In der Berliner Luft lag an diesem späten Sommerabend wieder einmal dieser besondere Pokalzauber, vermischt mit der erwartungsvollen Anspannung, die jedes Pflichtspiel des 1. FC Union Berlin begleitet. Gegen den Zweitligisten SV Elversberg tat sich die Bundesliga-Mannschaft von Trainer Nenad Bjelica erwartbar schwer und kämpfte lange um die entscheidende Idee. Erst in der Schlussphase brachten die Tore von Benedict Hollerbach und Mikkel Kaufmann den verdienten, aber hart erarbeiteten 2:0-Sieg auf den Weg und besiegelten den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals.
Für die Anhänger in einer gut gefüllten Alten Försterei war es ein Abend der Geduld. Union, bekannt für seine kämpferische DNA und effiziente Umsetzung, fand lange nicht den Schlüssel zur kompakten Defensive des mutig auftretenden Gastes aus dem Saarland. Die erste Halbzeit verlief, typisch für viele Pokalspiele, verhalten. Beide Teams taktierten vorsichtig, wobei Union klar das Spiel bestimmte, ohne jedoch klare Torchancen herauszuarbeiten. Die größte Gefahr ging von Standardsituationen aus, bei denen die Kopfballstärke der Unioner stets Respekt einflößt. Die Elversberger hingegen hielten diszipliniert die Reihen und warteten auf Konterchancen, die jedoch meist schon im Ansatz von Unions defensiv starker Mitte um Janik Haberer und Rani Khedira erstickt wurden.
Die zweite Spielhälfte begann mit mehr Tempo und Druck von der Köpenicker Seite. Die Einwechslungen von András Schäfer und Yorbe Vertessen brachten frischen Wind. Die Ballzirkulation wurde schneller, die Angriffe direkter. Doch der letzte Pass fehlte oft und die Entschlossenheit im Abschluss ließ zu wünschen übrig. Elversbergs Torhüter Nicolas Kristof hielt, was zu halten war, und auch die Latte bewahrte die Gäste einmal vor dem Rückstand. Die Stimmung im Stadion wurde zunehmend nervöser, die Angst vor der bösen Pokalüberraschung, die in der Vergangenheit schon manchen Bundesligisten in der ersten Runde ereilte, war greifbar.
Doch dann, in der 78. Minute, löste sich die angespannte Lage. Nach einem schönen Kombinationsspiel auf der rechten Seite landete der Ball bei Benedict Hollerbach im Strafraum. Der Youngster zeigte Nervenstärke, setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch und schob den Ball cool an Kristof vorbei ins Netz. Der Jubel in den Rängen war ein Jubel der puren Erleichterung. Die Alte Försterei bebte, und der Sieg war nun in greifbarer Nähe.
Mit der Führung im Rücken spielte Union souverän auf Zeit und kontrollierte das Spielgeschehen. In der Nachspielzeit setzte dann Mikkel Kaufmann den endgültigen Schlusspunkt. Nach einem schnellen Konter und einer präzisen Vorlage von Kevin Volland vollstreckte der Däne zum 2:0 und machte den Sieg unangreifbar. Es war der verdiente Lohn für die Überlegenheit und den anhaltenden Druck der zweiten Halbzeit.
Sportlich betrachtet ist der Einzug in die nächste Runde das erwartete und notwendige Ergebnis. Pokalspiele gegen motivierte Zweitligisten sind jedoch immer tückisch, und dass Union die Aufgabe ohne größere Schrecken und Verletzungen gelöst hat, ist positiv zu vermerken. Besonders die Tiefe des Kaders kam zum Tragen, als die Einwechslungen in der zweiten Hälfte neue Impulse setzten.
Für die Fans ist es schlicht ein schöner Abend. Der DFB-Pokal steht für Geschichten, für Magie, für die Chance auf große Nächte. Der Weg in die zweite Runde ist der erste, aber entscheidende Schritt auf einer Reise, die die Union-Familie in den vergangenen Jahren bis ins Finale und sogar zum Europapokal führte. In Köpenick träumt man auch in dieser Saison wieder von einem langen Pokalmarsch. Die Mission hat erfolgreich begonnen.
- Einzug in die nächste Runde
- Solidarer Auftritt der Mannschaft
- Starke Fanunterstützung
- Schnelle Einwechslungen
- Effektivität bei Standards
- Teamgeist und Zusammenhalt
| Spieler | Tore | Vorlagen |
|---|---|---|
| Benedict Hollerbach | 1 | 0 |
| Mikkel Kaufmann | 1 | 1 |
| Kevin Volland | 0 | 1 |
Nun geht der Blick nach vorne, zurück in den Bundesliga-Alltag, mit dem guten Gefühl, die erste Hürde im Wettbewerb für die Trophäen genommen zu haben. In der Alten Försterei weiß man: Im Pokal ist jedes Spiel ein Finale. Und das nächste wartet bereits.