Stadtsportamt und Deutsche Olympische Akademie eröffnen neues Familien-Event auf der Kö
In den kommenden drei Sommern wird die Düsseldorfer Rheinuferpromenade zu einem riesigen Abenteuerspielplatz für die ganze Familie. Das „Olympic Adventure Camp Düsseldorf“ feiert am Wochenende seine Premiere. Das neue Sport- und Erlebnisfestival, eine gemeinsame Initiative des Stadtsportamtes und der Deutschen Olympischen Akademie (DOA), verwandelt den Platz vor dem Landtag und Teile der Rheinkniebrücke in eine Erlebniswelt rund um Bewegung, Olympia und Paralympics. Kinder und Jugendliche können hier kostenfrei Klettern, Bouldern, Surfen, Basketball, Skateboard fahren und viele weitere Sportarten testen – teils an ungewöhnlichen Orten wie einer Hüpfburg oder einem Surf-Simulator.
Die Stadt Düsseldorf investiert damit in ein neues, niedrigschwelliges Familienangebot, das Sportbegeisterung wecken und gleichzeitig die olympischen Werte vermitteln soll. Die Veranstaltung ist auf drei Jahre angelegt und findet parallel zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in Los Angeles (2028) statt. Die Kooperation mit der DOA unterstreicht den Anspruch, mehr zu sein als ein reines Sportfest: Es ist eine pädagogisch begleitete Erlebniswelt.
Von der Kletterwand bis zum Rollstuhlbasketball: Ein Programm für jedes Alter
Das Programm des Olympic Adventure Camps ist bewusst breit aufgestellt, um für jedes Kind etwas Passendes zu bieten. „Wir wollen Hemmschwellen abbauen und einfach Freude an der Bewegung vermitteln,“ erklärt ein Sprecher des Stadtsportamtes. „Das Camp ist kein Wettbewerb, sondern ein Entdeckungsraum.“
Zu den Highlights der Premiere gehören mehrere Neuheiten für Düsseldorf:
- Eine mobile Kletter- und Boulderanlage, die direkt vor der landschaftlich markanten Kulisse des Landtags aufgebaut wird.
- Ein Wellen-Simulator, auf dem Kinder und Jugendliche das Surfen und Stand-Up-Paddling im Trockenen üben können.
- Ein „Piratennetz“-Klettergerüst, das Geschicklichkeit und Mut fordert.
- Basketballkörbe auf einer Hüpfburg, die den Teamsport mit purem Bewegungsspaß verbinden.
- Skateboard-Ramps für Anfänger, betreut von erfahrenen Instruktoren.
Ein besonderer Fokus liegt auf der paralympischen Perspektive. In einer eigenen Zone können alle Besucher beispielsweise Rollstuhlbasketball ausprobieren oder mit Augenbinden und Blindenführstöcken Goalball, eine speziell für sehbehinderte Menschen entwickelte Sportart, kennenlernen. „Das schafft Verständnis und zeigt, dass Sport für alle da ist,“ sagt eine Vertreterin der DOA.
Das Angebot richtet sich primär an Kinder und Jugendliche zwischen etwa 6 und 14 Jahren, ist aber so gestaltet, dass auch Eltern und Geschwister aktiv mitmachen können. Betreut werden alle Stationen von Trainerinnen und Trainern der Sportverbände und Vereine sowie von Teamern der Deutschen Olympischen Akademie.
Mehr als nur Spaß: Der pädagogische Anspruch hinter dem Bewegungsspaß
Hinter der fröhlichen Hülle des Abenteuercamps steckt ein durchdachtes pädagogisches Konzept. Die Deutsche Olympische Akademie, die normalerweise Bildungsmaterialien für Schulen entwickelt und Fortbildungen anbietet, bringt ihre Expertise direkt an den Rhein. An interaktiven Ständen werden die Geschichte der Olympischen Spiele, ihre Symbole wie die Ringe und die Fackel, sowie die Werte von Fairplay, Respekt und Exzellenz erklärt.
„In Düsseldorf leben Menschen aus über 180 Nationen. Die olympische Idee der Völkerverständigung passt perfekt in unsere Stadt,“ so der Sportdezernent. „Hier kann man spielerisch lernen, was es bedeutet, sich fair zu messen und andere Kulturen zu respektieren – sei es im Sprint oder beim gemeinsamen Klettern.”
Für die Stadt ist das Camp auch ein strategisches Instrument der Sportförderung. Nach der Pandemie, die bei vielen Kindern zu Bewegungsmangel geführt hat, und angesichts des oft hohen organisatorischen Aufwands für die Vereinsaufnahme soll das Event einen direkten, unkomplizierten Zugang zum Sport schaffen. „Jedes Kind, das hier eine Sportart für sich entdeckt und vielleicht den Mut fasst, in einen Verein zu gehen, ist ein Erfolg,“ sagt der Amtsleiter des Stadtsportamtes.
Eine dreijährige Verpflichtung mit Blick auf die Zukunft
Die Ankündigung, das Camp über drei Jahre zu etablieren, ist ein klares Signal für Kontinuität. Mit einem Gesamtbudget, das im mittleren fünfstelligen Bereich pro Jahr liegt, stellt die Stadt sicher, dass das Event nicht nur ein einmaliges Experiment bleibt. Die Planungen für die Ausgaben werden im jährlichen Haushalt des Sportamtes verankert. Diese langfristige Ausrichtung ermöglicht es, das Angebot basierend auf den Erfahrungen der ersten Jahre weiterzuentwickeln und möglicherweise zu vergrößern. „Wir starten jetzt und lernen. Vielleicht können wir 2026 schon weitere Sportarten integrieren oder das Gelände erweitern,“ blickt ein Organisator voraus.
Der Standort an der Kö ist bewusst gewählt: zentral, gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und ein magnetischer Anlaufpunkt für Familien am Wochenende. Die Veranstaltung soll so auch dazu beitragen, das Rheinufer als lebendigen, generationenübergreifenden Begegnungsort zu stärken.
Für Familien: Ein kostenfreies Wochenend-Highlight mit praktischen Tipps
Für Düsseldorfer Familien stellt das Olympic Adventure Camp ein neues, attraktives Sommer-Highlight dar. Die Teilnahme an allen Aktivitäten ist kostenfrei. Es ist keine Anmeldung erforderlich; Kinder und ihre Begleitungen können einfach vorbeikommen. Lediglich für einige Stationen, die besondere Ausrüstung erfordern, wird eine Wartezeit einkalkuliert werden müssen.
Das Stadtsportamt empfiehlt, sportliche Kleidung, Sonnenschutz und ausreichend zu trinken mitzubringen. Vor Ort sind auch Verpflegungsstände geplant. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass die Aufsichtspflicht bei den Eltern oder Begleitpersonen liegt, auch wenn alle Stationen fachlich betreut werden.
Mit dieser Initiative setzt Düsseldorf auf ein modernes, inklusives und wertevermittelndes Format der Sportstadtförderung. Es verbindet den puren Spaß an der Bewegung mit Bildungsinhalten und schafft einen neuen, niedrigschwelligen Zugang zum Vereinssport. Wenn an diesem Wochenende die ersten Kinder über das Piratennetz klettern oder auf dem Surf-Simulator das Gleichgewicht suchen, startet nicht nur ein neues Event, sondern vielleicht auch die eine oder andere sportliche Karriere in einem Düsseldorfer Verein.