Der Jubel im Ostseestadion war am Freitagabend dem Gast vorbehalten. Mit jeder weiteren Flanke, mit jedem präzisen Pass stellte sich die Frage der rund 25.000 Zuschauer in Rostock lauter: Wer ist dieser junge Mann in den weißen VfB-Trikots, der unseren Abwehrreihen solche Probleme bereitet? Die Antwort lieferte Dzenan Pejcinovic selbst, und zwar eindrucksvoll. Einmal links, einmal rechts, einmal aus spitzem Winkel – der 21-jährige Neuzugang des VfB Stuttgart erzielte beim 4:0-Erfolg im DFB-Pokal gegen Hansa Rostock gleich drei Tore. Mit diesem «Dreierpack» katapultierte er sich nicht nur in den Fokus der Bundesliga, sondern auch in eine hitzige Diskussion über die Zukunft der deutschen Nationalmannschaft.
Für Stuttgart ist der 25-Millionen-Euro-Transfer vom VfL Wolfsburg nach langem Verhandlungspoker ein klares Bekenntnis zur Kontinuität und Ambition. Der Verein, der in den letzten Jahren durch eine hervorragende Nachwuchsarbeit und kluge Transfers auffiel, setzt mit Pejcinovic auf einen jungen, dynamischen Stürmer, der perfekt in das System von Trainer Sebastian Hoeneß passt. «Wir haben um ihn gekämpft», betonte Hoeneß nach dem Spiel und gab damit einen Einblick in die hohe Wertschätzung, die der Angreifer im Verein genießt. «Es war sehr früh für ihn klar und auch für uns, dass wir das machen wollen. Jetzt ist er da. Das war ein Traumeinstand für den Jungen.»
Doch dieser Traumeinstand bringt auch Verantwortung mit sich. Die Erwartungen der Fans sind nun schlagartig enorm gestiegen. Hoeneß zeigte sich deshalb besonnen: «Trotzdem ist es jetzt auch unsere Aufgabe als Klub, den Hype, der jetzt hier sofort entstehen soll, richtig einzuordnen.» Diese Haltung ist typisch für die ruhige und bestimmte Art, mit der der VfB in den letzten Jahren operiert hat. Man feiert Erfolge, aber man bleibt mit den Füßen auf dem Boden. Pejcinovic selbst schien nach dem Spiel fast ein wenig überwältigt von seiner eigenen Leistung. «Ehrlich gesagt habe ich das nicht erwartet», offenbarte der 21-Jährige. «Klar freut man sich, so einen Einstand hingelegt zu haben. Das gibt ein gutes Gefühl für die nächsten Spiele.»
Die «nächsten Spiele» könnten kaum größer sein. Der Bundesliga-Auftakt am kommenden Freitag führt den VfB Stuttgart in das Spiel gegen den Rekordmeister FC Bayern München. Eine größere Bühne für eine nächste Visitenkarte gibt es kaum. Doch der Pokalspielen hat eine weitere, noch weitreichendere Debatte angeheizt: die um die deutsche Nationalmannschaft. Unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp wird das Team neu aufgestellt. Namen wie Niclas Füllkrug oder Thomas Müller, die bei der enttäuschenden Europameisterschaft 2024 eine Rolle spielten, gehören nicht mehr zur jüngsten Generation. Klopp sucht nach frischen, hungrigen Talenten, die sein intensives Spielsystem umsetzen können.
- Dzenan Pejcinovic
- VfB Stuttgart
- Bundesliga-Auftakt
- Rekordmeister
- Jürgen Klopp
- Talententwicklung
Genau hier kommt Dzenan Pejcinovic ins Spiel. Bislang hat er sieben Einsätze (zwei Tore) für die deutsche U21-Nationalmannschaft. Sein explosiver Stil, seine Beweglichkeit und sein Torinstinkt passen auf dem Papier ideal zu dem, was Klopp von seinen Stürmern verlangt. Die Frage, ob der VfB bald einen weiteren Nationalspieler in seinen Reihen haben könnte, liegt nun in der Luft. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth reagierte noch zurückhaltend, ließ aber die Tür einen Spalt offen: «Er wird sich entwickeln. Er wird sich weiter in der Bundesliga stabilisieren. Und dann kann der Weg sicherlich irgendwann dahin führen.»
Für die Stuttgarter Fußballfans ist diese Perspektive ein weiterer Grund zur Freude. Die Stadt hat eine lange und stolze Tradition als Talenteschmiede. Von Giovane Élber über Krasimir Balakow bis zu den aktuellen Stars wie Serhou Guirassy – der VfB hat immer wieder Spieler hervorgebracht oder weiterentwickelt, die das Zeug zur absoluten Spitzenklasse hatten. Pejcinovic könnte der nächste in dieser Reihe sein. Sein Einstand war perfekt, doch der wahre Test beginnt jetzt. Die Bundesliga ist ein anderes Kaliber als eine Pokalpartie gegen einen Zweitligisten. Die Konstanz über eine ganze Saison hinweg zu beweisen, das ist die große Herausforderung, die vor dem jungen Stürmer liegt.
Die Stimmung in Stuttgart ist dennoch euphorisch. In den Kneipen rund um die Mercedes-Benz Arena und in den sozialen Medien wird bereits lebhaft über «Dzeni» diskutiert. Sein Name bringt Schwung in die Diskussionen und schürt die Vorfreude auf die neue Saison. Der Verein hat mit dieser Verpflichtung ein klares Zeichen gesetzt: Man will nicht nur die erfolgreiche Vergangenheit feiern, sondern aktiv die Zukunft gestalten. Pejcinovic verkörpert diese Zukunft.
| Fragen | Antworten |
|---|---|
| Kann er den Druck der hohen Ablösesumme umwandeln? | Ja, die erste Antwort war spektakulär. |
| Wird er sich behaupten? | Die Herausforderung steht bevor. |
| Wird er die Aufmerksamkeit von Jürgen Klopp auf sich ziehen? | Das Potenzial ist vorhanden. |
| Wie war sein Einstand? | Perfekt, mit drei Toren. |
| Gibt es große Erwartungen? | Ja, die Fans sind euphorisch. |
| Was steht als nächstes an? | Das Spiel gegen Bayern München. |
Alles hängt nun von der Entwicklung ab. Kann er den Druck der hohen Ablösesumme und der großen Erwartungen in positive Energie umwandeln? Wird er sich neben etablierten Spielern in der Startformation behaupten? Und wird er letztendlich die Aufmerksamkeit von Jürgen Klopp auf sich ziehen? Die erste Antwort auf diese Fragen war spektakulär. Der Ball liegt jetzt bei Pejcinovic. Am Freitag gegen Bayern München hat er die Chance, seine zweite Visitenkarte abzugeben. Für Stuttgart, für die Fans und vielleicht auch schon für den Bundestrainer.