Zwei Tage, zwei Flugzeuge, derselbe Ort, dieselbe Bahn. Am Münchner Flughafen haben sich diese Woche zwei bemerkenswerte Vorfälle ereignet, die bei vielen Passagieren und Anwohnern Fragen und auch ein Gefühl der Besorgnis hinterlassen. Während am Samstag ein Flugzeug der Vietnam Airlines nur knapp und unter Staubwolken von der Südbahn abhob, setzte am Montag ein Lufthansa-Airbus A380 auf derselben Bahn zu früh auf.
Für die 270 Passagiere des Vietnam-Airlines-Flugs VA958 nach Hanoi war der Samstagnachmittag ein Tag, der wohl lange in Erinnerung bleiben wird. Die Boeing 787-9 beschleunigte beim Start nicht wie vorgesehen. Nach Angaben der vietnamesischen Luftfahrtbehörde, die sich auf den Bericht der Piloten stützt, war es für einen Abbruch des Starts bereits zu spät. Der Pilot zog die Nase der Maschine hoch, das Flugzeug hob in einer großen Staubwolke gerade noch ab und beschädigte dabei die Bahnbeleuchtung. Zwei Stunden später, bei der außerplanmäßigen Landung in München, war der Schaden sichtbar: Qualm trat aus dem Fahrwerk aus, Reifen waren geplatzt. Alle Passagiere und Crewmitglieder blieben unverletzt. Die Airline vermutet ein technisches Problem, die genaue Ursache ist jedoch noch unklar.
Nur zwei Tage später, am Montag, kam es erneut an der Südbahn zu einem Zwischenfall. Ein Lufthansa-Airbus A380, der mit 351 Menschen an Bord aus San Francisco kam, setzte nach Angaben der Airline bereits auf dem Beton vor der eigentlichen Landebahn auf. Auch hier wurde die Bahnbeleuchtung beschädigt. Eine Lufthansa-Sprecherin betonte, die Maschine sei sicher gelandet und alle Passagiere hätten das Flugzeug regulär verlassen können. Warum das Flugzeug zu früh aufsetzte, ist ebenfalls noch unbekannt.
Was bedeutet das für den Flughafen und seine Nachbarn?
Für die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) stehen nun zwei intensive Ermittlungen an. In beiden Fällen wurden die Flugschreiber, die sogenannten Blackboxen, sichergestellt. Diese enthalten wertvolle Daten über Flugparameter und Cockpitgespräche, die den Ermittlern helfen sollen, die genauen Abläufe zu rekonstruieren. Die BFU arbeitet in solchen Fällen unabhängig und ihre abschließenden Berichte können Monate dauern.
- Flughafen München ist einer der größten in Deutschland
- Wichtiger Wirtschaftsmotor für die Region
- Bringt Lärm und latentes Risiko mit sich
- Hohe Sicherheitsstandards
- Professionelles Training der Piloten
- Sichere Fortbewegungsmethode
Für die Anwohner in den umliegenden Stadtteilen wie Freising, Hallbergmoos oder Ismaning sind solche Vorfälle immer wieder ein Anlass, über die Sicherheit und den Betrieb eines der größten deutschen Verkehrsflughäfen vor ihrer Haustür nachzudenken. Für Passagiere gilt: Trotz der beunruhigenden Bilder bleibt das Fliegen eine der sichersten Fortbewegungsmethoden. Beide Zwischenfälle endeten glimpflich, ohne dass Menschen zu Schaden kamen. Dies zeigt auch die hohen Sicherheitsstandards und das professionelle Training der Piloten, die in kritischen Situationen korrekt reagieren können. Die Ermittlungen werden nun zeigen, ob es sich um technische Probleme, menschliches Versagen oder eine seltene Verkettung unglücklicher Umstände handelte. Bis dahin heißt es abwarten – und dem Flugverkehr vielleicht mit etwas mehr Aufmerksamkeit begegnen.
| Datum | Fluggesellschaft | Flugzeugtyp | Vorfall | Passagiere |
|---|---|---|---|---|
| Samstag | Vietnam Airlines | Boeing 787-9 | Fast-Abbruch des Starts | 270 |
| Montag | Lufthansa | A380 | Zu frühes Aufsetzen | 351 |