Ein Abend, der eigentlich das sommerliche Köln in ein glitzerndes Lichtermeer verwandeln sollte, begann mit einer spektakulären Panne. Kurz vor dem Start des großen Abschlussfeuerwerks der „Kölner Lichter“ um 23 Uhr blieb das niederländische Flusskreuzfahrtschiff MS Arielle Royal am Samstagabend auf der rechten Rheinseite stecken. Die Wasserschutzpolizei bestätigte den Vorfall gegenüber t-online.
Das Schiff hatte sich so festgefahren, dass der vorgeschriebene Sicherheitsabstand zum Feuerwerksschiff nicht mehr eingehalten werden konnte. Die Einsatzkräfte handelten schnell. Bis 21.30 Uhr wurde das rund 110 Meter lange Schiff vollständig evakuiert. Zusätzlich musste der Kapitän eine schriftliche Erklärung unterschreiben, dass er für mögliche Schäden an seinem Boot aufkommt. Erst nach Abschluss dieser Maßnahmen konnte die spektakuläre Feuershow pünktlich beginnen. Für die rund 100 Gäste an Bord des Kreuzfahrtschiffs endete der geplante Höhepunkt des Abends damit vorzeitig an Land.
Niedriger Pegel stellt die Veranstaltung vor große Herausforderungen
Der ungewöhnliche Zwischenfall ist nicht die einzige Herausforderung, mit der die Organisatoren der traditionsreichen Rhein- und Lichterveranstaltung in diesem Jahr zu kämpfen haben. Der extrem niedrige Wasserstand des Rheins wirft seinen Schatten voraus.
Am Samstagmorgen wurde am Kölner Pegel ein neuer Rekord-Tiefstwert von nur 67 Zentimetern gemessen. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel liegt der Pegel im August bei etwa 230 Zentimetern. Diese extreme Situation hatte Veranstalter Werner Nolden bereits im Vorfeld beunruhigt. Von den ursprünglich 27 angemeldeten Schiffen, die zum Konvoi der „Kölner Lichter“ gehören sollten, schafften es sechs aufgrund des Niedrigwassers gar nicht erst nach Köln.
Die extremen Bedingungen erzwangen eine historische Änderung der Streckenführung. Um in tieferes und damit sichereres Fahrwasser zu gelangen, fuhr der Schiffskonvoi in diesem Jahr erstmals nicht wie üblich vom Süden in Richtung Innenstadt, sondern startete in Köln-Niehl im Norden. Von dort aus bewegten sich die 16 teilnehmenden, festlich beleuchteten Schiffe flussabwärts zurück, bevor sie sich auf der Höhe des Tanzbrunnens und der Bastei für das Publikum positionierten. Die restlichen Boote blieben an den Landebrücken festgemacht.
Die Stadtachter-Regatta findet angepasst statt
Trotz der schwierigen Bedingungen fand auch die beliebte „Stadtachter“-Ruderregatta wie geplant statt. Ab 20.45 Uhr traten sechs Boote auf einer ungewöhnlich langen Strecke von 2,5 Kilometern an. Das sind 500 Meter mehr als in den Vorjahren. Die verlängerte Strecke war notwendig, weil die Fließgeschwindigkeit des Rheins in diesem Jahr mit nur etwa fünf Kilometern pro Stunde ungewöhnlich gering ist. Normalerweise fließt der Strom hier mit rund acht bis zehn Kilometern pro Stunde. Die Ruderer mussten sich also auf veränderte Bedingungen einstellen und deutlich länger für ihre Rennen einplanen.
- Ungewöhnlich niedriger Wasserstand
- Evakuierung des Kreuzfahrtschiffs
- Historische Änderung der Streckenführung
- Sechs Boote schafften es nicht nach Köln
- Verlängerte Strecke bei der Ruderregatta
- Wachsende Herausforderungen durch die Klimakrise
Für die Stadt Köln und die Veranstalter zeigen die Probleme des Abends eindrücklich, wie sich die Klimakrise auch auf traditionsreiche Großveranstaltungen auswirkt. Der extrem niedrige Rheinpegel, eine Folge anhaltender Trockenheit in den Quellregionen, wird in den kommenden Jahren voraussichtlich eine wiederkehrende Herausforderung werden. Sie zwingt zum Umdenken bei der Logistik und stellt die Sicherheit der Schifffahrt auf dem Rhein, der wichtigsten Wasserstraße Deutschlands, immer wieder auf eine harte Probe.
| Uhrzeit | Ereignis | Bemerkungen |
|---|---|---|
| 21:30 | Evakuierung des Kreuzfahrtschiffs | 100 Gäste an Land |
| 20:45 | Beginn der Stadtachter-Regatta | Strecke von 2,5 km |
| 23:00 | Start des Feuerwerks | Feuerwerk erhellt den Nachthimmel |
Dennoch gelang es den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Wasserschutz, die Krise um das festsitzende Kreuzfahrtschiff schnell und professionell zu meistern. Das Feuerwerk erhellte pünktlich den Kölner Nachthimmel und bescherte den Zehntausenden Zuschauern entlang der Rheinufer doch noch den magischen Moment, auf den sie gewartet hatten.