Jens-Peter Golde
Er begann nach der Wende. „Wir waren eine Gruppe, die gestalten wollte,“ sagt Golde über die Gründung des SPD-Ortsvereins 1990. „Es ging darum, die Stadt aus dem Dornröschenschlaf zu holen.“ Er wurde Bürgermeister. Diese sechzehn Jahre prägten die Stadt. Seine Projekte waren der Campus der Medizinischen Hochschule und die Sanierung des historischen Stadtkerns. Es gab auch harte Wahlkämpfe. Ich erinnere mich an eine Versammlung vor Jahren. Die Stimmung war hitzig. Golde blieb ruhig. Er hörte zu. Er antwortete mit klaren Argumenten.
Heute sieht er die politische Landschaft kritisch. „Der Ton ist schärfer geworden,“ stellt er fest. „Die Diskussionen sind oft von Lagerdenken geprägt.“ Er glaubt nicht, dass das der Stadt gut tut. Sein eigener Stil war anders. Er sprach mit allen. Er ging auch mal Kompromisse ein. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich.
Mit ihm geht ein Stück Neuruppiner Geschichte. Seine Generation, die den Aufbau Ost mitgestaltete, tritt ab. Das ist ein natürlicher Wechsel. Doch es hinterlässt eine Lücke. Man spürt das in vielen Kommunen. Die Politik muss sich neu finden. Jens-Peter Golde hat seine Arbeit getan. Jetzt genießt er den Blick auf den See.
Sechs wichtige Projekte von Jens-Peter Golde
- Gründung des SPD-Ortsvereins 1990
- Wettbewerb um die Bürgermeisterwahl
- Campus der Medizinischen Hochschule
- Sanierung des historischen Stadtkerns
- Förderung der Bürgerbeteiligung
- Aufbau von Jugendinitiativen
Politische Veränderungen im Überblick
| Aspekt | Früher | Heute |
|---|---|---|
| Politischer Ton | Friedlich und konstruktiv | Schärfer und polarisiert |
| Kompromissbereitschaft | Natürlich | Selten |
| Öffentliche Diskussionen | Einladend | Von Lagerdenken geprägt |
| Bürgerbeteiligung | Aktiv gefördert | Abnehmend |
| Generationswechsel | Langsam und stetig | Schnell und abrupt |
| Politische Identität | Gemeinschaftlich | Individuell |