Der Wechsel kommt. Ab dem 1. Januar 2027 wird die langjährige Vereinbarung des Landkreises Dahme-Spreewald mit Berlin über Taxi-Lande- und Abholrechte am Flughafen BER nicht mehr gelten. Diese Entscheidung betrifft jeden von Ihnen, der mit dem Taxi zum oder vom Flughafen fährt. Sie wirft viele Fragen auf. Wer darf dann überhaupt noch am Terminal halten? Was passiert mit den Preisen? Und vor allem: Was bedeutet das für Ihre Fahrt und Ihren Geldbeutel?
In der Sendung «Standort Berlin» sprach Moderator Dr. Peter Brinkmann am Donnerstag mit Patrick Meinhardt. Er ist der Generalbevollmächtigte des Verkehrsgewerblichen Verbands Berlin-Brandenburg. Meinhardt brachte die Besorgnis der Branche auf den Punkt. Die Kündigung schaffe eine «rechtliche Grauzone.» Bisher regelt der Vertrag, welche Taxen aus welcher Region den Flughafen anfahren und dort Fahrgäste aufnehmen dürfen. Fällt dieser Rahmen weg, droht ein Rechtsstreit. Die Folge könnte ein reines Chaos sein.
Für Sie als Fahrgast bedeutet das konkret: Mehr Unsicherheit. Momentan funktioniert das System klar. Sie sehen die Warteschlange, steigen ein und wissen, der Preis für die Fahrt nach Berlin ist festgelegt. Nach 2027 ist unklar, ob sich diese Ordnung halten kann. Patrick Meinhardt erklärt die Gefahr. Ohne verbindliche Regeln könnte es zu einem «wilden Kampf» um die besten Stellplätze kommen. Taxis aus dem Landkreis könnten versuchen, direkt am Terminal Kunden anzusprechen. Das wäre dann illegal, weil das Berliner Taxigesetz auf dem Flughafengelände gilt. Dieses Gesetz erlaubt nur Berliner Taxen, Fahrgäste direkt am Flughafen aufzunehmen.
Die direkte Folge für Sie? Längere Wege und höhere Kosten. Möglicherweise müssten Sie künftig zu einem offiziellen Taxistand außerhalb des Terminals laufen, um ein Taxi aus Brandenburg zu bekommen. Oder Sie nehmen ein Berliner Taxi, das teurer sein kann. Der feste Preis für die Fahrt in die Stadt, der sogenannte Berlin-Tarif, gilt nämlich nur für Berliner Taxen. Für Brandenburger Taxen könnte ein anderer, möglicherweise höherer Tarif zur Anwendung kommen. Das ist heute schon so, wenn Sie ein Brandenburger Taxi von einem Stand außerhalb Berlins nehmen. Diese Unsicherheit wird sich auf den Flughafen übertragen.
Hintergrund dieser Kündigung ist ein langer Konflikt. Der Landkreis Dahme-Spreewald fühlt sich benachteiligt. Seine Taxiunternehmen zahlen eine hohe Abgabe für das Befahren des Flughafens. Dafür erhalten sie aber nur begrenzte Rechte. Sie dürfen am BER nur Fahrgäste absetzen. Das Aufnehmen von Fahrgästen ist ihnen, mit wenigen Ausnahmen, untersagt. Das empfinden viele Betriebe als unfair. Sie bezahlen, können aber kaum Geld verdienen. Die Kündigung ist daher ein machtvolles Druckmittel des Landkreises. Er will Berlin an den Verhandlungstisch zwingen, um bessere Bedingungen auszuhandeln.
Patrick Meinhardt sieht die Lösung in einem neuen, modernen Vertrag. Dieser müsste die Realität von heute abbilden. Viele Fahrgäste wollen von Brandenburg in den BER. Viele wollen vom BER nach Brandenburg. Die aktuellen Regeln behindern diese Fahrten oft. Ein neuer Vertrag sollte diese Fahrten für alle Taxis einfacher und gerechter machen. Das Ziel muss sein, dass Sie als Fahrgast zuverlässig und zu einem fairen Preis Ihr Ziel erreichen. Ob das gelingt, ist völlig offen.
Die nächsten Monate werden entscheidend sein. Bis 2027 ist noch Zeit. Doch die Verhandlungen zwischen Berlin und Brandenburg sind bekanntlich komplex. Beobachten Sie die Entwicklung. Wenn Sie regelmäßig den BER nutzen, fragen Sie ruhig nach. Fragen Sie Ihr Taxiunternehmen, wie es die Situation sieht. Fragen Sie bei offiziellen Stellen nach, welche Pläne es gibt. Ihre Stimme als Kunde zählt. Denn am Ende geht es um Ihren Komfort, Ihre Zeit und Ihr Geld. Der Taxistreit am BER ist kein abstraktes Politikum. Er betrifft die alltägliche Mobilität von Hunderttausenden Menschen. Jetzt muss gehandelt werden, damit am 1. Januar 2027 kein Verkehrschaos vor unseren Flughafenterminals ausbricht.
- Taxis aus dem Landkreis dürfen aktuell nur absetzen
- Abnahme von Fahrgästen ist mit Einschränkungen untersagt
- Erhöhter Druck auf Taxiunternehmen durch hohe Gebühren
- Chaos und Unsicherheiten nach Vertragskündigung
- Rechtsstreitigkeiten könnten drohen
- Neuer Vertrag soll bessere Bedingungen schaffen
| Aspekt | Aktuelle Regelung | Nach 2027 |
|---|---|---|
| Taxen am BER | Nur Berliner Taxen dürfen Fahrgäste aufnehmen | Unklar, ob wilde Kämpfe entstehen |
| Fahrpreis | Festgelegte Preise für Berliner Taxen | Unsicherheit bei Brandenburger Taxen |
| Abholrechte | Taxiunternehmen aus Dahme-Spreewald können nur absetzen | Mögliche legale Unsicherheiten |
| Kundenzufriedenheit | Klare Warteschlange und Preise | Größere Unsicherheiten für Fahrgäste |
| Verhandlungen | Konflikt zwischen zwei Regionen | Kritische Gespräche bis 2027 |
| Kundenstimmen | Wenig Einfluss auf die Situation | Signifikanter Einfluss gefragt |