Du siehst sie in diesen Tagen überall. In den Großstädten, auf Plätzen, vor Regierungsgebäuden. Junge Menschen, die für ihre Zukunft auf die Straße gehen. Sie tragen keine ausgefallenen Kostüme, auch wenn der Halloween-Abend in Köln oder Berlin es anders erscheinen ließ. Ihre Masken sind die der Verzweiflung. Ich spreche mit einigen von ihnen. Ihre Sorge ist greifbar, und sie ist mehr als nur ein Gefühl.
„Wir werden mit Problemen konfrontiert, die wir nicht verursacht haben“, sagt eine 19-jährige Studentin aus Berlin. „Aber die Lösungen werden uns verweigert.“ Sie meint den Kampf um bezahlbaren Wohnraum, ein Bildungssystem, das soziale Aufstiege blockiert, und die Klimakrise, die ihre gesamte Lebensplanung überschattet. Der Politikbetrieb wirkt auf sie wie eine abgeschottete Maschinerie, die vor allem die Interessen der Älteren bedient. Mein Kollege Daniel Weidmann, selbst noch Teil dieser Generation, nennt dieses Gefühl eine „Demütigung“. Es ist ein Wort, das nachhallt.
Die berechtigte Wut birgt Gefahr. In Frankreich und Italien sah man, wie friedliche Proteste von Extremisten gekapert wurden. Der deutsche Aufruf „Gen Z regelt“ zu Halloween zeigte dieses riskante Spiel. Wer steckt wirklich dahinter? Die Zweifel waren groß, viele Gruppen distanzierten sich. Doch am Ende zündeten wieder vermummte Chaoten Bengalos. Sie liefern der Politik die einfache Ausrede, den eigentlichen Protest zu ignorieren. Dabei zeigt ein Blick nach Serbien die echte Kraft der Jugend: Dort erkämpfte eine Studentenliste durch anhaltende Demonstrationen einen historischen Wahlsieg. Sie veränderten ihr Land.
Ich erinnere mich an meine eigene jugendliche Ungeduld, das Gefühl, dass die Älteren alles besser wissen wollen. Damals ging es um Tennismatches auf dem Sofa. Heute geht es um Existenzen. Die Politik muss endlich hinhören, bevor sich die Frustration weiter entlädt. Es braucht konkrete Antworten auf:
- Wohnungsnot
- Bildungsungerechtigkeit
- Klimaschutz
- soziale Gerechtigkeit
- ungerechte Arbeitsmarktbedingungen
- Repräsentation der Jugend
– nicht erst, wenn Steine fliegen. Die Jugend will nicht nur Tipps. Sie will Gestaltungsmacht. Und sie hat recht damit.
| Problem | Ursache | Forderung |
|---|---|---|
| Wohnungsnot | Steigende Mieten | Bezahlbaren Wohnraum schaffen |
| Bildungsungerechtigkeit | Ungleiche Ressourcenverteilung | Gleichheit im Bildungssystem |
| Klimaschutz | Politisches Versagen | Konkrete Maßnahmen jetzt |