Ein großer Polizeieinsatz am Rande Münchens endete am Dienstag mit Schüssen, einem verletzten Beamten und der Festnahme eines 58-jährigen Mannes. Der Vorfall in Fischerhäuser, einem Ortsteil von Ismaning, ereignete sich gegen 16 Uhr und zog eine Großfahndung mit mehr als 80 Beamten, einem Hubschrauber und einem Diensthund nach sich. Der Mann soll einen Polizisten mit seinem Auto angefahren haben, woraufhin ein Beamter seine Dienstwaffe einsetzte.
Laut Polizeisprecher Thomas Schelshorn begann der Einsatz an einer Tankstelle, wo Beamten einen Autofahrer beobachteten, der rücksichtslos fuhr und möglicherweise eine unbeteiligte Fußgängerin gefährdete. Als die Polizisten den Mann kontrollieren wollten, gab er Gas und flüchtete. Es folgte eine kurze Verfolgungsjagd, an deren Ende es der Polizei gelang, das Fahrzeug zu stoppen. Der Fahrer weigerte sich jedoch auszusteigen und schloss sich im Wagen ein.
In diesem Moment holte ein Beamter einen Nothammer aus dem Streifenwagen, um die Scheibe des Pkw einzuschlagen. Der Fahrer fuhr daraufhin den anderen anwesenden Polizisten an. Daraufhin fielen Schüsse. „Welcher der beiden Beamten geschossen hat, ist Gegenstand der Ermittlungen“, erklärte Polizeisprecher Schelshorn gegenüber der Presse. Der angefahrene Beamte erlitt Verletzungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der 58-jährige Münchner blieb nach Angaben der Polizei unverletzt.
Nach den Schüssen setzte der Mann seine Flucht fort, zunächst mit dem Auto und später zu Fuß. Die Polizei leitete eine umfangreiche Fahndung in dem ländlich geprägten Gebiet bei Ismaning ein. Die entscheidenden Hinweise gaben schließlich Anwohner, die den Flüchtigen in einem fremden Garten entdeckten. Gegen 18.20 Uhr wurde der Mann festgenommen.
Als Ermittler ist der 58-Jährige der Polizei bereits bekannt und befand sich zum Zeitpunkt der Tat in einem psychischen Ausnahmezustand. Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Die Staatsanwaltschaft München I hat die Ermittlungen übernommen. Die Dienststelle der beteiligten Beamten wurde ausgesetzt, was im Falle eines Schusswaffengebrauchs durch die Polizei standardmäßig erfolgt. Die Beamten stehen nun unter dem Verdacht der Körperverletzung im Amt.
Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Polizeieinsätzen mit Schusswaffengebrauch im Raum München in den letzten Tagen. Bereits am 18. August hatte ein Polizeibeamter in München einen 14-jährigen Jungen durch einen Schuss schwer verletzt, nachdem dieser mit einer täuschend echt aussehenden Softair-Pistole hantierte. Diese Häufung von Einsätzen, bei denen Polizisten ihre Schusswaffe ziehen mussten, wirft Fragen zur Eskalationsdynamik und Deeskalationsstrategien im Alltag der Beamten auf.
Für die Bewohner in Fischerhäuser und den umliegenden Straßen war der Einsatz mit seinen vielen Streifenwagen, dem surrenden Hubschrauber und den Durchsagen über Lautsprecher eine beunruhigende Erfahrung. Die Polizei betonte jedoch, dass für die Öffentlichkeit zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden habe. Der festgenommene Mann befand sich in polizeilicher Obhut und wurde einer ärztlichen Untersuchung zugeführt.
Der verletzte Polizeibeamte wurde nach ersten Berichten stationär im Krankenhaus aufgenommen. Sein Gesundheitszustand wurde als nicht lebensbedrohlich beschrieben. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen, die zum Schusswaffengebrauch führten, sowie zur psychischen Verfassung des Fahrers dauern an. Die Polizei München kündigte an, im Zuge der laufenden Ermittlungen weitere Details mitzuteilen.
- Polizeieinsatz am Rande Münchens
- Schüsse fielen, ein Beamter verletzt
- 58-jähriger Mann festgenommen
- Verfolgungsjagd mit dem Auto
- Psychischer Ausnahmezustand des Fahrers
- Staatsanwaltschaft München I ermittelt
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Ort | Fischerhäuser, Ismaning |
| Datum | Dienstag |
| Zeit | 16 Uhr |
| Anzahl der Beamten | mehr als 80 |
| Verletzter Beamter | ja |
| Festgenommener Mann | 58 Jahre alt |