Viele Besucher des Hamburger Doms erlebten einen schockierenden Vorfall, der sich deutlich von den erwarteten Fahrgeschäfts-Aufregungen unterscheidet. Auf dem Heiligengeistfeld in St. Pauli mussten am Freitagabend rund 20 Menschen mehrere Stunden ausharren, während sie in rund 30 Metern Höhe im Kettenkarussell «Nordic Tower» festhingen. Die spektakuläre Rettungsaktion zog sich bis in die Nacht hinein und endete glücklicherweise ohne schwerwiegende Verletzungen, hinterließ aber bei den Beteiligten und Helfern einen bleibenden Eindruck.
Angespannte Stunden in schwindelnder Höhe
Gegen 21 Uhr am Freitagabend setzte sich das als «Nordic Tower» bekannte Kettenkarussell, eines der größten Fahrgeschäfte auf dem aktuellen Sommerdom, nicht mehr wie geplant in Bewegung. Stattdessen verharrten die Sitzgondeln mit ihren Insassen in der obersten Position des Karussells. Was als Höhepunkt des Fahrvergnügens gedacht war, wurde für die eingeschlossenen Personen zu einer beklemmenden und körperlich anstrengenden Erfahrung. In der Höhe waren sie nicht nur der psychischen Belastung ausgesetzt, sondern auch der zunehmenden Kälte der späten Abendstunden.
Die Rettungskräfte der Hamburger Feuerwehr wurden umgehend alarmiert. Das Szenario erforderte besondere Maßnahmen, da eine einfache Evakuierung vom Boden aus nicht möglich war. Zunächst wurde erwogen, speziell ausgebildete Höhenretter einzusetzen, um zu den gestrandeten Gondeln aufzusteigen und die Personen einzeln zu sichern und abzuseilen. Dieser aufwändige und zeitintensive Plan konnte jedoch umgangen werden, als es den Technikern gegen Mitternacht gelang, das Fahrgeschäft in einen Notfallmodus zu versetzen. In diesem Modus konnten die Sitzgondeln kontrolliert bis zum Boden abgesenkt werden.
«Die größte Herausforderung war neben der technischen Lösung die lange Zeit, die die Menschen in der Höhe verbringen mussten. Drei Stunden sind eine extrem lange Zeitspanne, in der sich Ängste verstärken und die Kälte zusetzt,» erklärte ein Sprecher der Feuerwehr nach der erfolgreichen Rettungsaktion. Am Boden warteten bereits zahlreiche Einsatzkräfte, darunter Ärzte und Sanitäter des Rettungsdienstes, die sich sofort um die befreiten Personen kümmerten. Sie behandelten sie vor allem auf Anzeichen von Unterkühlung und Schock bevor sie die Betroffenen in die Obhut ihrer wartenden Angehörigen entließen oder – soweit bekannt – in ihre Unterkünfte begleiteten.
Die Ursache bleibt vorerst im Dunkeln
Warum es zu diesem dramatischen Stillstand des «Nordic Tower» kam, ist bisher noch unklar. Die Technik des Fahrgeschäfts wird nun von Experten und vermutlich auch vom zuständigen Gewerbeaufsichtsamt genauestens untersucht. Solche Zwischenfälle auf Volksfesten wenn auch glücklicherweise selten in diesem Ausmaß, werfen immer Fragen nach den regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen und Wartungsintervallen der oft riesigen und komplexen Fahrgeschäfte auf.
Der Hamburger Dom der in seiner Sommerausgabe am Sonntag auf dem Heiligengeistfeld endet, zieht jedes Jahr Millionen Besucher an. In diesem Jahr fand er erstmals über fünf statt der bisherigen vier Wochen statt was die Belastung für die Fahrgeschäfte und die Infrastruktur erhöht. Das Vertrauen der Besucher in die Sicherheit der Attraktionen ist das höchste Gut für jeden Schausteller und Veranstalter. Ein Vorfall wie dieser schafft Verunsicherung.
Ein betroffener Fahrgast der namentlich nicht genannt werden möchte, schilderte nach der Befreiung: «Zuerst dachten wir alle, es sei Teil der Attraktion, ein kurzer Stopp. Aber als die Minuten vergingen und nichts passierte, machte sich langsam Panik breit. Man fühlt sich da oben sehr ausgeliefert. Wir sind einfach nur unendlich erleichtert und dankbar für die Arbeit der Feuerwehrleute und Sanitäter.»
Die Veranstalter des Hamburger Doms und die Betreiber des Fahrgeschäfts stehen nun in der Pflicht, eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls zu liefern und transparent zu machen, welche Konsequenzen daraus für die laufenden und zukünftigen Veranstaltungen gezogen werden. Für die rund 20 Betroffenen bleibt die Erinnerung an einen Sommerdom der anders endete als geplant – mit einer Nacht die unter enormem Adrenalin und großer Erleichterung stand.
- Kettenkarussell «Nordic Tower» bleibt stehen
- Rettungskräfte der Feuerwehr alarmiert
- Besondere Maßnahmen erforderlich
- Techniker versetzen Fahrgeschäft in Notfallmodus
- Personen werden kontrolliert abgeseilt
- Untersuchung der Technik durch Experten
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Dauer des Vorfalls | Rund 3 Stunden |
| Höhe der Gondeln | 30 Meter |
| Anzahl der Betroffenen | Rund 20 Personen |
| Zeitpunkt der Rettung | Gegen Mitternacht |
| Einsatzkräfte | Ärzte und Sanitäter |
| Besonderheit des Vorfalls | Technischer Stillstand an Kettenkarussell |