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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Essen > Früh-Weihnachtsmarkt in Essen: Glühwein und Musik im Oktober erleben
Essen

Früh-Weihnachtsmarkt in Essen: Glühwein und Musik im Oktober erleben

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: Oktober 31, 2026 5:40 a.m.
Julia Becker
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Frühweihnachtsmarkt Essen 2024

Der Wind weht kalt über die Kettwiger Straße. In Essen riecht es nach Glühwein und gebrannten Mandeln. Der Frühweihnachtsmarkt Essen 2024 hat eröffnet. Am Wochenende kommen viele Besucher. Musik kommt von einer kleinen Bühne in der Nähe des Rathauses. Der Markt läuft bis kurz vor Weihnachten.

Ein Teil der Stände startete bereits im Oktober. Viele Händler wollen die kühlen Abende nutzen. „Viele Leute sind früher dran“, sagt eine Verkäuferin. „Sie wollen im Oktober einfach nach draußen.“ Sie steht neben einem Glühweinkessel und verkauft auch Kakao.

Essen hat mehr als 580.000 Einwohner. Die Stadt braucht belebte Straßen. Der offizielle Weihnachtsmarkt startet sonst erst im November. Der Frühmarkt füllt die Lücke. Händler aus Frohnhausen und Kettwig sind ebenfalls da. Sie bringen selbst gemachte Karten und Wolle mit.

Die Stimmung ist gut, aber nicht laut. Junge Paare stehen mit Mützen vor dem Stand. Ältere Besucherinnen wickeln ihre Hände um die warme Tasse. Ein Mann aus Holsterhausen sagt: „Ich bin nach der Arbeit hiergeblieben.” „Das fühlt sich gut an.” Er braucht keinen langen Anfahrtsweg.

Wenn Sie abends in Essen unterwegs sind, hören Sie die Musik schon. Die Bahn bringt Besucher schnell zum Rathaus. Viele nutzen Bus und Bahn aus den Stadtteilen. Das ist auch gut für die Umwelt. Der Markt steht zentral. Er ist auch für Menschen ohne Auto erreichbar.

Als Lokaljournalistin beobachte ich solche Eröffnungen seit Jahren. In der Kettwiger Straße sah man im Oktober lange nur kalten Leerstand. Heute stehen Tannenbüsche und warme Getränke dort. Der Unterschied ist sichtbar. Die Innenstadt wirkt nicht sofort winterlich. Sie beginnt aber früher.

Der Markt hat auch kritische Stimmen. Anwohner fragen nach der Ruhe. Sie fürchten Lärm und Müll. „Bitte leiser nach 22 Uhr”, sagt eine Mieterin aus der Nähe. Sie findet den Markt trotzdem gut. Sie sagt: „Nur nicht jeden Tag bis morgen.”

Der Essener Rat diskutiert seit Langem über die Innenstadt. Die Stadt muss Ladenleerstände, Sicherheit und Aufenthaltsqualität zusammen denken. Sozialarbeiter sagen, dass kleine winterliche Orte helfen. „Gerade ältere Menschen brauchen im Winter niedrigschwellige Orte”, sagt eine Koordinatorin. „Sie sind sonst isoliert.”

Der Frühmarkt ist kein großes Spektakel. Schätzungen vor Ort nennen rund 20 kleine Stände. Er bietet Musik, Handwerk und warme Getränke. Die Preise sind nicht überall günstig. Ein Glühwein kostet meist um vier Euro. Eine Tasse Kakao für Kinder liegt darunter.

Ein Standbetreiber aus Rüttenscheid sagt: „Die Einnahmen helfen durch den Winter.” Er verkauft Seife, Kerzen und Honig. Er kennt die Kundschaft seit Jahren. Er merkt, dass viele Gäste nicht sofort kaufen. Sie wollen kurz raus.

Der Markt kommt mit viel Musik. Eine Gruppe spielt ruhige Weihnachtslieder. Kein lauter DJ, keine überladene Bühne. Die Musik passt zum Markt. Sie bleibt leise genug für Gespräche. An der Marktkirche wirkt der Klang freundlich.

Andere Städte zeigen, dass Oktobermarkt ein Risiko ist. In Köln gibt es viele Märkte, aber meist erst ab November. Im Ruhrgebiet halten sich die Kommunen oft länger zurück. Essen setzt auf frühe Angebote. Der Test zeigt, ob die Gäste kommen.

Essen war 2010 europäische Kulturhauptstadt. Die Stadt nutzt heute auch kleine Formate. Der Stadtrat kennt den Begriff Citymanagement. Das Citymanagement koordiniert Feste, Sauberkeit und Leerstand. Ein Markt ist dort ein Baustein. Die Verwaltung entscheidet nicht allein.

Essen hat seine Geschichte im Ruhrbergbau und in der Stahlindustrie. Nachdem Kohle und Stahl wegfielen, suchte die Stadt neue Räume. Die Innenbelebung ist Teil dieses Wandels. Der Oktobermarkt wirkt wie ein Test für neue Gewohnheiten. Er testet Nähe, Tempo und Nachbarschaft.

Für Familien ist der Weg kurz. Ein Vater aus Katernberg sagt: „Meine Tochter hat hier Freunde getroffen.” Für Seniorinnen ist die Bank am Stand wichtig. Pflegekräfte nach der Schicht brauchen einen ruhigen Ort. Eine Frau sagt: „Ich hole mir hier einfach eine warme Tasse.”

Streetworker sehen den Alkohol kritisch. Ein junger Mann kann schnell trinken. „Wir brauchen auch alkoholfreie Angebote”, sagt ein Streetworker. „Sonst wird der Markt zum Ersatzwohnzimmer.” Solche Stimmen gehören zur Analyse.

Nachhaltigkeit fehlt oft in der Debatte. Lichterketten ohne LED kosten zu viel Strom. Die Stadt sollte Mehrwegbecher und energiesparende Beleuchtung durchsetzen. Abfall bleibt nach 22 Uhr ein Problem. Ein Mitarbeiter vom Bauhof sagt: „Wir räumen gern, aber bitte sauberer.”

Im September war die Kommunalwahl in NRW. Neue Bezirksvertretungen beraten den Markt später. Die Fraktionen im Rat streiten über Prioritäten. Manche wollen mehr Sicherheit, andere mehr Teilhabe. Essen muss beide Themen verbinden.

Bochum und Dortmund halten an klassischen Startterminen fest. Manche Ruhrgebietsstädte testen frühe Glühweingastronomie auf kleinen Flächen. Essen macht den Schritt jetzt. Das Risiko ist klein. Der Markt kostet wenig Platz und bindet keine große Halle.

Das Ordnungsamt braucht Genehmigungen für Standflächen. Die Wirtschaftsförderung berät Händler. Die Ruhrbahn meldet gute Auslastung an Freitagabenden. Der VRR veröffentlicht Linien und Anschlüsse. Diese Stellen tragen den Erfolg zusammen.

Bürger können mitreden. Der Markt läuft öffentlich in der Innenstadt. Beschwerden, Wünsche und Hinweise können bei der Stadt Essen eingehen. Anträge laufen über das Ordnungsamt und die Wirtschaftsförderung. Sitzungen der Bezirksvertretung beraten solche Themen.

Termine finden Besucher auf den städtischen Informationsseiten. Die nächste Ratssitzung muss die Bilanz zeigen. Der Markt endet vor dem letzten Advent. Danach folgt die große Weihnachtszeit.

Ich sehe eine kleine Szene am Abend. Eine Frau aus Altendorf trinkt ihren Glühwein in zwei Minuten. Ein Kind malt an einem Stand. Der Händler sagt: „Nur nicht kleckern.” Sie lacht und sagt: „Das macht nichts.” Dann geht es weiter.

Ein kleiner Markt braucht keine große Rede. Er braucht saubere Wege, ruhige Nachbarn und ehrliche Preise. Wenn Sie abends in Essen unterwegs sind, sehen Sie den Unterschied. Die letzte Tasse steht um 22 Uhr im Regal. Die Händler decken die Stände zu. Am nächsten Abend beginnt der Markt von vorn.

Wichtige Punkte über den Markt:

  • Eröffnung im Oktober
  • Standorte in der Innenstadt
  • Über 20 kleine Stände
  • Musik und Handwerk
  • Preise für Getränke
  • Öffentliche Teilnahme
Getränk Preis
Glühwein 4 Euro
Kakao unter 4 Euro


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VonJulia Becker
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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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