Es war ein Tag, wie aus einem fremden Leben. Matthias und Manuela Maier sitzen in ihrem neuen Vorgarten. Der Vorgarten gehört zu einem Penthouse in Frankfurt am Main. An der Gutleutstraße herrscht geschäftiges Treiben. Ein Kamera-Team richtet seine Objektive aus. Ein Caterer stellt kleine Häppchen bereit. Die beiden schauen sich um und müssen selbst lachen. Vor drei Tagen erhielten sie den Anruf. Sie hatten das Traumhaus der Soziallotterie Omaze gewonnen. Jetzt sind sie hier. Doch sie werden nicht bleiben.
Manuela Maier erinnert sich an den Moment der Überraschung. Sie sei vor Freude gesprungen, sagt sie. Ihr Mann Matthias war zu diesem Zeitpunkt in Kanada. Er arbeitet dort als Mechaniker für ein Unternehmen. Oft ist er viele Wochen weg. Seine Frau war zunächst misstrauisch. Sie wollte die Handynummer ihres Mannes nicht weitergeben. Sie dachte an Werbeanrufe. Erst nach einer Absprache mit ihm rief sie zurück. Die Mitarbeiter der Lotterie kündigten einen Besuch für den nächsten Tag an. Welchen Preis sie genau gewonnen hatten, wussten sie da noch nicht.
Die Übergabe gestaltete sich kompliziert. Das Konzept von Omaze sieht vor, die Gewinner vor ihrer eigenen Haustür zu überraschen. Der Gewinner, Matthias Maier, war aber in Nordamerika. Nico O’Neill, Geschäftsführer von Omaze Deutschland, beschreibt die Hürde. Sein Team fuhr trotzdem nach Kenzingen. Dies ist eine Kleinstadt nördlich von Freiburg. Dort bauten sie einen Bildschirm und Konfettikanonen vor dem Haus der Maiers auf. Manuela Maier schaltete ihren Mann per Videoanruf dazu. Auf dem Bildschirm tauchte das Bild der Frankfurter Skyline auf. Da wurde dem Paar klar, dass sie das Penthouse am Main gewonnen hatten.
Matthias Maier hatte zum dritten Mal bei Omaze mitgemacht. Im Mai kaufte er sein erstes Los-Paket. Er sah die Werbung im Internet und recherchierte erst, ob das Unternehmen seriös ist. Lose bei Omaze gibt es nur in Paketen. Das kleinste Paket mit zwanzig Losen kostet zehn Euro. Maier hatte sich mehrere solcher Pakete gekauft. Für den Rundgang durch die Luxuswohnung flog er extra aus Kanada ein. Sein Arbeitgeber gab ihm sofort frei. Gemeinsam mit seiner Frau, seinem Sohn und dessen Familie besichtigte er das Penthouse.
Die Wohnung beeindruckt. Auf dem Esstisch stehen Frankfurter Spezialitäten. Es gibt Grüne Soße und Frankfurter Kranz. Während eines Interviews für die Omaze-Kanäle dürfen sie davon probieren. Vor Aufregung rühren sie die Teller jedoch kaum an. Die Familie findet die Wohnung schön. Doch ein Umzug kommt für sie nicht infrage. Das sagen sie von Anfang an. Manuela Maier erklärt warum. Es gehe nicht mit ihrem Familienleben zusammen. Die Maiers leben in einem Mehrgenerationenhaus in Kenzingen. Mit unter einem Dach wohnen sie mit ihrem Sohn und ihrem Enkelsohn. Die gesamte Familie könnten sie nicht mitnehmen. Auf sie verzichten wollen sie aber nicht. Daher wählen sie die Alternative. Statt der Immobilie erhalten sie eine Auszahlung von 1,9 Millionen Euro. Ihr Haus in Kenzingen wollen sie nicht verlassen.
Für Omaze Deutschland ist dieser Fall eine Premiere. Nico O’Neill sagt, es sei das erste Mal, dass sich ein Gewinner gegen die Immobilie entscheidet. Er zeigt sich dennoch hoffnungsvoll. Bis jetzt gefalle ihnen die Wohnung ja, bemerkt er. Seine Scouts hatten etwa hundert Objekte im Rhein-Main-Gebiet angesehen. Ihre Wahl fiel auf dieses Penthouse am Main. Die Nähe zum Wasser war ein wichtiges Kriterium.
Der Gewinn bringt nicht nur der Familie Maier Freude. Die Mitarbeiter der Hilfsorganisation Plan International versammeln sich ebenfalls. Die Organisation war der Spendenpartner dieser Verlosung. Auf der Dachterrasse der Luxusimmobilie erfahren sie das Ergebnis. Der Verkauf von 635.000 Lospaketen brachte eine Fördersumme von 1,2 Millionen Euro ein. Diese Summe ist hoch im Vergleich zu früheren Omaze-Verlosungen. Das Geld fließt in Entwicklungsprojekte in Afrika, Asien und Südamerika.
Am Abend reisen Matthias und Manuela Maier wieder ab. In Kenzingen wartet ihre Katze auf sie. Was sie mit den 1,9 Millionen Euro machen wollen, wissen sie noch nicht. Für Matthias Maier bedeutet das Geld eines ganz konkret. Er muss weniger Zeit in Kanada verbringen. Er sagt, sie hätten wieder mehr Zeit als Familie. Das sei ein wahnsinniger Gewinn. Das Penthouse in Frankfurt bleibt also leer. Ein Traumhaus, in dem andere träumen werden. Für die Familie Maier ist der größte Gewinn nicht aus Stein und Beton. Er ist aus Zeit.
- Matthias und Manuela Maier wohnen in Kenzingen.
- Matthias arbeitet als Mechaniker in Kanada.
- Das Penthouse liegt in Frankfurt am Main.
- Die Maiers gewinnen 1,9 Millionen Euro.
- Omaze hat 635.000 Lospakete verkauft.
- Das Geld fließt in Entwicklungsprojekte.
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Standort | Frankfurt am Main |
| Gewinn | 1,9 Millionen Euro |
| Familienstruktur | Mehrgenerationenhaus |
| Omaze Los-Paket | 20 Lose für 10 Euro |
| Verkauft | 635.000 Lospakete |
| Fördersumme | 1,2 Millionen Euro |