In der kommenden Woche hält der Frankfurter Nachthimmel ein besonders Ereignis für Frühaufsteher bereit. In den frühen Morgenstunden des Freitag, den 28. August, findet eine partielle Mondfinsternis statt, die mit einer Verdunkelung von 94 Prozent des Mondes beinahe den Status einer totalen Finsternis erreicht. Dieses Himmelsphänomen, das nur 16 Tage nach der jüngsten Sonnenfinsternis auftritt, bietet Bewohnern die Chance, ein seltenes Schauspiel zu beobachten, das die Stadt in ein ungewöhnliches Licht taucht.
Die Finsternis beginnt um 3.23 Uhr, wenn der Mond in den Halbschatten der Erde eintritt – eine Phase, die für das bloße Auge kaum sichtbar ist. Das eigentliche Spektakel startet ab 4.33 Uhr mit dem Eintritt in den Kernschatten. Der Höhepunkt wird gegen 6.12 Uhr erwartet, zu diesem Zeitpunkt sind 94 Prozent der Mondscheibe verdunkelt und können eine rötliche Färbung annehmen. Für Frankfurter Beobachter ist Eile geboten: Der Mond steht zu diesem Zeitpunkt nur noch etwa 3,5 Grad über dem Horizont im Westsüdwesten und geht um 6.41 Uhr unter. Das Ende der partiellen Phase um 7.51 Uhr ist von der Stadt aus nicht mehr zu sehen.
Die Beobachtung wird durch die tiefe Stellung des Mondes über dem Horizont eine Herausforderung. Ein freier Blick nach Westsüdwesten ist entscheidend. Ideal sind erhöhte Standorte ohne Bebauung im Sichtfeld:
- Aussichtspunkte im Stadtwald
- Berger Warte in Bornheim
- Freie Flächen am Mainufer
- Öffentliche Parks
- Dächer von hohen Gebäuden
- Wiese außerhalb der Stadt
Im Gegensatz zur Sonnenfinsternis ist keine Schutzbrille notwendig; das Ereignis kann gefahrlos mit bloßem Auge, Fernglas oder Teleskop verfolgt werden. Letztlich wird das Wetter entscheidend sein: Ob Wolken oder Morgennebel die Sicht versperren, zeigt sich erst in den Stunden davor.
Dieses Naturereignis fällt in eine Zeit, in der die Diskussion über Lichtverschmutzung in Frankfurt an Fahrt gewinnt. Astronomie-Enthusiasten und Umweltinitiativen weisen seit Jahren darauf hin, dass der Nachthimmel über der Stadt durch künstliche Beleuchtung immer mehr verblasst. Ereignisse wie diese Mondfinsternis erinnern uns daran, welchen Schatz einen klaren Nachthimmel darstellt – auch in einer Metropole wie Frankfurt. Es ist eine Einladung, in den frühen Morgenstunden einmal bewusst in den Himmel zu schauen und Teil eines astronomischen Moments zu werden, der unsere Stadt mit dem gesamten Planeten verbindet.
| Uhrzeit | Ereignis |
|---|---|
| 3.23 Uhr | Eintritt in den Halbschatten |
| 4.33 Uhr | Eintritt in den Kernschatten |
| 6.12 Uhr | Höhepunkt der Finsternis |
| 6.41 Uhr | Untergang des Mondes |
| 7.51 Uhr | Ende der partiellen Phase |