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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Frankfurt am Main > Lufthansa eröffnet Hangar One am Frankfurter Flughafen
Frankfurt am Main

Lufthansa eröffnet Hangar One am Frankfurter Flughafen

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: August 3, 2026 7:59 a.m.
Julia Becker
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Die Frankfurter Stadtgesellschaft gewinnt ein neues, besonderes Stück ihrer Identität hinzu. Wo sich seit Jahrzehnten der Puls der globalen Mobilität konzentriert, eröffnet sich nun ein Ort, der diese Geschichte für alle erlebbar macht. Mit dem „Hangar One“ eröffnet die Lufthansa Group am 1. August nicht nur ein Besucherzentrum, sondern einen lebendigen Teil der Stadtgeschichte direkt am Airportring. Für Frankfurt, eine Stadt, deren wirtschaftliche Kraft und internationale Vernetzung untrennbar mit ihrem Flughafen verbunden sind, ist dies mehr als eine Touristenattraktion. Es ist eine Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger, die industrielle und technologische DNA ihrer Heimatstadt kennenzulernen.

Der neue Anziehungspunkt, der donnerstags und freitags von 8 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet ist, schließt eine Lücke im kulturellen Angebot der Rhein-Main-Region. Während Frankfurt mit Museen für Kunst, Film oder Naturgeschichte reich gesegnet ist, fehlte bislang ein zentraler Ort, der die faszinierende Geschichte der Luftfahrt und ihren prägenden Einfluss auf die Region würdigt. Mit einem regulären Eintrittspreis von acht Euro für Erwachsene setzt die Lufthansa bewusst auf Zugänglichkeit. Die Ermäßigungen für Kinder, Studenten und andere Gruppen, die auf der Website detailliert aufgeführt sind, unterstreichen diesen inklusiven Ansatz. Besonders wichtig für Familien: Kinder erhalten einen eigens für sie formulierten Audio-Guide, der die komplexe Technik- und Wirtschaftsgeschichte altersgerecht vermittelt.

Im Kern der über 6000 Quadratmeter großen, interaktiven Ausstellung stehen zwei historische Flugzeuge, die wie kaum andere Maschinen die deutsche Luftfahrtgeschichte symbolisieren. Die Junkers Ju 52, liebevoll „Tante Ju“ genannt, steht für die Pionierjahre der 1920er und 30er. Ihr Gegenstück ist die Lockheed Super Star, die das „Wirtschaftswunder“ in den Himmel trug und den Neustart der Lufthansa nach dem Zweiten Weltkrieg markierte. Diese Maschinen sind keine anonymen Exponate; sie sind Zeitzeugen. Die Tatsache, dass die Kabine der Super Star voraussichtlich ab Ende des Jahres auch von innen besichtigt werden kann und die Ju 52 bei besonderen Events ihre Tür öffnet, schafft eine direkte, fast intime Verbindung zur Vergangenheit. Es ist diese haptische Erfahrung, die das Hangar One-Erlebnis von einem reinen Museumsbesuch unterscheidet.

Die Eröffnung selbst am 1. August ist als Event für die Community konzipiert. Das Programm mit einem „Glücks-Rabatt“ im Worldshop, dem Maskottchen Lu und der Chance, einen Flugsimulator zu bedienen – wenn auch mit begrenztem Kontingent – spricht gezielt Luftfahrtbegeisterte und Familien an. Ein wichtiger Hinweis für alle, die den Eröffnungstag miterleben möchten: Der Einlass ist nur mit einem vorab online gekauften Ticket möglich. Diese Regelung soll Gedränge steuern und allen Besuchern ein positives Erlebnis garantieren. Ein Highlight ist die Premiere der Jubiläumsdokumentation „We are the Journey“, die ab September auch an Bord der Lufthansa-Langstreckenflieger zu sehen sein wird. Sie verbindet den neuen Standort am Boden mit der kerngeschäftlichen Identität des Unternehmens in der Luft.

Aus stadtplanerischer und gemeinwohlorientierter Perspektive ist der Hangar One ein interessanter Fall. Er liegt zwar zentral auf dem Flughafengelände an der A3, ist damit aber typischerweise mit dem Auto erreichbar. Für eine Stadt, die den öffentlichen Nahverkehr und die Reduktion des Individualverkehrs fördert, stellt sich die Frage der Anbindung. Bislang fehlen konkrete Angaben zu direkten Shuttle-Verbindungen von S-Bahn-Stationen wie dem „Frankfurt Flughafen Regionalbahnhof“ zum Hangar. Eine gute, klar kommunizierte Anbindung an den RMV wäre nicht nur ein Service, sondern ein starkes Signal für nachhaltige Mobilität. Die Frankfurter Stadtverwaltung und die Flughafenbetreiberin Fraport sind hier gefordert, gemeinsam mit der Lufthansa praktikable Lösungen zu entwickeln, damit der neue Kulturort nicht zum Verkehrsproblem wird.

Der Hangar One ist auch ein wirtschaftlicher Impuls für die Region. Er schafft neue Arbeitsplätze im Bereich Gastronomie, Sicherheit, Tourismusführung und Eventmanagement. Zudem stärkt er Frankfurt als Standort für außergewöhnliche Konferenzen und Events. Die Möglichkeit, den Hangar exklusiv für Veranstaltungen zu buchen, macht ihn für Unternehmen aus der gesamten Bundesrepublik attraktiv. Für lokale Gastronomen und Hoteliers bedeutet dies: zusätzliche Übernachtungsgäste und Umsatz – ein willkommener Effekt in einer Zeit, in der die Innenstädte um Besucher kämpfen.

Bürgermeister Mike Josef (SPD) sieht in dem Projekt eine Bereicherung für das Stadtleben: „Frankfurt ist eine Stadt der Tüftler, der Ingenieure und der globalen Verbindungen. Der Hangar One macht diesen Geist sichtbar und erlebbar. Er ist ein Ort, der Jung und Alt gleichermaßen anspricht und unsere Verbindung zur Luftfahrt, einem unserer wichtigsten Wirtschaftszweige, in der Gemeinschaft verankert.“ Auch aus den Reihen der Stadtverordnetenversammlung gibt es Zuspruch. Markus Frank (CDU), Dezernent für Wirtschaft und Energie, betont: „Solche privaten Investitionen in öffentlich zugängliche Infrastruktur sind genau das, was wir brauchen. Sie stärken den Standort, schaffen Identität und machen Technikgeschichte demokratisch zugänglich.“

Doch nicht alle Stimmen sind uneingeschränkt positiv. Kritiker aus Umweltverbänden und Teilen der Zivilgesellschaft fragen, ob eine Ausstellung eines Luftfahrtkonzerns, der für seinen signifikanten CO2-Ausstoß bekannt ist, das richtige Signal in Zeiten der Klimakrise sei. Sie fordern, dass der Hangar One nicht nur die glorreiche Vergangenheit, sondern auch die großen ökologischen Herausforderungen der Zukunft der Luftfahrt thematisieren muss. „Eine moderne, verantwortungsbewusste Ausstellung muss den gesamten Lebenszyklus betrachten – vom Kerosinverbrauch bis zur Frage nach nachhaltigen Treibstoffen“, so eine Sprecherin der Bürgerinitiative „Flima – Frankfurt fürs Klima“. Die Lufthansa betont hingegen, dass die Ausstellung auch die aktuellen Forschungen zu klimaneutralem Fliegen und Zukunftstechnologien behandeln werde.

Was erwartet Frankfurterinnen und Frankfurter also, wenn sie den Hangar One besuchen? Sie erwartet eine professionell kuratierte Zeitreise, die mit interaktiven Elementen und originalen Exponaten Begeisterung weckt. Sie erwartet ein Stück Heimatgeschichte, das erklärt, warum über ihren Köpfen alle 90 Sekunden ein Flugzeug startet oder landet. Und sie erwartet einen Ort, der Diskussionen anregt – über technischen Fortschritt, wirtschaftliche Abhängigkeiten und ökologische Verantwortung.

Für Familien, Schulklassen und alle technikhistorisch Interessierten ist der Hangar One ein bereicherndes Wochenendziel. Die Kombination aus historischen Flugzeugen, dem Flugsimulator und dem speziellen Kinderprogramm bietet Unterhaltung und Bildung unter einem Dach. Die Bürgerinnen und Bürger Frankfurts sind nun eingeladen, diesen neuen Teil ihrer Stadt zu entdecken, zu nutzen und mitzugestalten. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob es gelingt, den Hangar One nicht nur als Museum, sondern als lebendigen Forum für die wichtigen Debatten unserer Zeit zu etablieren – über die Zukunft der Mobilität direkt vor unserer Haustür.

  • Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag von 8 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 16 Uhr
  • Regulärer Eintrittspreis: 8 Euro für Erwachsene
  • Spezielle Ermäßigungen für Kinder, Studenten und Gruppen
  • Interaktive Ausstellung über 6000 Quadratmeter
  • Historische Flugzeuge: Junkers Ju 52 und Lockheed Super Star
  • Familienfreundlicher Audio-Guide für Kinder
Aspekt Details
Eröffnung 1. August
Besucherzentrum Hangar One
Öffnungszeiten Do, Fr: 8-18 Uhr, Sa: 10-16 Uhr
Eintritt 8 Euro für Erwachsene
Interaktive Ausstellung Über 6000 Quadratmeter
Geplante Shuttle-Verbindungen Fehlen derzeit
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VonJulia Becker
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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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