Es ist eine dieser Geschichten, die das Herz einer Stadt berühren. Enver Perviz ist ein Mann mit vielen Talenten und noch mehr Leidenschaft, und seine Geschichte ist tief verwoben mit dem Leben unserer Gemeinschaft hier in Düsseldorf. Von seinem Schreibtisch im städtischen Fundbüro an der Erkrather Straße bis auf die Bühne des Ufa-Palasts am Hauptbahnhof – sein Weg zeigt, wie vielfältig und lebendig das Engagement der Bürger unserer Stadt sein kann. Für die Moderation des zweiten NRW-Film-Festivals im Dezember wurde der 32-Jährige nun ausgewählt, eine Aufgabe, die ihm sichtlich Freude bereitet. „Ich freue mich schon riesig auf diese neue Herausforderung“, sagt Perviz mit einem Lächeln, das seine Begeisterung verrät. Gemeinsam mit der Schauspielkollegin Jonna Marie Philippsen wird er den Gala-Abend feierlich gestalten.
Die Wahl auf Enver Perviz fiel nicht von ungefähr. Senem Saydi, eine der Organisatorinnen des Festivals, beobachtete seine natürliche Gewandtheit im Umgang mit der Öffentlichkeit. Diese zeigt er nicht nur monatlich bei den Auktionen im Fundbüro, wo er Fahrräder, Koffer oder Schmuck unter den Hammer bringt, sondern auch in seinem breiten ehrenamtlichen Engagement. Der gebürtige Bosnier setzt sich seit Jahren für Integration ein und ist ein fester Bestandteil des Vereinslebens im Süden der Stadt. Als Spieler und Trainer der zweiten Mannschaft des VfL Benrath ist er auf den Fußballplätzen der Stadt genauso zu Hause wie zuletzt am Mikrofon im Stadion an der Karl-Hohmann-Straße, wo er ein Freundschaftsspiel kommentierte. Diese Mischung aus beruflicher Seriosität und leidenschaftlichem Gemeinschaftsgeist macht ihn zu einem idealen Botschafter für ein Festival, das regionale Talente feiert.
Hinter dieser persönlichen Geschichte steht eine größere Entwicklung in unserer Kulturszene. Das NRW-Film-Festival, 2026 zum zweiten Mal ausgerichtet, wurde vom in Deutschland lebenden Regisseur Nilesh Tambe ins Leben gerufen. Es versteht sich als Mission, unabhängigen Filmschaffenden, Nachwuchstalenten und hochwertigem Storytelling eine Plattform zu bieten. In einer Zeit, in der große Streamingdienste oft den Markt dominieren, schafft dieses Festival einen notwendigen Raum für regionale Produktionen, Kurzfilme und Dokumentationen.
| Werte des NRW-Film-Festivals |
|---|
| Unabhängigkeit |
| Regionale Verankerung |
| Förderung von Talenten |
| Kreativität |
| Diversität |
| Gemeinschaftsgeist |
Die geplante Preisverleihung orientiert sich an den großen Vorbildern wie dem Oscar oder der Goldenen Palme, bleibt aber bewusst nahbar und improvisationsfreudig. „Es bleibt allerdings Raum für Improvisation“, betont Perviz und deutet damit auf einen lockeren, persönlichen Charakter der Gala hin.
Die Verbindung von Enver Perviz zu Düsseldorf, insbesondere zum Stadtteil Benrath, ist besonders herzzerreißend. Obwohl er im benachbarten Solingen wohnt, fühlt er sich im Süden Düsseldorfs seit Jahren heimisch. Aus Dankbarkeit für dieses Gefühl wählte er einst den Namen „Ben Rath“ für seine TV-Figur in der RTL-Serie „Der Ermittlungsrichter“. Die pikante Pointe: Dieser Kommissar mit dem typisch Düsseldorfer Namen ermittelt ausgerechnet in der „verbotenen Stadt“ Köln. „Als Kommissar Ben Rath bereitet mir dort die Festnahme von Bösewichten einfach einen ganz besonderen Spaß“, erzählt er verschmitzt. Diese kleine Anekdote spiegelt den humorvollen und selbstbewussten Lokalpatriotismus wider, der viele Bürger unserer Stadt auszeichnet.
Was bedeutet diese Nachricht für uns als Gemeinschaft? Sie erinnert uns daran, dass die kulturelle Vitalität Düsseldorfs nicht nur von großen Institutionen getragen wird, sondern maßgeblich von Menschen wie Enver Perviz. Menschen, die ihren Hauptberuf mit Hingabe ausüben – wie die verantwortungsvolle Leitung des städtischen Fundbüros – und gleichzeitig mit ihrer Kunst und ihrem Engagement das soziale und kulturelle Gefüge bereichern. Sein Weg vom städtischen Angestellten zum Festivalmoderator steht beispielhaft für die Möglichkeiten, die unsere Stadt ihren Bürgern bietet. Es ist eine Geschichte von gelebter Integration, bürgerschaftlichem Engagement und der Liebe zur eigenen Wahl-Heimat.
Für das NRW-Film-Festival ist Perviz mehr als nur ein Moderator; er ist ein lebendiges Symbol für die Werte, die das Festival verkörpern möchte: Unabhängigkeit, regionale Verankerung und die Förderung von Talenten abseits der ausgetretenen Pfade. „Für meine Moderation werde ich vorab mit persönlichen Informationen über die Preisträger versorgt“, erklärt er. Diese persönliche Note wird sicherlich dazu beitragen, eine warme und authentische Atmosphäre während der Verleihung zu schaffen. Während die Jury noch über die Gewinner in den verschiedenen Kategorien entscheidet, ist bereits jetzt klar, dass der Abend im Zeichen der Gemeinschaft und der geteilten Leidenschaft für das Geschichtenerzählen stehen wird.
Als Stadt können wir stolz sein, solche vielseitigen Persönlichkeiten in unseren Reihen zu haben. Enver Perviz verkörpert auf besondere Weise, wie Beruf, Ehrenamt und künstlerische Leidenschaft eine sinnvolle Einheit bilden können. Seine anstehende Moderation ist nicht nur ein persönlicher Karriereschritt, sondern auch ein Gewinn für das kulturelle Leben Düsseldorfs. Sie lädt uns alle ein, die unabhängigen Filmemacher und Geschichten aus unserer Region neu zu entdecken und zu feiern. Wenn er im Dezember das Mikrofon im Ufa-Palast ergreift, wird er damit auch eine Bühne für all jene schaffen, die mit ihrer kreativen Arbeit unsere Stadt bunter und vielfältiger machen.