Nur wenige Spieler prägen eine Ära so stark, wie Otto Baitinger den VfB Stuttgart in den 1950er Jahren prägte. Heute, anlässlich seines 100. Geburtstages am 27. Oktober, erinnert der Verein an eine seiner größten Legenden. Baitinger war nie der Mann für die großen Worte oder das Rampenlicht. Er ließ seine Taten auf dem Platz sprechen. Und diese Taten brachten Stuttgart zwei Deutsche Meistertitel, eine Vizemeisterschaft und einen DFB-Pokalsieg. Sein Werdegang war dabei alles andere als vorgezeichnet. Eigentlich sollte er das Familienunternehmen, die Metzgerei, übernehmen und für seinen Heimatverein, die Sportvereinigung Feuerbach, spielen. Es brauchte die ganze Überzeugungskraft des Erfolgstrainers Georg Wurzer, um Baitinger 1949 zum Wechsel an den Neckar zu bewegen. Ein Glücksfall für den VfB.
Sofort erkämpfte sich der schussstarke und leichtfüßige Halbrechte einen Stammplatz in der Offensive. Seine Vielseitigkeit machte ihn für Trainer Wurzer unverzichtbar. In seinen ersten drei Jahren beim VfB verpasste Baitinger keine einzige Partie. Er wurde zum Dauerbrenner und entscheidenden Torschützen. Seine Treffsicherheit war legendär. Im Finale um die Deutsche Meisterschaft 1952 gegen den 1. FC Saarbrücken entschied er das Spiel fast im Alleingang. Mit zwei Toren ebnete er den Weg zum 3:2-Sieg und zum zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Baitinger war der Prototyp des effektiven, bescheidenen Leistungsträgers. Nach sechs Jahren, 203 Spielen und 99 Toren beendete er 1955 seine aktive Karriere. Seine Bilanz spricht für sich.
Er zählt zu den entscheidenden Protagonisten jener goldenen Ära des VfB, neben Namen wie Robert Schlienz, Erich Retter oder Rolf Blessing. Der gute Ruf, den der VfB Stuttgart bis heute genießt, wurde in diesen Jahren geschmiedet. Otto Baitinger war einer seiner wichtigsten Schmiede. Sein Vermächtnis ist nicht nur die pure Statistik, sondern die Haltung, mit der er spielte. Bescheiden, hart arbeitend und stets zum Wohl der Mannschaft. Der VfB Stuttgart gedenkt eines wahren Idols, dessen Geist auch heute noch im Verein weiterlebt.
- 2 Deutsche Meistertitel
- 1 Vizemeisterschaft
- 1 DFB-Pokalsieg
- 203 Spiele im VfB-Trikot
- 99 Tore in seiner Karriere
- Prototyp des effektiven Leistungsträgers
| Jahr | Meisterschaft | Tore |
|---|---|---|
| 1950 | VfB Stuttgart | 10 |
| 1951 | VfB Stuttgart | 15 |
| 1952 | VfB Stuttgart | 20 |
| 1953 | VfB Stuttgart | 18 |
| 1954 | VfB Stuttgart | 22 |
| 1955 | VfB Stuttgart | 14 |