Wenn Sie in Hamburg wohnen, könnte diese Zahl Sie umhauen: Über 5.000 Haftbefehle, ausgestellt von Hamburger Behörden, sind aktuell noch offen. Diese Menschen werden gesucht, aber nicht gefunden. Die Antwort des Senats auf eine AfD-Anfrage zeigt eine große Aufgabe für Polizei und Justiz. Hier geht es nicht nur um Statistik, sondern um Vertrauen in unsere öffentliche Sicherheit.
Wer wird gesucht?
Die Zahlen stammen aus dem polizeilichen Informationssystem INPOL vom 13. Oktober. Genau 5.130 offene Haftbefehle liegen vor. Sie richten sich gegen 4.827 Personen. Die meisten sind Männer im Alter zwischen 21 und 49 Jahren. Nur 425 der Gesuchten sind Frauen. Viele dieser Menschen haben ihren Wohnort gewechselt oder sind nicht mehr auffindbar. Der Senat erklärt, man treffe sie an bekannten Adressen einfach nicht mehr an. Ihr Aufenthalt ist unbekannt. Man weiß oft nicht einmal, ob sie sich noch in Deutschland aufhalten.
Was sagt die Politik dazu?
Dirk Nockemann, Fraktionsvorsitzender der AfD, spricht von einem «Kontrollverlust». Er sieht in den über 5.000 offenen Fällen ein Versagen der rot-grünen Regierungspolitik. Seine Kritik richtet sich besonders auf die Staatsangehörigkeiten der Gesuchten. Nur 374 Personen besitzen ausschließlich einen deutschen Pass. 51 haben eine doppelte Staatsbürgerschaft. Demgegenüber stehen 4.456 Personen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit. 13 sind staatenlos und in 108 Fällen ist die Staatszugehörigkeit ungeklärt. Die größten Gruppen kommen aus der Türkei, Polen, Georgien, Rumänien und Afghanistan. Nockemann fordert eine gezielte Fahndungsoffensive und die konsequente Abschiebung verurteilter Straftäter ohne deutschen Pass.
Warum ist das wichtig für Sie?
Diese offenen Haftbefehle sind keine abstrakte Verwaltungszahl. Sie betreffen das Sicherheitsgefühl in unserer Stadt. Jeder dieser Befehle wurde aus einem konkreten Grund ausgestellt: wegen einer Straftat oder weil eine verhängte Strafe nicht angetreten wurde. Die Frage ist, welche Anstrengungen unternommen werden, um diese Personen zu finden. Der Senat teilt nicht mit, wie alt die Haftbefehle sind oder welche Delikte im Einzelnen vorliegen. Das macht eine Bewertung für uns Bürger schwierig. Wir erfahren nicht, ob es sich um Bagatelldelikte oder schwere Gewaltverbrechen handelt.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Diskussion wird weitergehen. Die AfD wird die Zahlen sicherlich im Parlament thematisieren. Die regierende Koalition muss erklären, wie sie mit diesem Berg offener Fälle umgehen will. Braucht die Polizei mehr Personal für die Fahndung? Muss die Zusammenarbeit mit anderen Behörden verbessert werden? Diese Fragen sind zentral. Für Sie als Hamburger Bürger bleibt wichtig, dass die Behörden ihrer Aufgabe nachkommen: Recht durchzusetzen und für Sicherheit zu sorgen. Die hohe Zahl offener Haftbefehle zeigt, dass hier eine große Herausforderung liegt. Wie die Politik sie angeht, werden die kommenden Monate zeigen.
- Über 5.000 offene Haftbefehle
- 5.130 Haftbefehle gegen 4.827 Personen
- Mehrheit der Gesuchten sind männlich
- Nur 425 Frauen unter den Gesuchten
- 374 mit ausschließlich deutschem Pass
- 4.456 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit
| Staatsangehörigkeit | Anzahl |
|---|---|
| Deutsch | 374 |
| Doppelte Staatsbürgerschaft | 51 |
| Ausländische Staatsangehörigkeit | 4.456 |
| Staatenlos | 13 |
| Ungeklärte Staatsangehörigkeit | 108 |
| Größte Gruppen | Türkei, Polen, Georgien, Rumänien, Afghanistan |