Blitzermarathon in Berlin: Polizei im Einsatz
Ab Montag müssen sich Autofahrer in Berlin und anderen Bundesländern auf deutlich mehr Geschwindigkeitskontrollen einstellen. Die Polizei startet den sogenannten Blitzermarathon, eine europaweit koordinierte Aktionswoche unter dem Namen Speedweek. Sie fällt mitten in die Sommerferien und richtet sich damit auch an die vielen Reisenden auf den Straßen. Ziel der bis Sonntag dauernden Intensivkontrollen ist es nach Angaben der Polizei und der beteiligten Innenministerien, die Zahl der schweren Verkehrsunfälle zu reduzieren.
Die aktuellen Zahlen zeigen, wie dringend dieses Anliegen ist. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben 2025 mehr als 2.800 Menschen im Straßenverkehr. Das waren 62 Tote mehr als im Vorjahr. Auch wenn die Zahl seit dem Rekordhoch von 9.500 Getöteten im Jahr 1995 deutlich gesunken ist, markiert der erneute Anstieg eine alarmierende Trendwende. Polizei und Verkehrsexperten sehen im überhöhten Tempo eine der Hauptursachen für schwere Unfälle. Die Intensivwoche soll daher ein deutliches Signal setzen und für mehr Rücksicht im Straßenverkehr sorgen.
Für Berlin bedeutet dies: Die Beamten werden sowohl mobile als auch stationäre Messgeräte einsetzen, wobei die genauen Standorte traditionell nicht vorab bekannt gegeben werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf bekannten Unfallschwerpunkten in der Stadt. Peggy Baier, Leiterin der Verkehrspolizei in der Brandenburger Polizeidirektion West, die auch für Teile des Berliner Umlands zuständig ist, kündigte an: «Wir werden unsere Geschwindigkeitsmessgeräte nicht nur auf Bundesautobahnen aufstellen, sondern uns auf die ländlichen Bereiche, insbesondere Alleen, konzentrieren.» Anders als bei vergangenen Aktionen gibt es dieses Mal keinen speziellen Hauptkontrolltag – die gesamte Woche steht im Zeichen der Tempokontrolle.
Die Reaktionen der Automobilclubs auf den Blitzermarathon sind gemischt. Grundsätzlich befürworten sowohl der ADAC als auch der Automobilclub von Deutschland (AvD) gezielte und dauerhafte Kontrollen an neuralgischen Punkten im Straßennetz. Diese seien wirksamer als zeitlich begrenzte Aktionen. Kritik gibt es jedoch am Timing der Speedweek. Der AvD moniert, dass die Kontrollen mitten in der Hauptreisezeit den Eindruck erwecken könnten, «in erster Linie der Einnahmeerzielung zu dienen.» Der ADAC Nordrhein spricht sich ebenfalls für eine kontinuierliche Überwachung aus, die präsenter und vorhersehbarer sei als punktuelle Aktionswochen.
Die Dimension der Kontrollen wird an Zahlen aus dem Frühjahr deutlich: Allein in Baden-Württemberg registrierte die Polizei während der letzten europaweiten Speedweek im April über 58.000 Geschwindigkeitsverstöße. Solche Zahlen untermauern das Problem und zeigen den Handlungsbedarf auf.
Für Berliner Autofahrer heißt es in den kommenden Tagen also: Fuß vom Gas und besondere Vorsicht, nicht nur auf den Ausfallstraßen wie der AVUS oder dem Stadtring, sondern auch in den Wohngebieten und auf den Alleen. Die erhöhte Polizeipräsenz soll letztlich allen Verkehrsteilnehmern mehr Sicherheit geben – ein Anliegen, das gerade in der hektischen Ferienzeit von großer Bedeutung ist.
- Erhöhung der Geschwindigkeitskontrollen
- Fokus auf Unfallschwerpunkte
- Einbindung mobiler und stationärer Messgeräte
- Keine Vorausankündigung der Kontrollstandorte
- Reaktionen der Automobilclubs
- Sicherheitsziel während der Ferienzeit
| Jahr | Getötete |
|---|---|
| 1995 | 9.500 |
| 2025 | 2.800 |
| 2024 | 2.738 |