Es war ein historischer Moment für den Handball in der Hansestadt – und er endete mit einem klaren Sieg. Der HC Hamburg, bis vor kurzem noch als HSV Hamburg bekannt, hat sein erstes Pflichtspiel unter neuem Namen gewonnen. In der ersten Runde des DHB-Pokals setzte sich das Bundesliga-Team von Trainer Torsten Jansen mit 39:28 (21:11) beim Drittligisten MTV Braunschweig durch. Doch die Freude über den souveränen Einzug in die nächste Runde war beim Coach nicht ungetrübt. Eine starke erste Hälfte zeigte das Potenzial des Teams, eine nachlassende zweite Hälfte sorgte für Unmut und gibt der Mannschaft vor dem Bundesliga-Start nächste Woche noch Hausaufgaben auf.
Das Spiel begann, wie es sich für den haushohen Favoriten aus der höchsten Spielklasse gehört. Der HC Hamburg zeigte von der ersten Minute an konzentriert und engagiert auf. Der Klassenunterschied wurde vor allem in der Abwehr deutlich, wo die Hamburger zupackten und daraus eine Vielzahl an Tempogegenstößen und einfachen Toren kreierten. Die Führung wuchs kontinuierlich: 6:2, 11:5, 14:7. Ein wesentlicher Faktor war dabei Torhüter Robin Haug, der mit Paraden in der ersten Halbzeit die Grundlage für die klare Pausenführung von 21:11 legte. Das Spiel schien entschieden.
Genau diese Sicherheit wurde dem Team in der zweiten Hälfte jedoch zum Verhängnis. Zwar bauten Moritz Sauter und der dänische Rückraumspieler Nicolaj Jørgensen, der am Ende acht Tore erzielte, die Führung direkt nach der Pause weiter aus. Danach aber ließ die Intensität der Hamburger merklich nach. Die von Ex-Nationalspieler Volker Mudrow trainierten Braunschweiger kamen besser ins Spiel, vor allem weil die Gäste in der Abwehr zu viele Anspiele an den Kreis zuließen und die Kontrolle über das Spielgeschehen aus der Hand gaben.
Dass sein Team das Spiel derart „austrudeln“ ließ, ärgerte Trainer Torsten Jansen sichtlich. „In der zweiten Halbzeit wollten wir an die Leistung aus der ersten Halbzeit anknüpfen, das ist uns aber überhaupt nicht gelungen“, sagte er in der Analyse. „Dadurch haben wir es uns selbst versaut, am Ende sagen zu können, dass es ein rundum gelungenes Spiel gewesen ist. Mal haben wir eine scheiß erste Halbzeit, jetzt hatten wir eine scheiß zweite Halbzeit. Vielleicht schaffen wir im dritten oder vierten Anlauf dann mal ein Spiel mit zwei guten Halbzeiten.”
Trotz der kritischen Worte des Trainers überwog der positive Aspekt des klaren Erfolgs. Ein besonderes Highlight war das Comeback von Dominik Axmann. Der Kreisläufer feierte nach einem erneuten Knie-Drama, einem Kreuzbandanriss im Dezember vergangenen Jahres, sein Pflichtspiel-Comeback und erzielte sogar ein Tor zum 14:7. „Ich bin einfach froh, dass mein Körper so hält, wie er gerade hält, und freue mich jetzt auf den Bundesliga-Start“, erklärte der sichtlich erleichterte Axmann nach dem Spiel.
Dieser Bundesliga-Start steht für den HC Hamburg am kommenden Sonntag (18 Uhr) an. Dann geht es auswärts gegen den HBW Balingen-Weilstetten. Das Pokalspiel hat gezeigt, dass das Team über die Qualität verfügt, um in der Liga mitzuspielen. Es hat aber auch gezeigt, dass die Konzentration über die volle Spielzeit hinweg eine Aufgabe bleibt. Für die Fans in Hamburg ist der erste Schritt unter neuem Namen jedoch geglückt. Der HC Hamburg lebt – und hat gewonnen.
- Erfolgreicher Start unter neuem Namen
- Starke erste Halbzeit
- Schwächen in der zweiten Halbzeit
- Comeback von Dominik Axmann
- Intensive Abwehrleistung
- Nächster Gegner: HBW Balingen-Weilstetten
| Spiel | Ergebnis | Trainer |
|---|---|---|
| HC Hamburg vs MTV Braunschweig | 39:28 | Torsten Jansen |