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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Berlin > Gesundheitszustand Berliner Straßenbäume verbessert sich
Berlin

Gesundheitszustand Berliner Straßenbäume verbessert sich

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: Juli 31, 2026 1:01 p.m.
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Berliner Straßenbäume: Gesundheit verbessert

Berliner Straßenbäume: Gesundheit verbessert

Ein Spaziergang durch Berlin im Sommer ist ohne sie kaum vorstellbar. Das Rauschen der Blätter, der Schatten auf dem heißen Asphalt, das Grün zwischen den Häusern – unsere Straßenbäume prägen das Gesicht der Stadt und das Wohlbefinden ihrer Bewohner. Jetzt gibt es gute Nachrichten aus dem Grünflächenamt: Die Vitalität der Berliner Alleenbäume hat sich messbar verbessert. Fast jeder zweite Baum gilt aktuell als gesund. Diese Entwicklung ist mehr als nur eine statistische Fußnote. Sie ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit, größerer Investitionen und eines langsam wachsenden Bewusstseins dafür, wie wichtig diese grüne Lunge für das Leben in der Metropole ist.

Der aktuelle Straßenbaum-Zustandsbericht der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verkehr und Klimaschutz liefert die erfreulichen Daten. Im Jahr 2025 stuften Fachleute 47 Prozent der untersuchten Bäume als gesund ein. Vor fünf Jahren, im Jahr 2020, lag dieser Wert bei 44 Prozent. Dieser Anstieg um drei Prozentpunkte mag auf den ersten Blick bescheiden wirken. Für die Experten, die seit Jahrzehnten um jeden Baum kämpfen, ist er ein bedeutendes Signal. Insgesamt bewerteten sie die Vitalität von 5.002 Bäumen an 156 repräsentativen Kontrollpunkten im gesamten Stadtgebiet. Die Methode ist bewährt: Seit 1978 werden alle fünf Jahre mit Hilfe von Luftbildern die Baumkronen analysiert und in fünf Schadstufen eingeordnet – von „ohne Schadmerkmale“ bis „abgestorben“.

Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei der Platane, einem typischen Berliner Alleenbaum. Hier zeigte sich die stärkste Verbesserung. Der Anteil gesunder Platanen sprang von nur 30 Prozent im Jahr 2020 auf jetzt 40 Prozent. Auch der Ahorn legte zu, von 29 auf 33 Prozent gesunde Bäume. Die Linde, Berlins häufigster Straßenbaum, hielt ihr Niveau stabil. 54 Prozent der untersuchten Linden gelten weiterhin als gesund. Diese positiven Trends sind kein Zufall. Sie spiegeln wider, dass die Stadt in den letzten Jahren deutlich mehr Geld in die Pflege, den Ersatz und die Neupflanzung ihrer etwa 430.000 Straßenbäume investiert hat. „Die Daten zeigen, dass unsere verstärkten Anstrengungen in der Baum- und Gehwegpflege Früchte tragen“, erklärt Umweltstadträtin Clara Feldmann (Grüne). „Ein gesunder Baum ist kein Luxus, sondern essentiell für ein lebenswertes Stadtklima.“

Hintergrund und Kontext: Ein langer Weg zurück zur Vitalität

Der Weg zu dieser leichten Erholung war steinig. Die Berliner Straßenbäume führen seit Jahrzehnten einen Überlebenskampf. Sie stehen in engen Pflanzgruben, ihr Wurzelraum ist oft durch unterirdische Leitungen begrenzt. Tausalz im Winter, Hundeurin, Hitze und Trockenheit im Sommer sowie verdichtete Böden setzen ihnen massiv zu. Der berühmte „Berliner Baumstreifen“ ist oft weniger ein Lebensraum als eine Überlebenszelle. Die Folgen waren lange sichtbar: lichte Kronen, vorzeitiger Laubfall, absterbende Äste. Die regelmäßigen Zustandsberichte dokumentierten diesen schleichenden Niedergang über Jahre.

Der politische und administrative Rahmen für den Baumschutz in Berlin ist komplex. Die Baumpflege liegt in der Verantwortung der zwölf Bezirke, während die Senatsverwaltung für Umwelt die strategische Steuerung und Förderung übernimmt. Finanziert wird dies aus dem Berliner Haushalt, mit Mitteln für die bezirkliche Grünflächenpflege und speziellen Programmen wie der „Berliner Baumoffensive“. Dieses 2017 gestartete Programm war eine direkte Reaktion auf den alarmierenden Zustandsbericht von 2015. Es sah vor, jährlich rund 10.000 neue Straßenbäume zu pflanzen und die Pflege der bestehenden zu intensivieren. Zudem gilt in Berlin eine strenge Baumschutzverordnung. Das Fällen gesunder Bäume ist nur in absoluten Ausnahmefällen erlaubt und muss meist durch Ersatzpflanzungen kompensiert werden.

Verglichen mit anderen deutschen Großstädten steht Berlin mit seinen Herausforderungen nicht allein da. Städte wie Hamburg, München oder Köln kämpfen mit ähnlichen Problemen: zu enge Standorte, Klimastress und knappe Pflegeressourcen. Berlin hebt sich jedoch durch die systematische, alle fünf Jahre wiederkehrende flächendeckende Erhebung mittels Luftbildern hervor. Diese Kontinuität in der Datenerhebung seit 1978 ist bundesweit einmalig und erlaubt eine verlässliche Analyse von Langzeittrends. Sie zeigt auch, dass sich Verbesserungen nur sehr langsam einstellen. Ein neu gepflanzter Baum braucht Jahre, bis er sein volles ökologisches und klimatisches Potenzial entfaltet. Die leichte Gesundung heute ist somit auch das Ergebnis von Entscheidungen, die vor einer Dekade getroffen wurden.

Hauptanalyse: Was hinter den Zahlen steckt

Die aktuellen Zahlen des Zustandsberichts basieren auf einer gründlichen Untersuchung. Experten der Senatsverwaltung und externe Fachbüros werteten hochauflösende Luftbilder aus dem Sommer 2025 aus. Anhand der Kronendichte, der Verzweigung und der Blattfärbung wurde jeder der 5.002 Bäume einer von fünf Vitalitätsstufen zugeordnet. Stufe 1 bedeutet „ohne Schadmerkmale“, Stufe 5 „abgestorben“. Als „gesund“ gelten die Bäume der Stufen 1 und 2. Die Auswahl der Kontrollpunkte erfolgt so, dass sie ein repräsentatives Bild für die Gesamtsituation der Berliner Alleen geben.

Mehrere Faktoren erklären die positive Entwicklung. Der wichtigste ist die gestiegene finanzielle Ausstattung. „In den letzten Haushaltsverhandlungen konnten wir die Mittel für die bezirkliche Baum- und Grünflächenpflege deutlich aufstocken“, sagt Finanzstadtrat Markus Vogel (SPD). „Das war eine bewusste Priorisierung angesichts des Klimawandels.“ Konkret bedeutet das: mehr Personal für die Kontrollgänge, regelmäßigere Bewässerung in Trockenperioden – insbesondere für Jungbäume – und eine professionellere Kronenpflege. Auch die Baumauswahl hat sich verändert. Bei Neupflanzungen setzen die Bezirke heute vermehrt auf hitze- und trockenheitsresistente Arten wie Feldahorn, Zerreiche oder Hopfenbuche, die besser an die veränderten klimatischen Bedingungen angepasst sind.

Die Verbesserung ist jedoch nicht überall gleich. Bei meinen Gesprächen mit Grünflächenämtern in verschiedenen Bezirken wird ein differenziertes Bild deutlich. In innenstadtnahen, dicht bebauten Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg oder Mitte bleibt der Druck extrem hoch. „Die Pflanzgruben sind winzig, der Kampf um jeden Kubikmeter ungestörten Wurzelraums ist enorm“, berichtet eine Sachbearbeiterin aus Mitte, die anonym bleiben möchte. In eher suburban geprägten Bezirken wie Steglitz-Zehlendorf oder Marzahn-Hellersdorf, wo die Straßen breiter und die Standorte oft großzügiger sind, fällt die Vitalität der Bäume durchweg besser aus. Auch die Baumart spielt eine große Rolle. Die robuste Linde kommt mit den Stadtbedingungen nach wie vor am besten zurecht, während empfindlichere Arten wie die Rosskastanie weiterhin stark unter der Miniermotte und Trockenstress leiden.

Ein konkretes Beispiel für die Herausforderungen ist der Prager Platz in Wilmersdorf. Hier stehen mehrere alte Platanen, die in den vergangenen Berichten starke Schäden zeigten. Durch eine aufwändige Sanierung des Wurzelraums, bei der Boden belüftet und mit Nährstoffen angereichert wurde, und durch ein installiertes Bewässerungssystem konnten sie stabilisiert werden. Solche Einzelmaßnahmen sind teuer, aber sie zeigen Wirkung. „Es geht oft darum, Lebenszeit zu gewinnen“, erklärt Stadtbaum-Experte Dr. Lorenz Hartmann vom Institut für Ökologie der Technischen Universität Berlin. „Ein alter, großkroniger Baum kühlt seine Umgebung effektiver als zehn junge Bäume. Sein Erhalt hat daher absolute Priorität. Der Bericht deutet an, dass diese Philosophie langsam in der Praxis ankommt.“

Gemeinschaftsauswirkungen: Mehr als nur grüne Dekoration

Die Gesundheit der Straßenbäume betrifft jeden Berliner direkt. Für Anwohner, besonders in dicht besiedelten Quartieren wie Prenzlauer Berg oder Neukölln, sind sie unverzichtbare Lebensqualitätsfaktoren. „Unser Ahorn vor dem Haus ist unser natürlicher Klimaanlage“, sagt Petra Schulze aus Charlottenburg. „An den richtig heißen Tagen letztes Sommer saßen alle aus der Nachbarschaft im Schatten darunter. Dass es ihm wieder besser geht, merken wir. Er wirft nicht mehr so früh die Blätter ab.“ Für Kinder sind die Bäume Spiel- und Entdeckungsraum, für Senioren ein Stück Natur vor der Haustür, das sie auch mit eingeschränkter Mobilität erreichen können.

Die sozialen Auswirkungen sind dabei unterschiedlich. In wohlhabenderen Vierteln, wo Bürgerinitiativen sich oft für „ihre“ Bäume starkmachen und sogar private Gießpatenschaften übernehmen, ist der Pflegedruck auf die Verwaltung höher. In sozial schwächeren Gebieten hingegen hängt der Zustand des Grüns oft stärker von der öffentlichen Hand ab. Hier zeigt sich, dass eine gute Baumversorgung auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit ist. Hitzeinseln bilden sich vor allem in dicht bebauten Gebieten mit wenig Grün, in denen oft einkommensschwächere Menschen leben. Gesündere Bäume können diese Ungleichheit mildern, indem sie für Kühlung und bessere Luft sorgen.

Die Reaktionen in den Kiezen auf den Bericht sind überwiegend positiv, aber auch fordernd. Initiativen wie „Gieß den Kiez“ oder „Baumpate Berlin“ sehen ihre Arbeit bestätigt. „Tausende Freiwillige gießen in ihren Nachbarschaften Jungbäume. Diese bürgerschaftliche Energie ist fantastisch und entlastet die städtischen Betriebe enorm“, so Lena Berg, Mitgründerin von „Gieß den Kiez“. Gleichzeitig fordern sie mehr Transparenz: Welche Bäume sind besonders gefährdet? Wo sind die größten Pflegelücken? Der Wunsch nach Mitsprache und Information ist groß. In Sozialen Medien werden die Daten des Berichts lebhaft diskutiert. Nutzer posten Fotos von „ihren“ Bäumen und tauschen Tipps zur Pflege aus. Das Thema hat die Menschen erreicht.

Lokalpolitische Dimensionen: Grün als Konsensthema

Im Berliner Rathaus ist die Baumgesundheit erfreulicherweise ein weitgehend entpolarisiertes Thema. Alle im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien – von den Grünen über SPD, CDU, Linke bis zur FDP – bekennen sich in ihren Programmen zum Erhalt und Ausbau des Stadtgrüns. Die Debatten drehen sich weniger um das „Ob“, sondern vielmehr um das „Wie“ und vor allem um die Verteilung der finanziellen Mittel. Die Grünen und die Linke pochen auf verbindliche, hohe Ausgaben für Pflege und Neupflanzungen. Die CDU und FDP betonen hingegen effizientere Verwaltungsabläufe und mehr Privatinitiative, etwa durch Patenschaften.

Die aktuelle rot-grün-rote Landesregierung hat das Thema zur Priorität erklärt. Der Doppelhaushalt 2024/25 sieht erhebliche Mittel für die Fortführung der Baumoffensive vor. Kritik kommt von der Opposition, die moniert, dass zu viel über Neupflanzungen gesprochen werde und zu wenig über die systematische Pflege des bestehenden Bestands. „Ein neugepflanzter Baum ist eine schöne Pressemeldung. Die stille, kontinuierliche Pflege eines alten Baumes bringt keine Schlagzeilen, ist aber für das Stadtklima viel wertvoller“, so CDU-Umweltexperte Robert Brauer.

Der Entscheidungsprozess für die Baumhaushalte ist komplex. Die Senatsverwaltung für Umwelt legt einen Vorschlag vor, der im Senat beraten und dann dem Abgeordnetenhaus zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Parallel verhandeln die Bezirke ihre eigenen Haushalte, in denen die konkrete Umsetzung der Pflegearbeit budgetiert wird. Bürger haben dabei mehrere Einflussmöglichkeiten: Sie können sich in BVV-Sitzungen (Bezirksverordnetenversammlung) zu Wort melden, Petitionen einreichen oder direkt mit ihren Grünflächenämtern in Kontakt treten. Die Transparenz hat sich verbessert, viele Bezirke veröffentlichen mittlerweile Baumkataster online, in denen jeder Baum mit seinem Pflegestatus erfasst ist.

Vergleich und Kontext: Berlin im Städtevergleich

Wie schneidet Berlin im nationalen Vergleich ab? Ein direktes Ranking ist schwierig, da die Erhebungsmethoden in anderen Städten unterschiedlich sind. München etwa führt regelmäßige visuelle Kontrollgänge durch, Hamburg setzt auf ein digitales Baumkataster mit jährlichen Updates. Was Berlin einzigartig macht, ist die lange Zeitreihe der alle fünf Jahre erhobenen Luftbild-Daten. Sie erlaubt einen verlässlichen Blick auf langfristige Trends, den andere Städte so nicht haben.

Tendenziell teilt Berlin das Schicksal aller Großstädte in Zeiten des Klimawandels. Die Sommer werden heißer und trockener, die Standortbedingungen für Bäume verschärfen sich. Städte wie Freiburg oder Nürnberg, die früh auf durchgängige Bewässerungssysteme und größere Pflanzgruben gesetzt haben, weisen oft eine stabilere Baumvitalität auf. Berlin holt hier langsam auf. Ein Vorbild könnte auch Leipzig sein, das erfolgreich experimentelle Baumsubstrate einsetzt, um den Wurzeln in engen Straßenräumen bessere Bedingungen zu bieten.

Historisch betrachtet zeigt die Kurve der Berliner Baumgesundheit eine Achterbahnfahrt. Nach den schweren Schäden durch die Luftverschmutzung und den Winterdienst in den 70er und 80er Jahren gab es in den 90ern eine Erholung. Die Jahrtausendwende und vor allem die extrem trockenen Sommer ab 2018 führten dann zu einem erneuten Tiefpunkt. Der aktuelle leichte Aufwärtstrend ist daher eine erste, vorsichtige Trendwende nach einer langen Phase der Verschlechterung. Er zeigt, dass gezielte Investitionen und ein strategischer Fokus auf Pflege Wirkung zeigen können, auch wenn der Weg noch lang ist.

Bürgerbeteiligung und Handlungsmöglichkeiten: Was Sie tun können

Die positive Entwicklung ist auch ein Erfolg vieler engagierter Berlinerinnen und Berliner. Jeder kann einen Beitrag leisten, um die Gesundheit der Straßenbäume vor der eigenen Haustür zu unterstützen.

Die einfachste und wichtigste Hilfe ist das Gießen – besonders in den Sommermonaten von Mai bis September und speziell für junge Bäume, die noch nicht tief wurzeln. Zehn bis zwölf Eimer Wasser (ca. 100 Liter) pro Woche sind ideal, am besten in den kühleren Morgen- oder Abendstunden. Achten Sie darauf, das Wasser langsam zu gießen, damit es versickern kann und nicht oberflächlich abläuft. Vermeiden Sie es, den Stamm direkt zu berieseln, das kann zu Fäulnis führen.

Sie können sich formell engagieren: Fast alle Berliner Bezirke bieten offizielle Baumpatenschaften an. Als Pate übernehmen Sie symbolisch die Verantwortung für einen Baum, melden Schäden an das zuständige Grünflächenamt und können ihn bei Trockenheit gießen. Die Anmeldung erfolgt meist einfach online über die Websites der Bezirke. Initiativen wie „Gieß den Kiez“ (www.giessdenkiez.de) bieten eine interaktive Karte, die anzeigt, welche Bäume in Ihrer Umgebung besonders durstig sind.

Für den Dialog mit der Verwaltung: Wenn Sie gravierende Schäden an einem Baum feststellen (große abgebrochene Äste, Pilzbefall am Stamm, starke Neigung), melden Sie dies dem zuständigen Grünflächenamt Ihres Bezirks. Nutzen Sie dafür die offiziellen Meldeportale wie das „Ordnungsamt Online“ oder rufen Sie an. Bei geplanten Baumaßnahmen, die Bäume gefährden könnten, haben Sie als Anwohner oft das Recht, in frühzeitigen Bürgerbeteiligungsverfahren Stellung zu nehmen. Informieren Sie sich dazu auf den Bau- und Planungsseiten Ihres Bezirksamts.

Wichtige Ressourcen und Kontakte:

  • Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verkehr und Klimaschutz: Allgemeine Informationen zum Stadtgrün und den Zustandsberichten.
  • Das Grünflächenamt Ihres Bezirks: Für konkrete Meldungen, Patenschaften und Pflegefragen vor Ort. Die Adressen finden Sie auf den Websites der Bezirke.
  • Berliner Baumportal: Ein digitales Kataster, in dem Sie viele Straßenbäume finden können (noch im Aufbau, aber bereits für viele Bezirke verfügbar).

Schlussfolgerung: Ein hoffnungsvoller Beginn für eine grünere Zukunft

Der aktuelle Zustandsbericht ist ein ermutigendes Signal. Er zeigt, dass die Berliner Straßenbäume, diese stummen und doch so essentiellen Begleiter des Stadtlebens, eine leichte Trendwende geschafft haben. Die Gesundheit hat sich verbessert, besonders bei den stark gebeutelten Platanen. Diese Entwicklung ist ein Verdienst der erhöhten finanziellen Mittel, der engagierten Arbeit der Grünflächenämter und nicht zuletzt Tausender Bürger, die ihre Gießkannen für das Gemeinwohl einsetzen.

Doch die drei Prozentpunkte Verbesserung sind kein Grund zur Entwarnung. Noch immer sind mehr als die Hälfte der Bäume geschwächt, deutlich geschädigt oder sogar abgestorben. Die größte Herausforderung bleibt der Klimawandel mit seinen immer heißeren und trockeneren Sommern. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die eingeschlagene Strategie – mehr Pflege, bessere Baumauswahl, bürgerschaftliche Hilfe – nachhaltig trägt.

Die nächsten wichtigen Schritte sind bereits absehbar. Der Senat wird die Baumoffensive fortsetzen. In den Bezirkshaushalten wird weiter um jeden Euro für zusätzliches Pflegepersonal gerungen. Der nächste große Zustandsbericht in fünf Jahren wird ein entscheidender Prüfstein sein. Wird der Aufwärtstrend anhalten? Können die besonders anfälligen Arten wie die Rosskastanie stabilisiert werden?

Letztlich geht es um mehr als Statistik. Es geht um die Frage, wie wir in Zukunft in Berlin leben wollen. In einer Stadt der Hitzeinseln und Betonwüsten? Oder in einer grünen, lebendigen und resilienten Metropole, die ihren Bewohnern Schatten, saubere Luft und Lebensfreude schenkt? Jeder gesunde Baum ist eine kleine Antwort auf diese Frage. Der heutige Bericht zeigt: Die Richtung stimmt. Jetzt gilt es, nicht nachzulassen. Denn die grüne Zukunft Berlins wächst nicht von allein – sie muss gegossen, gepflegt und geschützt werden. Von uns allen.


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VonJulia Becker
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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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