicher: Nach diesem fulminanten Sommer wird man den Namen Chelsea Roussiekan im Kanusport noch oft hören – und die Favoritinnen werden sich vor ihr in Acht nehmen müssen.

Für Düsseldorf und den deutschen Kanusport ist sie bereits jetzt mehr als nur eine neue Deutsche Meisterin. Sie ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Talent, harte Arbeit und die Unterstützung eines starken lokalen Vereins und Umfelds eine junge Athletin an die Weltspitze tragen können. Ihre Geschichte beginnt am Rhein und könnte sie eines Tages bis zum olympischen Podest führen.


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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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