Am Freitagabend zog ein heftiges Unwetter über Hamburg. Starker Regen und Gewitter ließen innerhalb kurzer Zeit viele Straßen und Keller volllaufen. Die Hamburger Feuerwehr rückte zu mehr als 70 Einsätzen aus, um die Folgen des plötzlichen Starkregens zu bewältigen. Besonders betroffen waren Stadtteile im Süden und Osten der Hansestadt.
Der Deutsche Wetterdienst hatte am frühen Abend eine amtliche Unwetterwarnung vor Starkregen herausgegeben. Kurz darauf entluden sich heftige Schauer über der Millionenstadt. In einigen Gebieten fielen innerhalb einer Stunde mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter – eine Menge, die normalerweise in einem ganzen Monat fällt. Die Kanalisation konnte diese Wassermassen nicht mehr schnell genug ableiten.
„Die meisten unserer Einsätze waren klassische Hilfeleistungen bei Überflutungen“, berichtet ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr. „Wir mussten zahlreiche vollgelaufene Keller leerpumpen und Straßenabschnitte von Schlamm und Wasser befreien.“ Besonders viele Notrufe gingen aus den Stadtteilen Horn, Billstedt und Bergedorf ein. Dort standen nach dem Regen viele Unterführungen und Tiefgaragen unter Wasser. Die Einsatzkräfte waren bis in die späten Nachtstunden im Dauereinsatz. Verletzt wurde nach aktuellem Stand niemand.
Starkregen-Ereignisse wie dieses stellen Hamburg vor immer größere Herausforderungen. Als Stadt an Wasserläufen wie Alster und Elbe ist Hamburg zwar an Hochwasser von den Flüssen her gewöhnt. Doch das Wasser von oben, der sogenannte „urbane Sturzflut“, wird durch den Klimawandel und die zunehmende Versiegelung von Flächen in der Stadt zu einem ernsthaften Problem. Wenn Regenwasser nicht mehr im Boden versickern kann, weil überall asphaltiert oder bebaut ist, sucht es sich oberirdische Wege – und fließt in Keller, Garagen und U-Bahn-Schächte.
Die Stadt Hamburg arbeitet bereits an Konzepten, um besser mit solchen extremen Wetterereignissen umzugehen. Dazu gehören etwa der Bau von großen unterirdischen Rückhaltebecken, die das Regenwasser auffangen und verzögert abgeben können. Auch das gezielte Entsiegelen von Flächen, etwa auf Schulhöfen oder Parkplätzen, soll die natürliche Versickerung fördern. „Jeder Quadratmeter Grünfläche hilft, die Wassermassen zu bremsen und die Kanalisation zu entlasten“, erklärt eine Sprecherin der Umweltbehörde.
Für die Betroffenen bedeutet ein solcher Abend vor allem viel Arbeit und Sorgen. „Es war wie ein Wasserfall, der plötzlich vor unserem Kellerfenster herunterkam“, erzählt eine Anwohnerin aus Horn. „Innerhalb von Minuten stand alles unter Wasser. Die Feuerwehr war zwar schnell da, aber der Schaden an unserer Heizungsanlage und den gelagerten Sachen ist enorm.“ Viele Hamburger müssen nun mit ihren Versicherungen klären, welche Kosten übernommen werden. Schäden durch sogenanntes „Oberflächenwasser“, das von oben kommt, sind in vielen Hausrat- und Gebäudeversicherungen nur mit einer speziellen Zusatzklausel abgedeckt.
Das Wochenendwetter in Hamburg bringt vorerst Entwarnung. Am Samstag und Sonntag soll es überwiegend trocken und sonnig bleiben. Doch der Freitagabend hat allen wieder ins Bewusstsein gerufen, wie verwundbar eine Großstadt wie Hamburg gegenüber den Wetterextremen des Klimawandels ist. Die Feuerwehr appelliert an die Bürger, bei Unwetterwarnungen Vorkehrungen zu treffen: „Sichern Sie Ihren Keller, parken Sie Ihr Auto nicht in gefährdeten Unterführungen und meiden Sie überflutete Straßenabschnitte. Das entlastet uns und kann Leben retten.“
- Starker Regen in kurzer Zeit
- Über 70 Einsätze der Feuerwehr
- Besonders betroffene Stadtteile
- Schäden an Heizungsanlagen
- Versicherungsklauseln für Oberflächenwasser
- Vorkehrungen bei Unwetterwarnungen
| Stadtteil | Auftretende Probleme |
|---|---|
| Horn | Unterführungen und Tiefgaragen unter Wasser |
| Billstedt | Überflutungen in Straßen und Kellern |
| Bergedorf | Vielzahl an Notrufen |