Am kommenden Sonntag, wenn sich die Läuferinnen und Läufer für den Frankfurt Marathon in ihren Startblöcken versammeln, wird ein Teilnehmer die Aufmerksamkeit aller auf sich ziehen. Er trägt keine auffällige Warnweste oder eine ungewöhnliche Frisur. Stattdessen wird Daniel Wranik einen ganz besonderen Begleiter auf seiner Schulter haben: seinen Papagei Jacqueline.
Wranik, ein 48-jähriger Hobbyläufer aus Egelsbach, nimmt nicht zum ersten Mal an einem Marathon teil. Aber es ist das erste Mal, dass er die 42,195 Kilometer durch Frankfurt mit seiner 21-jährigen Ara-Dame zurücklegen will. Ihre gemeinsame Geschichte begann vor elf Jahren, als die Feuerwehr Langen den verängstigten und verwahrlosten Vogel fand. Wranik und seine Frau, selbst erfahrene Papageienhalter, nahmen Jacqueline auf. Die anfängliche Skepsis, die sich sogar in Bissen äußerte, wich langsam einem tiefen Vertrauen. „Ich habe mich am Anfang beißen lassen nach dem Motto: Ich tue dir nichts“, erzählte Wranik dem hr-sport. „Sie hat mir dann immer mehr vertraut.“
Heute ist Jacqueline ein fester Bestandteil von Wraniks Leben und sogar seines Trainings. Der Vogel begleitet ihn regelmäßig auf seinen Läufen. Die Idee, auch einen Marathon gemeinsam zu bestreiten, lag daher nahe. Für Wranik ist die Motivation klar: „Ihr macht das Spaß, sonst würde ich das nicht machen.“ Dieser Spaß ist ansteckend. Schon während der Trainingseinheiten erlebt das ungewöhnliche Duo besondere Begegnungen. „Die Leute kommen uns entgegen und lächeln“, so Wranik.
Doch ein Marathon ist kein Spaziergang, nicht für den Läufer und schon gar nicht für einen Passagier auf der Schulter. Wranik hat seinen Laufstil bewusst angepasst, um die Erschütterungen für Jacqueline so gering wie möglich zu halten. „Ich habe meinen Laufstil angepasst, dass ich nicht so hüpfe“, erklärt er. Dennoch bleibt die Position für den Vogel eine aktive Herausforderung. „Sie gleicht das aus. Sie arbeitet genauso wie ich“, sagt Wranik voller Anerkennung.
Auf die Frage, wie man auf die Idee kommt, einen Marathon mit einem Papagei zu laufen, hat der Egelsbacher eine einfache Antwort: „Da muss man verrückt sein. Da muss man einen Vogel haben.“ Dieser „Vogel“ wird am Sonntag sicherlich für Staunen entlang der gesamten Strecke sorgen. Von der Innenstadt, vorbei an der Alten Oper, durch den Bankenbezirk und zurück zur Festhalle wird Jacqueline das Rennen aus einer einzigartigen Perspektive erleben.
- Daniel Wranik ist 48 Jahre alt
- Jacqueline ist eine 21-jährige Ara-Dame
- Das Duo hat eine besondere Tier-Mensch-Beziehung
- Wranik hat seinen Laufstil angepasst
- Die Idee eines Marathon mit Jacqueline entstand aus Spaß
- Die Veranstaltung wird live im hr-fernsehen übertragen
Die Veranstalter und der Hessische Rundfunk bereiten sich bereits auf dieses besondere Highlight vor. Der Frankfurt Marathon 2026 wird ab 9.55 Uhr live im hr-fernsehen und im Livestream auf hessenschau.de übertragen. In der ausführlichen Zusammenfassung ab 18.45 Uhr werden Daniel Wranik und Jacqueline mit Sicherheit noch einmal zu sehen sein.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Teilnehmer | Daniel Wranik |
| Begleiter | Papagei Jacqueline |
| Alter von Wranik | 48 Jahre |
| Alter von Jacqueline | 21 Jahre |
| Marathon-Distanz | 42,195 Kilometer |
| Übertragung | Live im hr-fernsehen |
Das Duo wird mehr sein als nur eine kurioses Bild. Es steht für eine außergewöhnliche Tier-Mensch-Beziehung, die auf Geduld und Respekt aufgebaut ist. Es erinnert uns daran, dass Leidenschaft viele Formen haben kann. Und es bringt den Zuschauern am Streckenrand und vor den Bildschirmen ein spontanes Lächeln ins Gesicht. Wenn Wranik und Jacqueline am Sonntag in die Festhalle einlaufen, wird es donnernden Applaus geben. Nicht nur für die sportliche Leistung, sondern für eine ganz besondere Art der Partnerschaft.