Als ich gestern am Kölner Rheinufer entlang spazierte, glitzerte etwas zwischen den Steinen. Ein Plastikflaschenverschluss, daneben eine Chipstüte. Kleine Zeugen eines großen Problems. Täglich passieren etwa 53.000 Müllteile unsere Stadt – schwimmend auf dem Rhein Richtung Nordsee. Experten warnen: Bis 2060 könnte sich diese Menge sogar verdreifachen, wenn wir nicht handeln.
«Der Rhein ist nicht nur eine wichtige Wasserstraße, sondern auch ein Transportsystem für unseren Abfall», erklärt Dr. Martina Feldmann vom Institut für Gewässerökologie. Die meisten Teile sind Plastik – Flaschen, Verpackungen, Mikroplastik. Besonders nach Starkregen wird es schlimm. Dann spült die Kanalisation alles in den Fluss, was achtlos weggeworfen wurde.
Bei der letzten Rheinufersäuberung habe ich mit angepackt. Eine Schulklasse war auch dabei. «Ist das alles von uns?», fragte ein Junge ungläubig, als wir die Müllsäcke füllten. Genau diese Frage müssen wir uns alle stellen.
Die Stadt hat reagiert, mehr Mülleimer aufgestellt und Filteranlagen verbessert. Trotzdem reicht es nicht. Jeder Kaffeebecher, jede Plastiktüte zählt. Der Rhein verbindet nicht nur Menschen und Regionen, sondern trägt auch unsere Umweltsünden weiter. Was hier ins Wasser gelangt, kann morgen an niederländischen Stränden anspülen. Die Lösung beginnt mit jedem Einzelnen von uns – und unserem Bewusstsein für das, was wir hinterlassen.