Mittwoch, 19 Aug. 2026
  • Meine Interessen
  • Gespeichert
  • Verlauf
logo
  • Startseite
  • Nachrichten
    • Aktuelle Nachrichten
    • Berlin
    • Dortmund
    • Dresden
    • Düsseldorf
    • Essen
    • Frankfurt am Main
    • Hamburg
    • Köln
    • München
    • Stuttgart
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Fußball
    • Bundesliga 1
    • Bundesliga 2
    • Bundesliga 3
  • Berlin
  • Dortmund
  • Dresden
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Frankfurt am Main
  • Hamburg
  • Köln
  • München
  • Stuttgart
SchriftgrößenanpassungAa
Nachrichten LokalNachrichten Lokal
  • Meine Merkliste
  • Meine Interessen
  • Verlauf
Search
  • Startseite
  • Nachrichten
    • Aktuelle Nachrichten
    • Berlin
    • Dortmund
    • Dresden
    • Düsseldorf
    • Essen
    • Frankfurt am Main
    • Hamburg
    • Köln
    • München
    • Stuttgart
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Fußball
    • Bundesliga 1
    • Bundesliga 2
    • Bundesliga 3
Folgen Sie uns
© 2026 Nachrichten Lokal. Eine Publikation der LokalMedia GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Nachrichten Lokal > Nachrichten > Hamburg > Hamburg: Block-Prozess geht weiter – Chefermittlerin erneut befragt
Hamburg

Hamburg: Block-Prozess geht weiter – Chefermittlerin erneut befragt

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: August 19, 2026 10:21 a.m.
Julia Becker
Aktie
Aktie

Die Luft im Saal 321 des Hamburger Landgerichts ist auch nach Monaten des Verfahrens noch angespannt. Am Dienstagvormittag wird hier erneut eine Schlüsselzeugin in einem der spektakulärsten Strafprozesse der jüngeren Hamburger Justizgeschichte erwartet: die Chefermittlerin der Polizei. Es ist bereits ihr fünfter Auftritt vor der Strafkammer. Ihr erstes Verhör im April lieferte damals eine der prägnantesten Aussagen des gesamten Prozesses. Nun, Monate später, werden die Verteidiger und die Staatsanwaltschaft eine letzte Gelegenheit haben, gezielte Nachfragen zu stellen. Dieser Moment markiert einen Wendepunkt in einem Verfahren, das weit mehr ist als nur ein Kriminalfall – es ist eine tragische Familiengeschichte, die Fragen nach den Grenzen elterlicher Verzweiflung und den Abgründen von Sorgerechtskonflikten aufwirft.

Im Zentrum steht Christina Block (53), Tochter des Gründers der bekannten Steakhaus-Kette und selbst erfolgreiche Unternehmerin. Die Vorwürfe gegen sie wiegen schwer: Sie soll eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt haben, ihre beiden minderjährigen Kinder, damals 10 und 13 Jahre alt, gewaltsam vom Wohnort ihres Vaters im dänischen Sønderborg nach Deutschland zu holen. Das geschah in der Silvesternacht 2023/24. Die Kinder wurden aus ihrem Zuhause geholt und über die Grenze gebracht – ein Vorgang, den die Staatsanwaltschaft als Entführung wertet. Christina Block selbst sieht das völlig anders. In ihren Augen war es eine „Rückführung“. Diese fundamentale Differenz in der Wortwahl offenbart den Kern des Konflikts, der dem eigentlichen Geschehen vorausging: ein jahrelanger, erbitterter Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann, dem Unternehmer Stephan Hensel.

Die Zeugin, deren Aussage nun erneut im Fokus steht, ist die Kriminalhauptkommissarin, die die Ermittlungen von Anfang an leitete. Bei ihrer ersten umfangreichen Vernehmung schilderte sie das entscheidende Gespräch mit Christina Block am 3. Januar 2024, nur wenige Tage nach der Aktion. Die angeklagte Mutter habe ihr damals gesagt: „Ich mache eine Rückführung, er macht eine Entführung“. Für die erfahrene Ermittlerin klang dieser Satz wie ein Teilgeständnis. Er fasst die unversöhnlichen Positionen der Eltern in einer einzigen, scharfen Gegenüberstellung zusammen. Während der Vater, der die Kinder nach einem Wochenendbesuch nicht wie vereinbart zurückgebracht hatte, aus Sicht der Mutter die Kinder „entführt“ hatte, sieht die Anklage eben jene Handlung der Mutter als strafbare Entführung. Dieses rechtliche und emotionale Minenfeld muss die Strafkammer nun navigieren.

Die Dimensionen des Verfahrens gehen über die Person Christina Blocks hinaus. Mitangeklagt sind sechs weitere Personen. Darunter befindet sich ihr Lebensgefährte, der ehemalige Sportmoderator Gerhard Delling (67). Ihm wird Beihilfe vorgeworfen. Die übrigen Angeklagten sind mutmaßliche Mitglieder oder Kontaktpersonen der beauftragten israelischen Sicherheitsfirma. Bislang hat nur einer von ihnen, ein 37-jähriger Israeli, die Vorwürfe eingeräumt. Die anderen, einschließlich Christina Blocks und Gerhard Dellings, bestreiten die gegen sie erhobenen Anschuldigungen.

Der Prozess wirft ein grelles Licht auf die oftmals im Verborgenen ausgetragenen Kämpfe um das Sorgerecht. Was geschieht, wenn alle rechtlichen Wege ausgeschöpft erscheinen und die Verzweiflung übermächtig wird? Für viele Eltern in ähnlichen, wenn auch meist weniger drastischen Konflikten, ist der Hamburger Block-Prozess ein extremes Lehrstück. Er zeigt, wohin es führen kann, wenn der Dialog zwischen den Eltern vollständig abreißt und private, grenzüberschreitende Maßnahmen als letzter Ausweg erscheinen. Die Familienrichterin Dr. Annekatrin Bruns, die nicht mit diesem Fall befasst ist, aber regelmäßig mit hochstrittigen Sorgerechtsverfahren zu tun hat, erklärt: „In Fällen, in denen ein Elternteil das Gefühl hat, das Kind sei beim anderen Teil nicht sicher oder der Umgang werde systematisch vereitelt, können existenzielle Ängste entstehen. Dies entschuldigt keine Selbstjustiz, erklärt aber manchmal die emotionale Dynamik.“ Die Hamburger Jugendbehörde verzeichnet seit Jahren einen Anstieg besonders konfliktreicher Sorgerechtsfälle, oft verbunden mit internationalen Bezügen.

Für die beiden Kinder, um die sich alles dreht, bedeutet dieser öffentliche Prozess eine enorme Belastung. Ihre Perspektive und ihr Wille, die in jedem Sorgerechtsverfahren ab einem gewissen Alter maßgeblich sein sollten, bleiben in der gerichtlichen Berichterstattung aus Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte weitgehend ausgeblendet. Sie sind die stummen Hauptpersonen in einem Drama, das ihre Familie für immer verändern wird. Eine Mitarbeiterin des Hamburger Kinderschutz-Zentrums, die anonym bleiben möchte, sagt: „Die Traumatisierung aller Beteiligten, besonders der Kinder, in solchen Eskalationen ist immens. Sie werden zu Objekten eines Machtkampfes gemacht, und die Öffentlichkeit des Prozesses potenziert diesen Druck.“

Die erneute Vernehmung der Chefermittlerin dient nun dazu, letzte Unklarheiten auszuräumen und Widersprüche in den bisherigen Aussagen aufzudecken. Die Verteidiger werden sich vermutlich darauf konzentrieren, den subjektiven Eindruck der Kommissarin von einem „Teilgeständnis“ infrage zu stellen und die Beweiskette der Ermittlungen genauestens zu prüfen. Die Staatsanwaltschaft hingegen wird versuchen, die Plausibilität und Schlüssigkeit der Ermittlungsergebnisse zu untermauern. Jedes Wort der Beamtenin wird auf die Goldwaage gelegt.

Was bedeutet dieser Prozess für Hamburg? Über die juristische Bewertung hinaus hat er eine gesellschaftliche Dimension. Er stellt die Stadt vor die Frage, wie sie mit den schwierigsten Fällen familiärer Zerrüttung umgeht. Sind die bestehenden Beratungs- und Unterstützungssysteme für hochstrittige Eltern ausreichend? Reichen die Mittel der Jugendhilfe und der Gerichte, um solchen Eskalationen vorzubeugen? Der Fall spielt sich zwar zwischen wohlhabenden, international vernetzten Personen ab, aber die zugrundeliegenden Probleme – Kommunikationsverlust, Ohnmacht, verzweifelter Kampf um die Kinder – kennen Familien aus allen sozialen Schichten.

Aspekt Details
Hauptperson Christina Block
Alter 53 Jahre
Vorwurf Entführung der Kinder
Zeugin Chefermittlerin der Polizei
Mitangeklagte 6 Personen, darunter Gerhard Delling
Ermittlungsbeginn April 2023

Der Ausgang des Verfahrens ist völlig offen. Sollten die Vorwürfe der Entführung und Beihilfe in vollem Umfang bestätigt werden, drohen den Angeklagten mehrjährige Haftstrafen. Sollte das Gericht hingegen die Motive der Mutter, insbesondere vor dem Hintergrund des vorausgegangenen Sorgerechtsstreits, als stark strafmildernd bewerten oder sogar von einer Strafbarkeit absehen, wäre das ein Signal mit weitreichender Wirkung. Es würde eine schwierige Grenzziehung zwischen strafbarer Selbstjustiz und nachvollziehbarer, wenn auch gesetzeswidriger elterlicher Fürsorge erforderlich machen.

Für die Hamburger Öffentlichkeit bleibt der Prozess eine Mahnung. Eine Mahnung daran, dass hinter schicken Titeln wie „Unternehmerin“ und „Ex-Moderator“, hinter Schlagzeilen von Entführung und internationalen Sicherheitsfirmen, eine menschliche Tragödie steht. Eine Tragödie, in der zwei Kinder ihre Unbeschwertheit und vielleicht Teile ihrer Kindheit verloren haben. Die Aussage der Ermittlerin am Dienstag ist nur ein weiteres Puzzleteil in der minutiösen Rekonstruktion dieser Tragödie durch das Gericht. Das endgültige Bild, das dabei entsteht, wird nicht nur über Schuld oder Unschuld entscheiden, sondern auch darüber, wie unsere Gesellschaft mit den dunkelsten Momenten im Zerfall einer Familie umgeht. Die Augen der Stadt ruhen auf Saal 321 – nicht nur aus Sensationslust, sondern auch, weil dieser Fall uns alle an unsere eigenen Grenzen und an die zerbrechlichen Fundamente des Familienlebens erinnert.

Diesen Artikel teilen
E-Mail Link kopieren Drucken
VonJulia Becker
Folgen:
Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
Vorheriger Artikel Tarifverhandlungen für Busunternehmen in Schleswig-Holstein vertagt: Wie geht es weiter?
Nächster Artikel Weltmeister Obst fällt vor Supercup in Hamburg aus: Rückenbeschwerden stoppen Basketball-Star
Einen Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Deine verlässliche Quelle für präzise und zeitnahe Informationen!

Unser Anspruch auf Genauigkeit, Unabhängigkeit und aktuelle Berichterstattung hat uns das Vertrauen eines breiten Publikums eingebracht. Bleiben Sie stets informiert – mit Echtzeit-Updates zu den wichtigsten Ereignissen und Trends.
FacebookGefällt mir
XFolgen
InstagramFolgen
LinkedInFolgen

Das könnte Ihnen auch gefallen

Tauwetter Hamburg: Feuerwehreinsatz im Dauereinsatz

Von
Julia Becker
Hamburg

Hamburg Landespressekonferenz Jahresfest 2024: Politik trifft Medien

Von
Julia Becker
Hamburg

Hamburg CSD: Einkaufszentrum verweigert Einlass mit Flaggen

Von
Julia Becker
Hamburg

Vermisste 17-Jährige Osdorf Hamburg – Polizei sucht Jugendliche

Von
Julia Becker
logo
Facebook Twitter Instagram

Über uns


Deine Stadt, Deine Geschichten: Deine direkte Verbindung zu lokalen Schlagzeilen und aktuellen Ereignissen. Bleib informiert mit unserer Echtzeit-Berichterstattung über Politik, Wirtschaft, Kultur, Lifestyle und mehr. Deine verlässliche Quelle für Nachrichten aus deiner Region – rund um die Uhr.

Weitere Kategorien
  • Essen & Trinken
  • Stil
  • Kultur
  • Lifestyle
Nützliche Links
  • Über uns
  • Kontakt
  • Werben Sie mit uns
  • Datenschutzerklärung
  • Allgemeine Nutzungsbedingungen

© 2025 Nachrichten Lokal. Eine Publikation der LokalMedia GmbH. Alle Rechte vorbehalten.