Am Sonntag herrschte im Stadion an der Hafenstraße kurzzeitig Verwirrung. Wer hatte das entscheidende Tor beim wichtigen 1:0-Sieg von Rot-Weiss Essen gegen den VfL Osnabrück erzielt? Kapitän Vinko Sapina schlug in der 64. Minute eine präzise Ecke, die durch Freund und Feind hindurchsegelte. Am Ende zappelte der Ball im Netz, doch ob Ahmet Arslan, Ramien Safi, Lucas Brumme oder jemand anders den letzten Kontakt hatte, blieb unklar. Die Arena feierte trotzdem ausgelassen.
Der Deutsche Fußball-Bund hat nun Klarheit geschaffen. Nach Sichtung der Videobilder wurde Marvin Obuz offiziell als Torschütze benannt. «Da war ich mir sicher, dass ich den Ball noch berührt habe», erklärte der 22-jährige Flügelspieler nach dem Spiel mit einem verschmitzten Lächeln. Für Obuz ist es bereits der sechste Saisontreffer in der 3. Liga. Die Essener Fans auf der Westtribüne hatten den letzten Kontakt im Gewühl nicht erkennen können, jubelten aber umso lauter über den goldenen Treffer.
Die drei Punkte waren für RWE im Abstiegskampf enorm wichtig. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze wächst auf beruhigende neun Zähler an. Die Stimmung im Stadion war elektrisierend, als der Schlusspfiff ertönte. Trainer Christoph Dabrowski wirkte erleichtert: «Egal wer das Tor gemacht hat – wir haben als Mannschaft gekämpft und verdient gewonnen.» Die Essener können nun mit neuem Selbstvertrauen in die kommenden Wochen gehen. Im Ruhrpott träumen einige Fans bereits wieder von besseren Zeiten.