Liebe Münchnerinnen und Münchner, haben Sie sich schon einmal gefragt, wie viele Schritte Sie jeden Tag durch unsere Stadt gehen? Ab dem 1. November können Sie das nicht nur für sich selbst messen, sondern auch etwas für die Gemeinschaft bewegen. München nimmt an der bundesweiten Aktion „Stadt, Land, zu Fuß“ teil. Dabei zählt jeder Kilometer, den Sie zu Fuß zurücklegen. Die gesammelten Strecken aller Teilnehmer fließen in einen Wettbewerb ein, in dem München gegen andere deutsche Städte antritt.
Für Sie als Münchner ist das Gehen vielleicht längst Alltag. Eine Studie der TU Dresden zeigt, dass 33 Prozent aller Wege in unserer Stadt zu Fuß zurückgelegt werden. Damit ist der Fußverkehr hier die häufigste Verkehrsart überhaupt. Vom Bummel über den Viktualienmarkt bis zum Weg zur nächsten U-Bahn-Station prägen Fußgänger das Bild unserer Innenstadt und Stadtviertel wie Schwabing, Maxvorstadt oder Haidhausen. Die Aktion will nun sichtbar machen, welche enorme Leistung täglich von uns allen erbracht wird. Mobilitätsreferent Georg Dunkel sagt: „Zu Fuß unterwegs zu sein ist die einfachste Form der Mobilität und gehört in München für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag.“ Mit der Kampagne soll auch Lust gemacht werden, München im Herbst neu zu entdecken.
Hinter der Aktion steht eine einfache Idee. Sie soll Bewusstsein für eine oft übersehene Art der Fortbewegung schaffen. In einer Zeit, in der über Staus, Fahrradwege und den Ausbau des ÖPNV diskutiert wird, rückt sie die Basis aller Mobilität in den Mittelpunkt: das Gehen. Für die Stadtverwaltung ist die Teilnahme auch ein strategisches Signal. Sie will zeigen, dass die Belange der Fußgänger ernst genommen werden. Das ist nicht selbstverständlich. In vielen Debatten um Stadtplanung stehen oft der Autoverkehr oder der Radwegausbau im Vordergrund. Dabei sind gerade ältere Menschen, Kinder oder Personen ohne Auto besonders auf gute und sichere Fußwege angewiesen.
Die Teilnahme ist denkbar einfach gestaltet. Sie können sich kostenlos online registrieren. Die Anmeldung ist bis zum 20. November möglich. Anschließend tragen Sie Ihre täglichen Gehstrecken in die App oder auf die Website ein. Sie können an einem Tag auch mehrere Wege sammeln. Selbst wer sich erst später entscheidet mitzumachen, hat noch bis zum 24. November Zeit, Kilometer nachzutragen. Wichtig ist, dass nur Strecken zählen, die Sie draußen zu Fuß zurücklegen. Der Weg zum Bäcker um die Ecke, der Spaziergang im Englischen Garten oder der Arbeitsweg zur S-Bahn – alles fließt in Ihr persönliches Konto und in die Münchner Gesamtbilanz ein.
Für die Stadt ist der bundesweite Vergleich ein Ansporn. Die gesammelten Kilometer aller Münchner Teilnehmer werden mit denen anderer Kommunen gemessen. Es geht also nicht nur um individuelle Bewegung, sondern auch um Gemeinschaftsgeist. Ein gutes Abschneiden Münchens wäre ein klares Zeichen für die lebendige Fußgängerkultur unserer Stadt. Gleichzeitig bietet die Aktion der Verwaltung wertvolle Daten. Sie kann erkennen, in welchen Stadtteilen besonders viel zu Fuß gegangen wird und wo vielleicht noch Nachholbedarf bei der Infrastruktur besteht.
Die Auswirkungen dieser Aktion sind vielfältig. Auf persönlicher Ebene fördert sie Ihre Gesundheit. Regelmäßiges Gehen stärkt das Herz-Kreislauf-System, hilft beim Stressabbau und ist für Menschen jeden Alters geeignet. Auf städtischer Ebene unterstreicht sie die Bedeutung der Fußgänger für das urbane Leben. Ein lebendiges Straßenbild, belebte Plätze wie der Marienplatz oder der Gärtnerplatz, all das lebt von Menschen, die zu Fuß unterwegs sind. Für die Stadtplanung ist das eine wichtige Botschaft. Sichere, breite und attraktive Fußwege sind keine Nebensache, sondern Grundvoraussetzung für eine funktionierende und lebenswerte Stadt.
In der Münchner Lokalpolitik wird das Thema Fußverkehr immer wichtiger. Verschiedene Fraktionen im Stadtrat setzen sich für die Stärkung der Gehenden ein. Die Teilnahme an „Stadt, Land, zu Fuß“ ist ein relativ kostengünstiger Weg, Aufmerksamkeit für dieses Anliegen zu generieren. Es geht dabei auch um soziale Gerechtigkeit. Fast jeder ist irgendwann am Tag zu Fuß unterwegs. Eine fußgängerfreundliche Stadt kommt daher allen zugute, unabhängig von Einkommen oder Alter. Sie fördert Begegnung und sorgt für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum.
Andere deutsche Großstädte wie Hamburg, Köln oder Frankfurt haben ähnliche Kampagnen bereits mit Erfolg durchgeführt. München kann hier von den Erfahrungen lernen. Oft zeigt sich, dass solche Aktionen nicht nur kurzzeitig das Bewusstsein schärfen. Sie können auch langfristig dazu führen, dass Bürger häufiger auf das Auto verzichten und sich stattdessen zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortbewegen. Für München mit seinen ambitionierten Klimazielen ist jeder vermiedene Autokilometer ein Schritt in die richtige Richtung.
Sie als Bürger haben es in der Hand. Durch Ihre Teilnahme senden Sie ein Signal an die Stadtpolitik. Sie zeigen, dass Ihnen gute Gehwege wichtig sind und dass Sie diese auch nutzen. Die gesammelten Daten sind ein starkes Argument für Stadträte und Verwaltung, wenn es in Zukunft um Investitionen in die Fußgängerinfrastruktur geht. Vielleicht wird der ein oder andere Engpass in Ihrem Stadtteil sichtbar. Vielleicht motiviert Sie die Aktion auch, öfter mal das Auto stehen zu lassen und Ihr Viertel neu zu erkunden.
Die Aktion läuft bis zum 21. November. Bis dahin können Sie München buchstäblich voranbringen. Melden Sie sich an, sammeln Sie Ihre Kilometer und werden Sie Teil dieser Gemeinschaftsaktion. Es ist mehr als nur ein Wettbewerb. Es ist eine Bestandsaufnahme unserer Mobilität und eine Chance, den Wert des Zu-Fuß-Gehens endlich angemessen zu würdigen. In einer Stadt, die so sehr vom Flanieren und Leben auf der Straße lebt wie München, ist das ein passendes Projekt. Vielleicht entdecken Sie ja auf Ihren Wegen auch neue Ecken, schöne Details an Gebäuden oder nette Begegnungen. Das wäre ein schöner Nebengewinn.
- Jeder Kilometer zählt
- Kostenlose Online-Registrierung
- Mehrere Wege pro Tag zählen
- Teilnahme bis zum 20. November
- Kilometer nachtragen bis zum 24. November
- Fördert Gesundheit und Gemeinschaft
| Aspekt | Bedeutung |
|---|---|
| Gesundheit | Stärkt das Herz-Kreislauf-System |
| Gemeinschaft | Fördert Begegnungen im öffentlichen Raum |
| Stadtplanung | Wichtigkeit sicherer Fußwege |
| Bewusstsein | Schärft das Bewusstsein für das Gehen |
| Umwelt | Reduziert Autokilometer |
| Mobilität | Bietet alternative Fortbewegungsmöglichkeiten |