In Frankfurt wird das Wochenende festlich. Vom 28. bis 30. August verwandelt sich das Mainufer wieder in eine der größten Open-Air-Kulturmeilen Deutschlands. Das Museumsuferfest lockt mit Livemusik auf mehreren Bühnen, kulinarischen Spezialitäten aus aller Welt und natürlich den geöffneten Türen der zahlreichen Museen. Doch während sich Hunderttausende Besucher auf das Großereignis freuen, bereiten sich Polizei und Sicherheitskräfte mit besonderen Maßnahmen auf das Wochenende vor. Im Fokus stehen neben dem Schutz der Menschenmengen vor möglichen Gefahren auch klare Regeln für den Luftraum. So warnt die Polizei eindringlich: Wer eine Drohne über dem Fest steuert, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.
Die Vorfreude in der Stadt ist spürbar. Nach einem pandemiebedingt eingeschränkten Jahr soll das Fest 2025 wieder in voller Größe und Länge stattfinden. Die Stände und Bühnen erstrecken sich von der Friedensbrücke im Westen bis zum Eisernen Steg im Osten, auf beiden Seiten des Flusses. Die Organisatoren rechnen an den drei Tagen mit mehreren hunderttausend Besuchern. Für viele Frankfurter Familien, Jugendliche und Kulturinteressierte ist das Fest der sommerliche Höhepunkt und ein lebendiges Symbol für das weltoffene, lebensfrohe Stadtleben am Main.
Doch genau diese Popularität und die großen Menschenansammlungen stellen die Sicherheitsbehörden vor immense Herausforderungen. „Unser oberstes Ziel ist es, dass alle Besucher unbeschwert und sicher feiern können“, erklärt Polizeisprecher Thomas Wagner im Gespräch mit unserer Redaktion. „Dazu gehört ein umfassendes Sicherheitskonzept, das von sichtbaren Präsenzkräften bis zu technischen Maßnahmen reicht.“
Eine dieser technischen Maßnahmen ist der Kampf gegen unbefugte Drohnen. In den vergangenen Jahren sind die kleinen Fluggeräte immer preiswerter und verbreiteter geworden. Was für spektakuläre Luftaufnahmen genutzt werden kann, stellt bei Großveranstaltungen ein erhebliches Risiko dar. Eine abstürzende Drohne könnte in der Menschenmenge schwere Verletzungen verursachen. Zudem besteht die Gefahr, dass sie für unerlaubte Aufnahmen oder gar für das Schmuggeln von Gegenständen genutzt wird.
„Die Rechtslage ist hier eindeutig“, sagt Wagner. „Nach der Luftverkehrsordnung ist das Steuern von unbemannten Fluggeräten über Menschenansammlungen grundsätzlich verboten. Das Regierungspräsidium Darmstadt, das für die Ahndung zuständig ist, geht mit sehr hohen Bußgeldern gegen Verstöße vor.“ Tatsächlich sieht die entsprechende Verordnung Strafen von bis zu 50.000 Euro vor. Die Frankfurter Polizei will es nicht bei der Warnung belassen. Sie setzt in diesem Jahr selbst eine spezielle Drohnenabwehr-Einheit ein. Diese ist mit Technik ausgestattet, um illegale Fluggeräte zu orten, zu verfolgen und im Ernstfall auch außer Gefecht zu setzen – etwa durch Störsender.
Neben der Gefahr aus der Luft bleibt die Sicherheit am Boden ein zentrales Thema. Die Erinnerungen an terroristische Anschläge mit Fahrzeugen auf Volksfeste in Berlin, Nizza oder Stockholm sind auch bei den Planungen in Frankfurt präsent. Um solchen Szenarien vorzubeugen, werden entlang des gesamten Festgeländes robuste Fahrzeugbarrieren errichtet. Diese sogenannten „Hostile Vehicle Mitigation“-Barrieren sind zertifiziert und können auch größere Fahrzeuge zuverlässig stoppen.
„Diese Maßnahmen sind leider ein notwendiger Teil der Vorbereitungen für jedes große öffentliche Fest in heutiger Zeit“, so Wagner. Für Autofahrer bedeutet das erhebliche Einschränkungen. Rund um das Museumsufer werden zahlreiche Straßen komplett gesperrt oder für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Polizei appelliert dringend an alle Besucher, auf das Auto zu verzichten. „Nutzen Sie die exzellenten öffentlichen Verkehrsmittel. U-Bahn, S-Bahn und Straßenbahn bringen Sie schnell und direkt in die Nähe des Festgeländes. Parkplätze in der Innenstadt sind ohnehin kaum verfügbar.“
- Die Verkehrsgesellschaft VGF und der RMV reagieren auf den Andrang mit verdichteten Fahrplänen.
- Zusätzliche Nachtverbindungen in den frühen Morgenstunden.
- U-Bahn-Stationen „Willy-Brandt-Platz“ und „Schweizer Platz“ empfohlen.
- S-Bahn-Stationen „Hauptwache“ und „Konstablerwache“ als zentrale Anlaufpunkte.
- Öffentliche Verkehrsmittel sind die beste Option.
- Parkplätze sind in der Innenstadt kaum verfügbar.
Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen betont die Polizei, dass der freundliche und serviceorientierte Kontakt zu den Besuchern im Vordergrund stehe. Hunderte Polizeibeamte werden im Schichtdienst im Einsatz sein, nicht nur zur Gefahrenabwehr, sondern auch als Ansprechpartner für verlorene Kinder, erste Hilfe oder allgemeine Auskünfte. „Wir wollen keine abschreckende Wirkung erzeugen“, sagt Wagner. „Sondern das Gefühl von Sicherheit. Die Menschen sollen wissen: Wir sind da, wenn etwas ist.“
Für die Frankfurter bedeutet das Fest auch ein Stück zurück zur Normalität und Gemeinschaft. Das Museumsuferfest ist mehr als nur ein Event; es ist ein städtisches Lebensgefühl, das Jung und Alt, Alteingesessene und Neuankömmlinge verbindet. Die Sicherheitsmaßnahmen, so notwendig sie sind, bleiben dabei im Hintergrund. Sie sollen den Rahmen bilden, in dem dieses Gemeinschaftsgefühl unbeschwert gelebt werden kann.
Wer also in den kommenden Tagen das bunte Treiben, die Klänge der Weltmusik und den Duft internationaler Küche genießen möchte, sollte einfach ein paar praktische Tipps beachten:
| Tipp | Beschreibung |
|---|---|
| Öffentliche Verkehrsmittel nutzen | Vermeiden Sie Auto und nutzen Sie U-Bahn, S-Bahn und Straßenbahn. |
| Wertsachen sichern | Halte deine Gegenstände sicher auf dir. |
| Drohne zu Hause lassen | Drohnen sind über dem Festgelände nicht erlaubt. |
| Frühzeitig kommen | Um Menschenmengen zu vermeiden, kommen Sie rechtzeitig. |
| Hilfsangebote nutzen | Polizei unterstützt bei Fragen und Notfällen. |
| Mobile Apps prüfen | Informieren Sie sich über aktuelle Fahrpläne und Wartungsarbeiten. |
Die Polizei wünscht – wie alle Frankfurter – ein friedliches und fröhliches Museumsuferfest.