St. Pauli ohne Experimente: Mit Voller Kraft im Pokal gegen den starken Gegner aus Essen
Der Fokus ist am Sonntag scharfgestellt, die Reihen werden geschlossen. Beim FC St. Pauli ist vor dem DFB-Pokalspiel bei Rot-Weiss Essen an der Essener Hafenstraße keine Zeit für Experimente. Trainer Marcel Rapp machte bei der Pressekonferenz am Freitag deutlich, dass der Saisonstart mit nur zwei Punkten aus zwei Zweitligaspielen den Pokalauftakt noch bedeutsamer macht.
„Wir werden nicht großartig rotieren“, stellte Rapp klar und beantwortete damit auch die Frage nach der Torwartposition im Voraus. „Und deshalb wird Ben Voll im Tor stehen.“ Diese Entscheidung folgt einer klaren Linie. Schon Rapps Vorgänger Alexander Blessin setzte im Pokal vor einem Jahr auf den damaligen Stammkeeper, damals Nikola Vasilj. Ben Voll saß bei dem denkwürdigen 3:2 im Elfmeterschießen gegen Eintracht Norderstedt noch auf der Bank. In dieser Saison ist er die unumstrittene Nummer eins – und wird das auch am Sonntag bleiben.
Die Gründe sind offensichtlich. Während St. Pauli in der Liga noch auf den ersten Dreier wartet, steht mit Rot-Weiss Essen einer der potenziell härtesten Gegner der ersten Runde auf dem Plan. Der Vorjahresdritte der 3. Liga scheiterte in der Aufstiegsrelegation denkbar knapp an Greuther Fürth und gilt als technisch starke Mannschaft.
„Wir haben uns die Spiele angeschaut. Es ist eine Mannschaft, die Fußball spielen kann“, warnte Rapp vor der Qualität des Gegners. Allerdings zeigen die bisherigen Ergebnisse der Essener – ein 2:5 in Saarbrücken und ein knappes 1:0 gegen Havelse – dass sie noch nicht in Bestform sind. „Wir wollen uns nicht kleiner machen, als wir sind“, konterte Rapp selbstbewusst. „Wir haben auch gute Fußballer in unseren Reihen und wollen mit unserer Intensität dagegenhalten.“
Eine besondere Geschichte schreibt sich auf Essener Seite: Im Tor der Rot-Weissen steht mit Jakob Golz der Sohn einer HSV-Legende. Sein Vater Richard Golz hütete von 1987 bis 1998 das Tor des Hamburger Stadtrivalen. Jakob Golz ist seit Juli 2019 bei RWE und damit dienstältester Spieler des Klubs. Vor dieser Saison wurde er von Trainer Uwe Koschinat zum neuen Mannschaftskapitän ernannt.
Trotz der gegnerischen Stärke und der besonderen Personalie hoffen die Kiezkicker auf eine Fortsetzung ihrer erfolgreichen Pokalreise aus der vergangenen Saison. Nach dem Sieg gegen Norderstedt folgten ein spektakulärer Achtelfinaleinzug nach Elfmeterschießen gegen die TSG Hoffenheim und ein Sieg bei Borussia Mönchengladbach. Erst im Viertelfinale bei Bayer Leverkusen war Endstation.
Sollte St. Pauli in dieser Spielzeit erneut so weit kommen, winkt auch eine finanzielle Belohnung: Der DFB zahlt den besten acht Mannschaften in dieser Saison jeweils 1.825.509 Euro. Auch für das Überstehen der ersten Runde gibt es bereits 228.189 Euro.
Auf die im Pokal oft übliche Rotation verzichtet Trainer Rapp also. Auf eine andere pokaltypische Frage hatte er jedoch eine vorbereitete Antwort. „Ja, wir haben Elfmeter trainiert“, sagte Rapp mit einem Lächeln. „Und die Quote war herausragend.“ Die Erfahrungen der vergangenen Saison, in der St. Pauli gleich zweimal im Elfmeterschießen triumphierte, haben die Bedeutung dieser speziellen Vorbereitung eindrücklich unterstrichen. Alles ist auf einen fokussierten und professionellen Auftakt ausgerichtet.
- St. Pauli verzichtet auf Experimente
- Ben Voll im Tor
- Rot-Weiss Essen als starker Gegner
- Jakob Golz als Kapitän
- Erfolgreiche Pokalreise in der letzten Saison
- Ein finanzieller Anreiz für den DFB-Pokal
| Runde | Belohnung in Euro |
|---|---|
| 1. Runde | 228.189 |
| Achtelfinale | 1.825.509 |
| Viertelfinale | 1.825.509 |
| Halbfinale | 1.825.509 |
| Finale | 1.825.509 |