Gisela Marx ist tot. Die Gründerin der Kölner Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft Filmpool starb am Sonntag im Alter von 84 Jahren. Sie erlag in ihrem Kölner Zuhause einer längeren Krankheit. Dies bestätigte Filmpool-Geschäftsführer Felix Wesseler auf Anfrage. Die Nachricht sorgt in der Medienstadt Köln für Trauer. Marx war eine prägende Figur, die das deutsche Fernsehen mitgestaltet hat.
Sie gründete Filmpool im Jahr 1974. Damals war es für eine Frau noch alles andere als selbstverständlich, eine eigene Produktionsfirma zu führen. Marx schaffte es. Aus dem kleinen Unternehmen wurde unter ihrer Führung eine der größten Produktionsgesellschaften Deutschlands. Der große Durchbruch kam 1999 mit der Gerichtsshow «Richterin Barbara Salesch» für Sat.1. Die Sendung wurde ein Straßenfeger im Nachmittagsprogramm und prägte eine ganze Ära des Fernsehens. Es folgten erfolgreiche Formate wie «Das Jugendgericht» und «Niedrig & Kuhnt – Kommissare ermitteln». Diese Shows machten Filmpool bekannt. Sie zeigten auch den typischen Marx’schen Instinkt für Themen, die das Publikum wirklich bewegen.
Ihre Karriere begann lange davor beim Westdeutschen Rundfunk. Mitte der 1960er Jahre startete sie als Hörfunk- und Fernsehjournalistin. Viele Kölner werden ihre Stimme noch aus dem Radio kennen. Sie moderierte das WDR2-Morgenmagazin und leitete später das WDR2-Mittagsmagazin. Diese Erfahrung vor und hinter den Mikrofonen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks war die Basis für ihren späteren Erfolg. Sie verstand, wie man Geschichten erzählt. Sie wusste, was Zuschauer fesselt. Dieses Wissen brachte sie in ihr eigenes Unternehmen ein.
Auch nach dem Verkauf von Filmpool im Jahr 2004 blieb sie der Firma eng verbunden. Sie saß bis 2009 im Vorstand der neuen Eigentümergesellschaft MME Moviement. Ihr Lebenswerk fand große Anerkennung. Im Jahr 2003 erhielt Gisela Marx den Landesverdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Eine hohe Auszeichnung für eine Frau, die mit Mut und viel Leidenschaft ihren Weg ging.
Einige Highlights aus Gisela Marx‘ Karriere:
- Gründung von Filmpool im Jahr 1974
- Erfolgreiche Formate wie «Richterin Barbara Salesch»
- Moderat im WDR2-Morgenmagazin
- Vorstand der MME Moviement bis 2009
- Auszeichnung mit dem Landesverdienstorden NRW
- Einflussreiche Rolle in der Kölner Medienlandschaft
«Gisela Marx hat die Grundlage dafür gelegt, dass Filmpool zu einer der größten deutschen Film- und Fernsehproduktionsgesellschaften geworden ist,» sagte Geschäftsführer Felix Wesseler. Ihr Tod markiert das Ende einer Ära in Kölns Medienlandschaft. Sie war eine Pionierin. In einer Branche, die damals noch von Männern dominiert wurde, schuf sie sich ihren eigenen Platz. Ihr Vermächtnis sind nicht nur die erfolgreichen TV-Formate. Es ist auch die Tatsache, dass sie jungen Medienmachern in Köln zeigte, dass man mit einer guten Idee und viel Einsatz Großes schaffen kann. Die Stadt verliert mit ihr eine ihrer charismatischsten und einflussreichsten Medienschaffenden.